Oppau - Ortsbeirat will klimatisch bedeutsame Fläche sichern Roßlache bald unter Schutz gestellt?

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Dirk Timmermann
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Die Roßlache, Blick Richtung Oppau, soll unter Schutz gestellt werden. © Keiper

Ludwigshafen. Mit einem Novum war die Sitzung des Oppauer Ortsbeirats verbunden: Erstmals trafen sich die Teilnehmer per Videokonferenz. So war auch Kirsten Pehlke von zuhause zugeschaltet, als Ortsvorsteher Frank Meier (SPD) die CDU-Politikerin zum neuen Ratsmitglied ernannte. Die 54-jährige Kreisvorsitzende der Frauenunion Ludwigshafen ersetzt Roman Bertram und hat dem Ortsbeirat bereits angehört. Inhaltlich nahmen die städtebauliche Entwicklung und der Schutz der Naturlandschaft im Ortsteil breiten Raum ein.

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Hanno Babelotzky von der Ludwigshafener Stadtbauplanung stellte sein Konzept zur „wohnumfeldverträglichen Innenentwicklung“ für Oppau und Edigheim vor. Eine sinnvolle Entwicklung der im Flächennutzungsplan vorgesehenen Flächen müsse vor allem nachhaltig und verträglich sein. Dies sei auch ein Ergebnis aus der Umfrage im „Stadtdörfer-Prozess“, bei dem die Bürger zu Zukunftsthemen interviewt wurden.

Parkraumdruck mindern

Drängende Themen sind demnach die Reduzierung des Parkraumdrucks und die Einhaltung von Mindeststandards beim Wohnraum, gerade mit Blick auf Monteurswohnungen. Babelotzky zufolge könnte künftig eine Grundflächenzahl passend zum Wohnumfeld festgelegt werden sowie ein Stellplatzschlüssel von anderthalb Plätzen pro Wohneinheit in Mehrfamilienhäusern. Einen entsprechenden Prüfauftrag für baurechtliche Steuerungsmöglichkeiten nahm der Ortsbeirat einstimmig an.

Seit längerem angedacht ist die Ausweisung eines Landschaftsschutzgebiets im Bereich der Roßlache. Schon 1999 habe sich der Stadtrat dafür ausgesprochen, die Fläche zwischen Willersinnweiher und nördlicher Bahnlinie zu erhalten, erklärte Umwelt-Bereichsleiter Rainer Ritthaler. Die Ziele der nun anvisierten Unterschutzstellung seien die Sicherung der Erholungslandschaft und des klimatisch bedeutsamen Raumes. Schließlich sorge die 214 Hektar große Roßlache für den Zufluss kühlerer Luft in die Innenstadt. Nachdem sich die Fraktionen noch einmal beraten, ist für Mai eine Abstimmung geplant. Es gilt als wahrscheinlich, dass dann der Startschuss für das weitere Verfahren erfolgt.

Klagen über Verschmutzung

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Um die Belange der Fahrradfahrer kümmern sich in Oppau Manfred Lauer und David Williams. Die „Radwegpaten“ vermittelten dem Ortsbeirat einen Einblick in ihr Tätigkeitsfeld. In ihrer Rolle als „Mängelmelder“ unterbreiten sie der Stadt sicherheitsrelevante Vorschläge, von denen einige umgesetzt wurden. Lauer hob die gute Zusammenarbeit mit Baudezernent Alexander Thewalt hervor. Die Ratsmitglieder äußerten Interesse daran, die Arbeit der Fahrradpaten verstärkt online zu begleiten. Eine Öffnung von Einbahnstraßen für Radfahrer wird hingegen kritisch gesehen.

Fraktionsübergreifend wurde über Verschmutzung im Ortsteil geklagt, etwa durch Abfälle an den Glascontainern am Bürgerhaus und Hundefäkalien. Helge Moritz (FWG) mahnte gegenüber dem Wirtschaftsbetrieb eine noch konsequentere Straßenreinigung an, hierfür sei ein einsehbarer Plan erforderlich. Zum neuen Ärztehaus soll im zweiten Quartal ein Gutachten präsentiert werden.