Personalie - Nach schwerer Erkrankung geht Ludwigshafener Baudezernent zum 1. Februar vorzeitig in Ruhestand Klaus Dillinger gibt Amt auf

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Bernhard Zinke
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Ein Foto von Klaus Dillinger (l.) aus dem Jahr 2019. Hier übergibt Dillinger die Patenschaftsurkunde für das begrünte Gelände an der Maudacher Straße an Klaus Eisele. © Stadtverwaltung

Ludwigshafen. Er hatte in den vergangenen Wochen versucht, sein Arbeitspensum langsam wieder aufzunehmen. Doch die Gesundheit zeigte ihm die Grenzen auf. Und so hat der Ludwigshafener Baudezernent Klaus Dillinger entschieden, sein Amt zum 1. Februar aufzugeben. Dies meldete am Dienstag die Stadt Ludwigshafen. Der Stadtrat wird in seiner nächsten Sitzung am 27. Januar über die Nachfolgeregelung für den 59-jährigen CDU-Politiker entscheiden.

Ludwigshafener Eigengewächs



Klaus Dillinger ist seit 1987 bei der Stadt Ludwigshafen.

Stationen waren unter anderem das Stadtplanungsamt und die Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft, deren Geschäftsführung er 2003 übernahm. Seit Juni 2010 ist er Baudezernent und Chef von rund 1180 Mitarbeitern.

In seine Amtszeit fallen der Stadtumbau mit der Öffnung zum Rhein sowie Gewerbeansiedlungen wie die Vögele AG. bjz (Bild Proßwitz)

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Der Diplom-Ingenieur für Raum- und Umweltplanung leitet seit 2010 das Dezernat für Bau, Umwelt, Verkehr und Wirtschaftsbetrieb. Außerdem ist er Geschäftsführer der Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft. Im vergangenen Sommer erkrankte Dillinger so schwer, dass er seither nicht mehr seiner Arbeit nachgehen konnte.

Hohe Fachkompetenz

„Ich habe große Achtung vor der Entscheidung von Herrn Dillinger“, würdigte Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD) den Entschluss ihres Kollegen. Es gebe manchmal Situationen oder Ereignisse in einem Berufsleben, die bei aller Hektik, aller Schnelllebigkeit und allem Alltagsstress zwängen, inne zu halten und an das zu erinnern, was wirklich wichtig ist im Leben: Gesundheit und Familie. „Im Namen des gesamten Stadtvorstandes wünsche ich unserem Kollegen Klaus Dillinger von ganzem Herzen baldige und gänzliche Genesung und alles Gute für die Zukunft. Wir im Stadtvorstand werden ihn mit seiner hohen Fachkompetenz, seinem Fleiß und seinem trockenen Humor in unserer Runde vermissen“, so Steinruck, die Dillinger auch im Namen des Personalrats und der Mitarbeiter für die menschlich angenehme und freundliche Art der Zusammenarbeit über alle Hierarchie- und Parteigrenzen hinweg dankte. Auch die Parteien würdigten Dillinger und sein Wirken. Die CDU bedauerte den Amtsverzicht des Parteifreundes, zollte seiner Entscheidung gleichwohl Respekt. Gerade angesichts seiner Versuche, wieder sein Arbeitspensum aufzunehmen, habe man volles Verständnis für die persönliche Entscheidung. „Wir danken Klaus Dillinger für seine jahrelange Arbeit in einem nicht immer einfachen Amt. Er hat dabei großen Einsatz und großes Engagement gezeigt. Er hat sich immer den kritischen politischen Diskussionen gestellt und nicht weggeduckt. Auch das verdient unsere Anerkennung“, sagte Fraktionsschef Peter Uebel.

Respekt zollte auch die SPD, verbunden mit den Wünschen, dass Dillinger wieder vollständig genese. „Auch wenn wir nicht immer in allen Fragen einer Meinung waren, hat er sich mit ganzem Einsatz den schwierigen Aufgaben im Bau-, Verkehr- und Umweltbereich zum Wohle der Stadt Ludwigshafen gewidmet. Dafür gilt ihm unser Dank“, würdigte SPD-Fraktionschef David Guthier die Leistung Dillingers.

Überlegungen zur Nachfolge

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Gleichwohl haben die Überlegungen für die Nachfolgeregelung des Baudezernenten begonnen. Sowohl CDU als auch SPD drängen auf eine schnelle Neubesetzung. Der Job ist ein politisches Amt. Doch beide großen Parteien stellen das Parteibuch klar hinter die fachliche Komptenz. Guthier umreißt schon einmal das Stellenprofil: ein Mann oder eine Frau mit Führungserfahrung. Der Kandidat müsse die Aufgaben und Strukturen kommunaler Verwaltungen kennen, fachliche Expertise im Bau- und Verkehrsbereich mitbringen und wissen, wie wichtig Klima- und Umweltschutz für die Lebensqualität in der Stadt seien. „Der fachlich Beste wird’s. Ich werde auch sicher niemanden zum Umweltdezernenten wählen, der den Klimawandel leugnet“, machte Guthier klar.

Sein CDU-Amtskollege Peter Uebel sieht dies genauso: Fachkompetenz vor Parteibuch. Absprachen über mögliche Kandidaten in der Partei und über Parteigrenzen hinweg seien die Aufgabe der nächsten Wochen, so Uebel: „Wir wollen einen breiten Konsens.“

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Dass der Job zu den anspruchsvollsten in der gesamten Metropolregion gehört, stellen beide Fraktionsvorsitzenden gar nicht in Abrede. Sie sehen aber vor allem die großen Chancen: Dem künftigen Baudezernenten böten sich jede Menge Möglichkeiten, die Stadt, ihr Aussehen und ihre Mobilität für die Zukunft entscheidend mitzugestalten.

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Bernhard Zinke
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Autor Stellvertretender Leiter der Redaktion Mannheim und die Region