Kandidatin zur Landtagswahl - Anke Simon (SPD) fordert mehr Ganztagsschulen und Polizisten in Ludwigshafen „Nahverkehr weiter ausbauen“

Von 
Thomas Schrott
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Die Blies zählt zu den Lieblingsorten der Mundenheimer Ortsvorsteherin Anke Simon (SPD). © Thomas Rittelmann

Ludwigshafen. Die SPD-Landtagsabgeordnete Anke Simon (57) aus Mundenheim kandiert erneut im Wahlkreis 36. Alle zugelassenen Bewerber stellen wir anhand eines einheitlichen Fragebogens vor.

Politische Fragen

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Frau Simon, welche inhaltlichen Schwerpunkte wollen Sie setzen, wenn Sie in den Landtag gewählt würden?

Ortsvorsteherin seit 2004

  • Anke Simon (57) wurde in Frankenthal geboren, wohnt seit ihrem 13. Lebensjahr in Ludwigshafen und ist ausgebildete Bankkauffrau.
  • Sie ist seit 2004 Ortsvorsteherin in Mundenheim. In diesem Amt wurde sie bereits dreimal wiedergewählt.
  • Simon trat 1993 in die SPD ein. Seit 2004 gehört sie dem Stadtrat an. Seit 2011 ist sie Landtagsabgeordnete.
  • Die Mundenheimerin ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Anke Simon: Seit 2011 bin ich im Landtag und habe dort als verbraucherpolitische- und familienpolitische Sprecherin beide Querschnittsthemen für meine Fraktion vertreten. Dies möchte ich gerne weiter tun. Ansonsten bei allen Themen, die städtische Sicht mit einbringen.

Für welche Projekte in Ludwigshafen wollen Sie sich einsetzen?

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Simon: In erster Linie bin ich Abgeordnete für Ludwigshafen und werde dringende Themen wie Finanzierung der Hochstraßen, des öffentlichen Nahverkehrs und bezahlbarer Wohnraum vorantreiben. Im neuen Nahverkehrsgesetz wurden die Forderungen aus Ludwigshafen umgesetzt, dass dies künftig eine Pflichtaufgabe ist und somit nicht mehr auf der Kürzungsliste stehen kann. Gemeinsam erarbeiten die Kommunen mit dem Land den Bedarf. Für Ludwigshafen müssen die neuen Linien nach Mutterstadt, Pfingstweide und Neuhofen mit in diesen Plan. Zudem brauchen wir ein gut ausgebautes Radwegenetz, um Alternativen für das Auto attraktiv zu machen. Natürlich sind mir als familienpolitische Sprecherin die Schulen und Kitas wichtig. Der Ausbau der Ganztagsschulen in Angebotsform muss weitergehen. Unsere Hochschule hat mit dem Studiengang Hebammenwesen ein neues Angebot, das sehr gut in die Gesundheitslandschaft der Stadt passt. Ich möchte insgesamt die Pflege in allen Bereichen unterstützen. Zudem setze ich mich für mehr Polizistinnen und Polizisten in Ludwigshafen ein, damit die Überstunden abgebaut werden können. Das sollte beim neuen Präsidium mitgedacht werden.

Wo hat die Landesregierung in der Vergangenheit zu wenig gemacht?

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Simon: Für unsere Stadt müssen wir das Thema Altschulden lösen. Leider hat das die CDU auf Bundesebene verhindert. Das Land hat schon einiges auf den Weg gebracht, aber für Ludwigshafen reicht das nicht – hier möchte ich weiterkämpfen.

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Was sind für Sie die wichtigsten Entscheidungen, die in der kommenden Legislaturperiode im Landtag anstehen?

Simon: Die SPD will, dass Rheinland-Pfalz bis 2040 klimaneutral ist. Unser Anspruch ist auch, dass die Arbeitnehmer und Menschen mit kleinem Einkommen bei diesem Prozess mitgenommen werden. Die Digitalisierung hilft dabei, sei es in der Industrie, im Gesundheitswesen, in der Verwaltung oder auch in der Landwirtschaft sowie beim Ausbau des Nahverkehrs. Dazu ist es vor allem notwendig, unsere Kinder mit guter Bildung dafür fit zu machen.

Warum sind Sie Parteimitglied geworden?

Simon: Weil ich die Grundwerte der SPD wie soziale Gerechtigkeit, Solidarität und Bildung mit ganzem Herzen vertrete. Die Menschen sollen unterstützt werden, um ihren eigenen Weg gehen zu können.

Inwieweit verändert die Corona-Pandemie ihren Wahlkampf?

Simon: Da der persönliche Kontakt für mich elementar ist, muss ich mich sehr umstellen. Das vermisse ich. Ich denke, dass Social Media dies auch nicht ersetzen kann. Allerdings bin ich darum froh, denn vor Jahren wäre das noch nicht möglich gewesen. Ansonsten bleiben Druckschriften und Plakate, da ich ja nicht andere und mich gefährden will.

Private Fragen

Was schätzen Sie an Ludwigshafen beziehungsweise den Ludwigshafenern?

Simon: Die Vielfalt von Industrie, Bildung, Kultur, Sport sowie Parks und die herzliche Art der Menschen.

Wo kann und sollte Ludwigshafen noch besser werden?

Simon: In der Innenstadt können wir das novellierte Gesetz für die lokalen Entwicklungs- und Aufwertungsprojekte anwenden. Es ermöglicht, gemeinsam mit den Immobilien-Eigentümern, Einzelhändlern, Gewerbetreibenden und der Stadt kreative Ideen zur Belebung einzelner Quartiere in einem finanziell fest vereinbarten Rahmen zu entwickeln. Bei den Sanierungen und der Ausstattung der Schulen müssen wir schneller werden. Die Sauberkeit ist Dauerthema, auch in den Stadtteilen. Die Straßenreinigung und die Mülldetektive werden das noch stärker angehen. Hier könnten höhere Geldstrafen bei erwischten Müllsündern abschreckend wirken.

Welcher ist Ihr Lieblingsort in der Stadt?

Simon: Es gibt für mich nicht den einzigen Lieblingsort: von Parks über Biergärten, den Hack-Garten bis Cinema Paradiso ist alles dabei.

Wie können Sie am besten entspannen?

Simon: Bei einem sonnigen Spaziergang mit meinem Mann am Rhein.

Wer ist Ihr (politisches) Vorbild?

Simon: Regina Hildebrandt.

Wie lautet Ihr Lebensmotto?

Simon: Liebe die Menschen und versuche, sie so zu akzeptieren, wie sie sind.

Redaktion MM-Redakteur seit 1984, zuständig für den Bereich Ludwigshafen - mit all seinen Facetten