Coronavirus - Maskenpflicht in Teilen der Innenstadt entfällt / Verweis auf rückläufige Inzidenz und neue Tests in Asylunterkunft Stadt hebt Ausgangssperre auf

Von 
Thomas Schrott
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Die Schilder sind seit Dienstag überholt: In einigen Straßen rund um die Fußgängerzonen müssen keine Masken mehr getragen werden. © Thomas Tröster

Ludwigshafen. Wegen rückläufiger Infektionszahlen hebt die Verwaltung einige seit Wochen geltenden Beschränkungen auf. Die nächtliche Ausgangssperre von 21 bis 5 Uhr entfällt ab sofort, teilte die Stadt am Dienstagvormittag mit. Gleiches gilt für die Pflicht, von 8 bis 20 Uhr einen Mund-Nasen-Schutz in Teilen der Innenstadt zu tragen. Durch die Aufhebung der bis Sonntag gültigen Allgemeinverfügung werden ferner die Besuchsbeschränkungen in den Pflege- und Senioreneinrichtungen zurückgenommen.

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„Wir reagieren damit auf den Rückgang bei der Inzidenzzahl für sieben Tage, die am Montag bei 66,2 lag. Ludwigshafen ist kein Corona-Hotspot mehr. Damit haben wir in unserer Stadt einen wichtigen Meilenstein bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie geschafft“, sagte Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD). Die Entscheidung, die Allgemeinverfügung aufzuheben, sei gemeinsam mit dem Stadtvorstand und in Abstimmung mit den Fachbehörden getroffen worden.

Massentest: Ein positives Ergebnis

Als weiteren Grund für den Beschluss verweist Steinruck auf die neuen Testergebnisse in der Asylunterkunft in der Mannheimer Straße. „Diese bestätigen die Annahme, dass es dort nicht zu einem Massenausbruch von Corona und nicht zu einer weiteren Verbreitung der Mutation gekommen ist“, erklärte die Rathauschefin.

Bei den Massentests in der Asylunterkunft Mannheimer Straße am Montag wurde ein weiterer Bewohner positiv getestet. Der Mann ist an Covid-19 erkrankt. Eine Mutation des Virus wurde bei ihm aber nicht nachgewiesen, so die Verwaltung. Der Mann zeige derzeit keine Symptome und sei in eine andere Unterkunft verlegt worden.

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Die Tests bei den anderen Bewohnern waren negativ. Zweimal negativ getestet wurde der Mitbewohner des Mannes, bei dem in der vergangenen Woche eine Virusmutation festgestellt wurde. „Dieser hatte am Montag über Unwohlsein geklagt, mittlerweile geht es ihm wieder gut“, so die Auskunft.

Weitere Tests sind am Mittwoch und Freitag geplant. Das Gesundheitsamt des Rhein-Pfalz-Kreises hat laut Stadtverwaltung bekräftigt, dass die Unterkunft 14 Tage lang unter Quarantäne gestellt werden müsse – unabhängig davon, ob negative Testergebnisse vorliegen.

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„Wir haben in den vergangenen Monaten stets sorgfältig abgewogen, ob und inwieweit Rechte der Bürger aufgrund des Infektionsschutzes eingeschränkt werden müssten“, meinte Steinruck zur Entscheidung, die seit Ende Oktober bestehende Allgemeinverfügung aufzuheben. CDU und FDP hatten bereits in den Tagen zuvor die Rücknahme der Ausgangssperre verlangt. Noch am Montag hatte die Oberbürgermeisterin darauf hingewiesen, dass sich die Ludwigshafener Krankenhäuser gegen eine schnelle Lockerung ausgesprochen hätten, weil sie eine Verschnaufpause bräuchten. Zudem strebe sie eine einheitliche Vorgehensweise mit dem Rhein-Pfalz-Kreis sowie den Städten Frankenthal und Speyer an. Ein Gespräch sei für Donnerstag vereinbart worden, sagte eine Sprecherin des Rhein-Pfalz-Kreises auf Nachfrage. Nach Angaben der Stadt fand ein kurzer schriftlicher Austausch statt. Speyer hatte indes bereits Ende Januar die Ausgangssperre aufgehoben.

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Ungeachtet der nun zurückgenommenen Beschränkungen gilt die Landesverordnung etwa über die Aufenthaltsbeschränkungen im öffentlichen Raum weiter. Zudem appelliert die Oberbürgermeisterin an die Menschen in der Stadt, weiterhin die bekannten Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten, die Kontaktbeschränkungen ernst zu nehmen und medizinische Masken oder FFP2-Masken zu tragen, wo immer dies vorgeschrieben sei. „Corona bleibt gefährlich, die Pandemie ist noch lange nicht vorbei. Wir dürfen nicht nachlassen und müssen mit neuen Einschränkungen rechnen, sollten die Fallzahlen wieder ansteigen“, bekräftigte Steinruck.

Die Corona-Lage in Ludwigshafen hat sich indes weiter abgeschwächt. Nur vier Neuinfektionen wurden bis Dienstagnachmittag gemeldet. Gleichwohl sind drei weitere Menschen im Zusammenhang mit einer Covid-19-Infektion gestorben. Die Sieben-Tage-Inzidenz in Ludwigshafen ging auf 56,3 zurück. Zum Vergleich: Im Rhein-Pfalz-Kreis liegt sie bei 60,8, in Frankenthal bei 63,6 und in Speyer bei nur 43,5.

Redaktion MM-Redakteur seit 1984, zuständig für den Bereich Ludwigshafen - mit all seinen Facetten