Ruchheim - Fuß- und Radweg zwischen Bahnhaltestelle und Amazon-Gelände soll Mitte November fertig sein / Kritik an Provisorium Nur das Wetter kann noch stören

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Julian Eistetter
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Hier soll der neue Fuß- und Radweg zwischen Ruchheim und Amazon verlaufen. Ein Bagger ist mit Erdarbeiten zugange. © Keiper

Ludwigshafen. Es tut sich etwas rund um den Zubringer zur Autobahn 650 in Ruchheim. Zwischen dem westlichsten Ludwigshafener Stadtteil und dem Amazon-Logistikzentrum im Gewerbegebiet Am Römig sind die Arbeiten für die lange herbeigesehnte Wegverbindung aufgenommen worden. „Mit dem Bau des Rad- und Gehwegs entlang der L 524 im Bereich der Anschlussstelle Ruchheim wurde noch im September begonnen“, berichtet Manfred Borell, stellvertretender Dienststellenleiter des Landesbetriebs Mobilität (LBM) in Speyer, auf Anfrage. Der Weg könnte bereits Mitte November fertiggestellt sein, so Borell. „Wobei dies aber maßgeblich von der Witterung der nächsten Wochen abhängt.“

Vorgeschichte

  • Im vergangenen Winter wurden Probleme mit Amazon-Mitarbeitern gemeldet, die von der Haltestelle in Ruchheim zum Logistikzentrum im Gewerbegebiet Am Römig liefen.
  • Dabei mussten sie den Zubringer zur A 650 überqueren und entlang der viel befahrenen L 524 gehen.
  • Im Januar starteten Arbeiten für ein Provisorium, doch dieses wurde von Polizei und Autobahnamt verboten.
  • Anfang August hat der Landesbetrieb Mobilität (LBM) Speyer eine alternative Verbindung freigegeben.
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Die Situation für die Amazon-Mitarbeiter war in den vergangenen Monaten wiederholt ein großes Thema. Gerade in der dunklen Jahreszeit sorgten sie auf ihrem Weg von der Bahnhaltestelle zum Arbeitsplatz immer wieder für gefährliche Momente im Berufsverkehr. Auch deshalb, weil sich die Einrichtung eines vorübergehenden Weges immer mehr zur Posse entwickelte. Zunächst sollte ein Provisorium entlang der L 524 geschaffen werden, wofür auch schon die Arbeiten begonnen hatten. Dieses wurde dann jedoch kurz darauf verboten, weil die Fußgänger weiterhin den A 650-Zubringer hätten überqueren müssen. Der LBM hatte ein neues Provisorium im Anschluss ausgeschlossen, nur um Anfang August doch einen alternativen Weg über das Feld einzurichten und freizugeben.

„Keine ideale Situation“

Inwiefern die Route über die Wirtschaftswege von den Amazon-Mitarbeitern genutzt wird, ist dem LBM nicht bekannt. Auch Thorsten Schwindhammer, Sprecher des Logistikunternehmens, kann keine Angaben dazu machen, wie viele Kollegen das Provisorium annehmen. „Uns ist durch Mitarbeiterrückmeldungen aber bekannt, dass der provisorische Weg gerade bei schlechtem Wetter oder Dunkelheit natürlich keine ideale Situation darstellt“, berichtet der Sprecher von Problemen. Bei anhaltendem Regen würden sich auf dem teils erdigen Untergrund schlammige Pfützen bilden.

Damit die Fußgänger aus diesem Grund nicht trotzdem den verbotenen Weg entlang der viel befahrenen L 524 nehmen, hat der LBM die Polizei mit Kontrollen beauftragt. „Von der Polizei liegen Informationen vor, dass stichprobenartige Überprüfungen durchgeführt, jedoch keine statistischen Erhebungen über die Verstöße vorgenommen werden“, berichtet Manfred Borell. Bei Missachtung des Verbots drohen den Amazon-Mitarbeitern Bußgelder.

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Um das zu verhindern, informiere das Unternehmen die Belegschaft fortwährend, erklärt Schwindhammer. „Das machen wir in den Startmeetings, auf Mitarbeiterversammlungen und über Aushänge. Hier wurde den Mitarbeitern auch eindringlich nahegelegt, in der Übergangszeit den provisorischen Fußweg zu nutzen.“ Angesichts der schlechten Verhältnisse auf den Feldwegen begrüße Amazon jedoch sehr, dass nun die Arbeiten für den dauerhaften Fuß- und Radweg begonnen haben. „Im Sinne unserer Mitarbeiter blicken wir einer zeitnahen Fertigstellung entgegen“, so der Sprecher.

Verzögerung wegen Transport

Gleich zu Beginn der Arbeiten gab es jedoch erstmal eine Verzögerung, wie Manfred Borell mitteilt. „Ein Transport von Windrädern zum Windpark Lambsheim, der über die Anschlussstelle Ruchheim abgewickelt werden musste, ist nicht wie abgestimmt vor Beginn der Baumaßnahme, sondern in der ersten Bauwoche erfolgt“, ärgert er sich.

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Nach der Einrichtung der Baustelle und dem Aufbau der Verkehrssicherung sei nun mit den Erdarbeiten für den neuen Weg begonnen worden. „Parallel laufen die Arbeiten für das Versetzen der vorhandenen Ampelanlage“, sagt Borell. Wenn der Fuß- und Radweg fertig ist, müsse auch noch die Fahrbahn der L 524 in diesem Bereich erneuert werden.

Redaktion Reporter Region, Koordinator Neckar-Bergstraße und Ausbildungsredakteur