Ludwigshafen: Grundschulkinder lernen ab Montag in zwei Zeitblöcken

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Sophia Gehr
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Ab kommenden Montag geht es wieder los. Dann kehren die Grundschüler in Ludwigshafen wieder in ihre Klassenzimmer zurück. © dpa

Ludwigshafen. Gabriela Eckhartt-Mittendrein steht jeden Morgen vor Beginn der Notbetreuung am Schultor und begrüßt die Kinder. Dabei hat die Leiterin der Albert-Schweitzer-Grundschule in Ludwigshafen vor allem eines im Blick: Wer hat seine Maske vergessen oder wer trägt vielleicht einen schmutzigen Mund-Nasen-Schutz vom Vortag? „Diejenigen bekommen dann von mir eine frische Stoffmaske“, erzählt Eckhartt-Mittendrein im Gespräch mit dieser Redaktion. Zum Start des Wechselunterrichts an Grundschulen in Rheinland-Pfalz am kommenden Montag will sie diese Tradition fortführen.

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Der Förderverein der Schule habe nach den Sommerferien eine große Menge an Alltagsmasken gespendet, berichtet Eckhartt-Mittendrein. Hinzu kommt eine Lieferung des Bildungsministeriums Rheinland-Pfalz von insgesamt 250 000 FFP2-Masken und von einer Million medizinischer OP-Masken an alle Schulen im Land. Für die Verteilung an die einzelnen Einrichtungen in Ludwigshafen sei die Stadt zuständig gewesen, so eine Sprecherin auf Nachfrage. Die Maskenpflicht im Unterricht gilt für Grundschülerinnen und -schüler in Rheinland-Pfalz bereits seit 14. Dezember. „Daran haben sich die Kinder in der Notbetreuung aber schnell gewöhnt“, sagt auch Barbara Mächtle, Schulleiterin der Gräfenau-Grundschule.

Ab Montag soll jede Schülerin und jeder Schüler der Gräfenau-schule zwei bis drei Stunden lang in Präsenz unterrichtet werden. „Da wir viele Grundschulkinder mit Migrationshintergrund haben, hat der Wechselunterricht bereits im Sommer so am besten geklappt“, berichtet Mächtle. Besonders sprachliche Defizite hätten durch den Fernunterricht enorm zugenommen. Insgesamt 430 Jungen und Mädchen besuchen die Gräfenauschule.

In den Pausen wird desinfiziert

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Klassen, in denen der Mindestabstand von eineinhalb Metern nicht eingehalten werden kann, werden ab kommender Woche in Gruppen aufgeteilt und abwechselnd daheim und in der Schule unterrichtet. Die Einteilung der Schülerinnen und Schüler übernehmen in der Gräfenau-Grundschule sowie in der Albert-Schweitzer-Grundschule die jeweiligen Klassenlehrerinnen und -lehrer. Diese entscheiden dann, ob sie lieber Gruppen auf ähnlichem Leistungsniveau bilden oder durchmischen.

Die Kinder der ersten bis vierten Klassen erscheinen dann in zwei Zeitblöcken. „Zwischen den beiden Präsenz-Phasen wird gelüftet und desinfiziert“, sagt Eckhartt-Mittendrein. Die Stadtverwaltung habe die Ludwigshafener Schulen mit Desinfektionsspendern und Desinfektionsmitteln ausgestattet, so die Stadtsprecherin.

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Ein Problem sieht Schulleiterin Mächtle jedoch im angeordneten Lüften. Laut Hygieneplan des Bildungsministeriums sollen vor Unterrichtsbeginn, alle 20 Minuten während des Unterrichts sowie in den Pausen die Fenster geöffnet werden. „Da ist die Temperatur in den Räumen der Notbetreuung vergangene Woche schnell mal auf 15 Grad gefallen“, berichtet Mächtle. Für Eckhartt-Mittendrein ist die größte Herausforderung, neben dem Präsenzunterricht auch weiterhin die Notbetreuung am Laufen zu halten. Denn: „Wenn ein Kind Anspruch auf Notbetreuung hat, weil beispielsweise die Eltern berufstätig sind, können wir es ja nicht nach zwei Stunden Unterricht nach Hause schicken“, so die Schulleiterin.

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„Es darf niemand ausfallen“

Gleichzeitig dürften die verschiedenen Klassen-Gruppen in der anschließenden Notbetreuung auch nicht vermischt werden. „Aktuell haben wir dafür genug Personal“, sagt Eckhartt-Mittendrein. „Es darf nur niemand ausfallen.“ In der Albert-Schweitzer-Schule werden für kommende Woche mehr als 50 von 244 Schülerinnen und Schüler in der Notbetreuung erwartet. Und auch in der Gräfenau-Grundschule stieg die Zahl der zu betreuenden Kinder zuletzt auf rund 90 an.

In Rheinland-Pfalz gilt anders als unter anderem in Baden-Württemberg eine Präsenzpflicht für den Wechselunterricht, die von einigen Eltern kritisiert wird. „Wir hätten uns gewünscht, dass die Eltern bei einem bestehenden Risiko im Familienkreis ihr Kind zuhause lassen können“, sagt Reiner Schladweiler, Landeselternsprecher für Rheinland-Pfalz, auf Nachfrage.

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