Umwelt - Startschuss für Kampagne „Müll nicht rum – #borg’s dir“ Pappbecher sind Geschichte

Von 
Julia Brinkmann
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Ludwigshafen. Wenn ein Student kommt, und einen Einwegbecher haben will, „dann hat er schlicht und ergreifend Pech“, sagt Andreas Schülke, Geschäftsführer des Studierendenwerks Vorderpfalz. In den Mensen und Caféterien an den Standorten in Ludwigshafen, Landau, Worms und Germersheim sind die Pappbecher seit September Geschichte. Es gibt nur noch Porzellantassen – und die Pfandbecher des Anbieters „ReCup“.

Kunst gegen den Einwegwahn: So viele To-Go-Becher verbrauchen die Deutschen in zehn Sekunden. © Brinkmann
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Das System funktioniert so: Die Becher können für einen Euro Pfand erworben werden. Ist das Heißgetränk ausgetrunken, kann der Kaffeetrinker den Becher entweder selbst spülen und wiederverwenden oder zurückgeben und das Pfand zurückbekommen. Johanna Perret von „ReCup“ erklärt: „Die meisten Leute haben einen Mehrwegbecher, der dann aber im Regal verstaubt. Das Ziel war, den Becher dahin zu bringen, wo man ihn wirklich braucht, nämlich ins Café, wo er genutzt wird.“ Auch einen passenden Deckel gibt es. Den müssen die Kaffeetrinker allerdings kaufen und daran denken, ihn mitzunehmen.

Das Studierendenwerk Vorderpfalz beteiligt sich zudem an der Kampagne „Müll nicht rum – #borg’s dir“ des rheinland-pfälzischen Umweltministeriums. Auf www.muellnichtrum.rlp.de informiert das Ministerium unter anderem über das bundesweite Abfallaufkommen und über Müllvermeidung. Eine Deutschlandkarte zeigt an, welche Cafés, Bäckereien und Tankstellen sich an Pfandsystemen für Heißgetränkebecher beteiligen.

Uneinheitliches Pfandsystem

Die Karte soll auch dabei helfen, sich im Dschungel der unterschiedlichen Mehrweginitiativen zu orientieren. In Ludwigshafen gibt es das „ReCup“-System beispielsweise an gerade einmal drei Standorten. Andere Kaffeeverkaufsstellen beteiligen sich an der Mannheimer Pfandbecher-Kampagne „Bleib deinem Becher treu!“ oder am „#BecherBonus“-Programm, bei dem der Kunde Rabatt bekommt, wenn er seinen eigenen Mehrwegbecher mitbringt. „Wir als Land haben keine Rechtsgrundlage, um zu sagen, ihr macht jetzt alle dieses oder jenes“, sagt Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne).

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In den Cafés und Mensen des Studierendenwerks Vorderpfalz wird das „ReCup“-System laut Andreas Schülke gut aufgenommen. Andere Studierendenwerke hätten die Sorge, dass der Kaffeeumsatz ohne Einwegbecher zurückgehen könnte. „Wir haben gesagt: Das ist uns egal, wir wollen das probieren. Und uns gibt der Mut Recht: Der Umsatz ist stabil geblieben und an einigen Standorten sogar gestiegen.“