Coronavirus - Kritik an Zick-Zack-Kurs / Inzidenz bei 51,7 Grüne gegen „Alleingang“

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Julian Eistetter
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Ludwigshafen. Die Ludwigshafener Grünen haben mit Erstaunen auf die Aufhebung der Allgemeinverfügung im Zusammenhang mit der Corona-Bekämpfung reagiert. Insbesondere, dass „wenige Tage vorher nach einem ersten Nachweis einer Virus-Mutation noch eine Verschärfung der Maßnahmen angekündigt wurde“, heißt es in einer Mitteilung. Die Aufhebung sei mit einem Rückgang der Inzidenz begründet worden. „Aber trotz des Rückgangs liegen wir immer noch über der Inzidenzzahl von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner, die allgemein von den Gesundheitsämtern als Maximalwert angesehen wird, um die Nachverfolgung aller Kontaktpersonen zu gewährleisten“, so Vorstandssprecher Konstantin Fröhlich. Am Mittwoch lag die Inzidenz laut Landesuntersuchungsamt noch bei 51,7.

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Sprecherin Tenko Bauer kritisierte zudem, dass im Vorfeld der Entscheidung entgegen der Ankündigung keine Abstimmung mit dem Rhein-Pfalz-Kreis, Speyer und Frankenthal erfolgt sei. „Es bringt nichts, im Alleingang Maßnahmen zu lockern und somit erneut das Risiko einzugehen, dass sich Lockerungen in einem Kreis negativ auf das Infektionsgeschehen in umliegenden Kreisen auswirken.“ Es müsse ein Ende des Zick-Zack-Kurses geben. „Es ist niemandem vermittelbar, wie die Stadtspitze innerhalb von fünf Tagen erst den 15-Kilometer-Bewegungsradius einführen will, am Montag noch vor zu schnellen Lockerungen aufgrund der Lage in den Krankenhäusern warnt und dann abrupt sämtliche Maßnahmen der Stadt fallen lässt.“ Künftig sollten Maßnahmen ohne Hektik und in Absprache mit umliegenden Gebietskörperschaften abgestimmt werden.

„Fast-Katastrophe“ mit Ansage

Kritik an der Verwaltung äußert auch die Stadtratsfraktion der Linken. Die Quarantäne für die Flüchtlingsunterkunft in der Mannheimer Straße nach dem Nachweis einer Virus-Mutation sei eine „Fast-Katastrophe mit Ankündigung“, heißt es in einer Mitteilung. „Obgleich die Stadt im letzten Frühjahr und Sommer von gesellschaftlichen Initiativen mehrmals dazu aufgefordert wurde, solche Massenunterkünfte zu entzerren und kleine Gruppen zu bilden, wurde rein gar nichts unternommen“, so die Linke mit Blick auf einen ersten Corona-Ausbruch in der Einrichtung im Frühjahr 2020.

Das Geld, das nun für Sicherheitsdienst und Verpflegung ausgegeben werde, hätte in alternative Unterkünfte, etwa in Hotels, investiert werden sollen, so die Linksfraktion. „Wirklicher Schutz geht nur mit dezentraler Unterbringung.“

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Redaktion Reporter Region, Koordinator Neckar-Bergstraße und Ausbildungsredakteur