Stadtrat - Investitionen von 16,2 Millionen Euro gebilligt / Marode Gleise werden ausgetauscht / Neuer Abzweig zur Adenauer-Brücke Schwachstellen im Nahverkehr beseitigt

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Thomas Schrott
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Der Nahverkehrsknoten Berliner Platz soll durch eine neue Verbindung von Süd zur Adenauer-Brücke entlastet werden. © Thomas Schrott

Ludwigshafen. Marode Gleise und Holzschwellen, veraltete Signalanlagen und Haltestellen ohne elektronische Fahrgastinformationen – in vielen Bereichen muss die Infrastruktur für die Straßenbahnen verbessert werden. Ein umfangreiches Maßnahmenpaket für 2021/2022 mit einem Gesamtvolumen von 16,2 Millionen Euro billigte der Stadtrat am Montag einstimmig. Vorgesehen ist auch eine kleine, aber wichtige neue Verbindung an der Südseite des Berliner Platzes. Hinter dem Faktor-Haus wird eine direkte Verbindung von der Adenauer-Brücke in die südlichen Stadtteile geschaffen.

Schienen noch aus 1970er Jahren

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„Damit müssen die Bahnen nicht mehr den Berliner Platz anfahren, was bei der Umleitungsplanung enorme Vorteile bringt“, sagte Baudezernent Alexander Thewalt. Dies ist deshalb so wichtig, weil die Straßenbahnen während des Abrisses der Hochstraße Nord jahrelang nicht mehr über die Schumacher-Brücke fahren können, sondern sich der gesamte rheinüberschreitende Verkehr auf die Adenauer-Brücke konzentriert.

„Aus leidvollen Erfahrungen während der Sperrung der Pilzhochstraße wissen wir, wie wichtig die neue Verbindung ist“, sagte Christian Schreider (SPD). „Es ist ein positiver Nebeneffekt des Abrisses, dass diese neue Straßenbahnstrecke nun wohl auch preisgünstiger ist“, ergänzte Hans-Uwe Daumann (Grüne im Rat).

Constanze Kraus (CDU) erkundigte sich nach der Machbarkeitsstudie für die Erweiterungen des Straßenbahnnetzes in die Pfingstweide sowie nach Mutterstadt und Neuhofen. „Der bisherige Trend geht in die richtige Richtung, aber wir haben noch keine endgültigen Ergebnisse“, antwortete der Beigeordnete. Gleiches gelte beim Thema neue Haltestellen für die Pesch-Siedlung. Rainer Metz (FWG) erwartet ebenfalls weitere Ideen für den Ausbau des Straßenbahnnetzes. „Mannheim ist uns in dem Punkt sehr weit voraus.“

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Einige Gleise, die nun ausgetauscht werden müssen, stammen teilweise noch aus den 1970er Jahren, wie etwa in der Sternstraße. Auch auf stark befahrenen Abschnitten wie im Friedenspark oder an der Lorientallee sind die Schienen nach 40 Jahren Dauerbelastung an ihrer Verschleißgrenze angekommen und zeigen erhebliche Ausplatzungen auf, so die Verwaltung.

Mit dem Investitionspaket werden Ladestationen für Nahverkehrsbusse mit Elektro- oder Wasserstoffantrieb installiert. 20 weitere Haltestellen erhalten elektronische Anzeigetafeln und teilweise neue Sitzbänke für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste. Damit sind aber nicht alle Wünsche der Fraktionen erledigt. Die SPD vermisste Investitionen für die unterirdische Haltestelle am Hauptbahnhof, die dringend erneuert und barrierefrei werden müsse.

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