Einzelhandel - In der Rhein-Galerie sind bislang 40 von 110 Läden offen / Weitere Geschäfte sollen folgen / „Ein Stück Normalität zurück“ Verhaltener Andrang nach Zwangspause

Von 
Thomas Schrott
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Abstandsregelungen gelten auch für den Eingang der Rhein-Galerie. © Thomas Tröster

Ludwigshafen. Auch wenn das Bekleidungsgeschäft ihrer Wahl noch nicht geöffnet hat, ist Cornelia Hartel ganz zufrieden. „Endlich haben die Läden wieder geöffnet, das ist wieder ein Stück Normalität“, sagt sie am Montagvormittag nach einem Bummel durch die Rhein-Galerie. Nach der vierwöchigen Zwangsschließung ist der Andrang aber verhalten. Zumal längst nicht alle Läden geöffnet haben – bislang sind es 40 der insgesamt 110 Shops. „In den nächsten Tagen folgen weitere Geschäfte“, sagt Centermanager Christoph Keimes. Letztlich könnten es 75 sein.

Schlange vor dem Optiker

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Die neuen Hygiene- und Abstandsregelungen sind unübersehbar. Bereits am Eingang vom Platz der Deutschen Einheit weisen Markierungen und Flatterbänder die Besucher darauf hin, dass sie für Eingang und Ausgang unterschiedliche Türen nutzen müssen. Ein Center-Mitarbeiter achtet darauf, dass dies eingehalten wird. Er hat aber wenig zu tun, denn „alle halten sich an die Regeln“, sagt Keimes. Einige Geschäfte haben Spender für Desinfektionsmittel aufgestellt, die rege gedrückt werden. Die meisten Angestellten tragen Mundschutzmasken.

Im 200 Meter langen Einkaufscenter sind am Montag noch weite Schaufensterfronten dunkel, etwa bei Reisebüros oder Bekleidungsgeschäften wie P & C und C & A, deren Verkaufsfläche über der Grenze von 800 Quadratmeter liegen. Eine lange Schlange von Kunden bildet sich indes vor einem Optiker. „Ich habe seit Wochen eine Bescheinigung über eine neue Brille, die ich dringend brauche“, sagt ein Mann. Auch vor einem Schuhgeschäft halten die Kunden geduldig Abstand, bis sie Zutritt bekommen. Im Imbissbereich des Obergeschosses – ansonsten dicht umlagert – ist es jedoch totenstill. Der Food-Court ist mit rot-weißen Bändern abgesperrt.

Ähnliches Bild auch im Rathaus-Center, wo knapp die Hälfte der 50 Geschäfte am Montag geöffnet sind, so Manager Christoph Feige. „Für manche Ladenbetreiber war die Vorbereitung zu kurz, nachdem der genaue Text der Verordnung erst am Freitagabend bekanntwurde.“ Deshalb rechnet auch er damit, dass in den nächsten Tagen weitere Geschäfte öffnen. Der Spielwarenmarkt Smyths Toys werde seine Verkaufsfläche verkleinern, damit er unter die Grenze von 800 Quadratmetern falle. Aus demselben Grund will der Saturn-Markt laut Feige sein Flächenangebot reduzieren, um in den nächsten Tagen zu öffnen.

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„Solange sich alle an die Vorschriften halten und es gesittet abläuft, freue ich mich über die Lockerungen“, sagt Lieselotte Dartius. Deutlich euphorischer äußert sich ein Mann, der seinen Namen nicht nennen will: „Es war fürchterlich zuhause. Man hat sich gefühlt wie einsperrt. Das ist nun vorbei.“

Redaktion MM-Redakteur seit 1984, zuständig für den Bereich Ludwigshafen - mit all seinen Facetten