Spaßregatta - 15 Teilnehmer machen sich im Luitpoldhafen auf die Reise / Eisenbahn der Technischen Werke holt den Sieg Nicht alle erreichen das Land

Von 
Dieter Leder
Lesedauer: 
Marina aus dem Sparkassen-Team ging bei dem Wettbewerb über Bord. © Leder

Ludwigshafen. Das sechste Ludwigshafener Hafenfest endete am Sonntagmittag mit einer Regatta der besonderen Art. Unter der Motto „Alles was schwimmt, zählt!“ veranstaltete die Interessensgemeinschaft Ludwigshafen Süd die Spaßregatta im Luitpoldhafen, und die Besucher kamen in Strömen, so dass am Ufer kaum mehr ein Platz frei war. Dabei zählte nicht nur, was schwimmen kann, wie Mitorganisatorin Bettina Heller erläutert: „Wer absäuft, hat für viel Spaß gesorgt.“

Hafenfest Ludwigshafen Spaßregatta: "Alles, was schwimmt, zählt!"

Veröffentlicht
Bilder in Galerie
10
Mehr erfahren

15 Teilnehmer

AdUnit urban-intext1

Es ging um Originalität, Arbeitsaufwand, Aktualität und Darbietung, und da hatten sich die 15 Teilnehmer einiges einfallen lassen. Das THW stürzte sich auf 50 Jahre Mondlandung, der Karnevalsverein Rheinschanze startete unter dem Motto „Hauptsache es schwimmt“, die Stadtmission Ludwigshafen hatte erst vor zwei Tagen angefangen ein Boot zu bauen, die Sparkasse Ludwigshafen startete mit hunderten roten Quietsche-Enten, der CDU Ortsverband war dabei, die Jugendgruppe des Alpenvereins hat sogar erst am Vortag ein Boot gebaut, die Technischen Werke Ludwigshafen waren mit einer Lok und echtem Dampf auf dem Wasser, die Junge Union hatte sich als Letzter bei der echten Regatta nicht den Mut nehmen lassen, bei der Spaßregatta nochmals anzutreten.

Und mit auf dem Wasser war ein echtes Märchen, Schneewittchen und die sieben Zwerge – mit Ortsvorsteher Christoph Heller als Stiefmutter schwarz verkleidet auf dem Boot, während seine Tochter im roten Kleid als Schneewittchen in den Apfel biss und wie im Märchen vorgegeben bildlich starb. Wobei die Meinungen hier auseinander gingen, ob Stiefmutter oder Schwiegermutter, Moderatorin Bettina Heller jedenfalls hatte die Lacher auf ihrer Seite, als sie ihren Fehler bemerkte.

„Es ist ein Märchen“, wie Bettina Heller moderierte. So begann die Regatta, und so entwickelte sie sich auch. Es war ein Märchen, ein lustiges Märchen, und für alle Beteiligten ein nasses Märchen. „Die Besucher wollen ihren Spaß und die Leute auf den Booten auch“, so Bettina Heller noch vor der Regatta. Und alle hatten ihren Spaß, besonders bei dem Wetter: „Wir hatten noch nie Pech mit dem Wetter“, berichtet sie.

AdUnit urban-intext2

Nass spritzen, entern, versenken, rammen, entführen, klauen. . . der Fantasie waren auf dem Wasser so wenig Grenzen gesetzt wie beim Bauen der Boote. Da blieb nichts trocken, und für Verwunderung sorgten diejenigen, die am Ende wieder das Land erreichten. Marina vom Sparkassen-Boot hatte die Schnauze voll, als sie bei einem Angriff über Bord ging und an Land schwamm: „Es hat mir gereicht, ich hab zu viel Wasser abbekommen.“ Ob sie nächsten Mal wieder dabei sein wird, wollte sie erst nach dem Trocknen sagen.

Boote gingen unter

Einige Boote gingen unter, da hat die Konstruktion nicht das gehalten, was die Konstrukteure sich ausgedacht haben: „Wir hatten zwei Boote“, wie Kapitän Tom am Ende berichtete, „ein Badewannenboot und nach dem Kentern ein U-Boot.“ Da war das Boot der Technischen Werke Ludwigshafen schon besser gebaut, wie Matrose Elias voller Stolz nach dem Rennen preisgab: „Fast von jedem Boot haben wir ein Trophäe.“ Sein Kapitän war TWL-Vorstandsmitglied Thomas Mösch, der das positive Abschneiden seines Teams sachlich sah: „Wir haben die Defizite des Vorjahres analysiert und umgesetzt.“

AdUnit urban-intext3

Auf dem CDU-Boot saßen die beiden Stadträte Rebecca Bild und Ulrich Sommer, wobei Rebecca Bild die Idee mit den Entchen und Bällen „schnuckelig“ fand. Sie war die Frauenquote im CDU-Boot und das erste Mal dabei: „Das war schon familiär“, wie sich berichtete. Und: „Wir haben echte Fische im Wasser gesehen“, erzählte sie beim Abtrocknen dieser Zeitung. Warum sie nass wurde: „Frauen und Kinder gehen immer als erstes über Bord.“ Und nächstes Jahr sind sie wieder dabei, da soll der Bundestag schwimmen gehen.

AdUnit urban-intext4

Das THW wurde Zweiter, das Boot der Technischen Werke Ludwigshafen überzeugte die Jury in allen Punkten am meisten, weshalb das Team die Spaßregatta gewann: „Die Eisenbahn war gigantisch, die hat richtig geraucht auf dem Wasser“, so der Bericht der Jury.

Doch gewonnen hat in Wirklichkeit ein anderer: Ortsvorsteher Christoph Heller war der stolzeste Pirat des Tages, er kam mit der Fahne des Bootes des Karnevalvereins Rheinschanze wieder an Land und konnte seine Glück kaum fassen. „Das kostet die richtig viel, wenn die ihre Fahne wieder zurückhaben wollen.“ Er meinte damit Flüssiges, nicht das Rheinwasser des Luitpoldhafens, sondern Flüssiges für die Kehle. „Die nächste Karnevalsaison kommt bald, dann reden wir weiter.“

Info: Fotostrecke unter www.morgenweb.de/ludwigshafen

Mehr zum Thema

Insellauf Team „Atemlos“ hat am meisten Puste

Veröffentlicht
Von
Dirk Timmermann
Mehr erfahren

Hafenfest Ludwigshafen Spaßregatta: "Alles, was schwimmt, zählt!"

Veröffentlicht
Bilder in Galerie
10
Mehr erfahren