Corona Ludwigshafen: Ausgangssperre bleibt vorerst bestehen

Von 
Thomas Schrott
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Am Montag wurden erneut Coronatests in der Oggersheimer Asylunterkunft gemacht, am Mittwoch und Freitag sollen weitere Untersuchungen folgen. Unser Bild entstand in der Infektionsambulanz des Klinikums. © Klinikum

Ludwigshafen. Während die Inzidenzen weiter zurückgehen, steigt die Zahl der Mutanten. In Ludwigshafen und dem Rhein-Pfalz-Kreis sind mittlerweile 15 Menschen mit Corona-Mutationen infiziert worden, erklärte am Montag Matthias Bauer, Direktor des Instituts für Labordiagnostik, Hygiene und Transfusionsmedizin am Klinikum Ludwigshafen. Nähere Angaben zu den Betroffenen sowie zur Verteilung auf Stadt und Landkreis machte er nicht. In den meisten Fällen handle es sich wahrscheinlich um die britische Mutationsvariante.

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Ob Ludwigshafen der Entscheidung in Baden-Württemberg folgt und die nächtliche Ausgangsbeschränkung aufhebt, ist unklar. „Die Krankenhäuser in der Stadt haben darum gebeten, die bestehende Allgemeinverfügung vorerst nicht zu ändern“, sagte Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD). Dort beginne langsam eine Phase der Entspannung. „Die Kliniken brauchen eine Atempause.“ Die Rathauschefin erinnerte daran, dass Intensivbetten auch für Nicht-Covid-Patienten gebraucht würden. Wegen fehlender Kapazitäten mussten Patienten noch in der vergangenen Woche in weit entfernte Krankenhäuser verlegt werden.

„Bei den Corona-Beschränkungen wollen wir keine Alleingänge machen, sondern uns mit den umliegenden Gebietskörperschaften wie dem Rhein-Pfalz-Kreis und den Städten Frankenthal und Speyer abstimmen“, plädiert Steinruck für eine einheitliche Regelung. Sie bat den Landrat Clemens Körner (CDU) nachdrücklich darum, eine Telefonkonferenz dazu einzuberufen. Bei der Beurteilung würden die weiteren Testergebnisse aus der Asylunterkunft sowie das Urteil des baden-württembergischen Verwaltungsgerichtshofs einbezogen, wonach im benachbarten Bundesland die nächtliche Ausgangssperre gekippt wurde.

In Ludwigshafen wurde bislang bei einem Bewohner der Asylunterkunft in Oggersheim eine Corona-Mutante festgestellt. Der Mann ist laut Bauer mittlerweile symptomfrei und wurde an eine andere Unterkunft verlegt. Ein Mitbewohner, dessen Corona-Test am Freitag negativ ausgefallen war, habe nun Symptome wie Fieber gezeigt. Dieser habe sich geweigert, in ein Krankenhaus zu gehen, und werde nun ebenfalls separat untergebracht.

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Die Massentests in der Asylunterkunft wurden am Montag fortgesetzt. Die Ergebnisse sollen am Dienstag vorliegen. Bei den Tests am Freitag wurden indes längst nicht von allen 157 gemeldeten Bewohnern Abstriche gemacht. „55 wurden nicht getestet, wohl aber 13 Besucher“, sagte Sozialdezernentin Beate Steeg. Nach ihren Angaben sind zumindest 20 Asylbewerber nicht in die Unterkunft zurückgekehrt. „Einige sind wohl zu Freunden gezogen“, so die Beigeordnete. Dies werde die Verwaltung nun genauer untersuchen. Andere seien nicht bereit gewesen, sich testen zu lassen. Zwei psychisch kranke Bewohner, die die Abstrichaktion am Freitag gestört hatten, wurden vom Krankenhaus Zum Guten Hirten stationär aufgenommen. Das Reinigungskonzept in der Unterkunft werde neu ausgerichtet, sagte Steeg weiter.

Nach der CDU fordert auch die FDP die Oberbürgermeisterin auf, die nächtliche Ausgangssperre für Ludwigshafen wegen der rückläufigen Inzidenzen aufzuheben. Diese sei eine drastische Freiheitseinschränkung, die gut begründet und auch befristet sein müsse. Ein wahrscheinlich gehäuftes Auftreten mutierter Virusformen sei nicht ausreichend dafür, die Ausgangssperre aufrecht zu erhalten.

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