Soziales - Verwaltung bringt Orientierungshilfe für Menschen mit Behinderung heraus / Ampelsystem kategorisiert Gebäude Stadtplan informiert über Barrierefreiheit

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Julian Eistetter
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Ludwigshafen. Grüner Rollator steht für barrierearm, gelber Rollator für größtenteils barrierearm und orangefarbener Rollator für teilweise barrierearm – mit einem neuen Stadtplan will die Verwaltung Menschen mit Behinderung in Ludwigshafen eine bessere Orientierungshilfe bieten. Hat ein öffentliches Gebäude einen ebenerdigen Eingang oder eine Rampe? Gibt es einen ausgewiesenen Behindertenparkplatz? Ist ein Aufzug vorhanden? Informationen zu diesen und weiteren Fragen erhalten Menschen mit Beeinträchtigungen in dem 210 Seiten starken Verzeichnis, wie Elke Kimmle aus dem Dezernat 5 bei der Vorstellung des Projekts in der Sitzung des Sozialausschusses berichtete.

Unter anderem Angaben zu Parkplätzen sind in dem Stadtplan zu finden. © dpa
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Insgesamt 427 Einrichtungen werden in dem Stadtplan dargestellt, Knapp 130 davon sind mit dem Ampelsystem kategorisiert (69 grün, 56 gelb, vier orange). „Wir haben einen Fragebogen erarbeitet und diesen an 280 Einrichtungen geschickt. Von knapp der Hälfte haben wir Rückmeldungen bekommen, die eingepflegt wurden“, so Kimmle. Die Verantwortlichen hoffen, dass sich weitere Einrichtungen nach und nach melden und die Informationen im Plan ergänzt werden können.

Neben Angaben zu öffentlichen Gebäuden finden sich auf den im DIN-A5-Format gedruckten Karten auch Informationen zu abgesenkten Bordsteinen, barrierefreien Haltestellen, Blindenleitsystemen und -ampeln, Behindertentoiletten, Zebrastreifen und vielem mehr. „Die Abteilung Stadtvermessung hat dafür über Jahre Daten zu den Themen gesammelt“, sagte Kimmle. Denn die Idee für den Stadtplan ist bereits 13 Jahre alt. 2007 sei sie durch die Arbeitsgemeinschaft Barrierefreiheit an die Verwaltung herangetragen worden.

Auflage von 3000 Stück

„Wir haben lange daran gearbeitet und wollten jetzt endlich an den Start gehen“, sagte Sozialdezernentin Beate Steeg (SPD). Die Weiterentwicklung des Stadtplans sei jedoch ein fortlaufender Prozess und es seien noch „dicke Bretter“ zu bohren. So soll das Angebot etwa auch online zur Verfügung gestellt werden mit einer Vorlesefunktion für erblindete Menschen. Denn der Anspruch des Stadtplans sei es, Menschen mit allen möglichen Beeinträchtigungen zu helfen – seien es Sprachbehinderungen, Sehbehinderungen, Hörbehinderungen, Körper-, geistige oder seelische Handicaps.

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Der Stadtplan wird nach Angaben von Elke Kimmle zunächst in einer Auflage von 3000 Stück erstellt und ab der ersten Märzwoche an entsprechende Einrichtungen und Bürgerservice-Stellen verteilt.

Die Fraktionen lobten einhellig die große Detailarbeit, die die Verwaltung für den umfassenden Stadtplan geleistet habe. Einigkeit herrschte jedoch auch darüber, dass das Projekt im Fokus bleiben und nach und nach verbessert werden müsse. Kimmle stimmte zu und berichtete, dass der Plan in Zukunft auch über eine App abrufbar sein soll. Auch nach 13 Jahren ist das Projekt also noch nicht abgeschlossen.

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Redaktion Reporter Region, Koordinator Neckar-Bergstraße und Ausbildungsredakteur