Justiz - Prozessauftakt gegen 23-jährigen Ludwigshafener vor dem Frankenthaler Landgericht / Waffen in Zugriffsnähe Drogenlabor in Partykeller betrieben?

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Julian Eistetter
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Symbolbild © dpa

Ludwigshafen. Es geht um einen 23 Jahre alten Mann, haufenweise Betäubungsmittel und Waffen: Am Dienstag hat vor dem Frankenthaler Landgericht der Prozess gegen einen Ludwigshafener begonnen, der in der Chemiestadt mit Drogen in nicht geringer Menge gehandelt haben soll. Die Staatsanwaltschaft wirft dem jungen Mann mit dem kurzrasierten Haar und der Brille unter anderem vor, gemeinsam mit drei gesondert verfolgten Komplizen in Ludwigshafen ein Drogenlabor betrieben zu haben.

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„Der Angeklagte und die drei Mittäter haben Chemikalien wie Schwefelsäure und Methanol sowie Amphetaminbase beschafft“, trägt Staatsanwältin Christina Pasedach beim Prozessauftakt vor, bei dem nur die Anklageschrift verlesen wurde. In einem Partykeller in Ludwigshafen sollen die Männer den Kristallisationsprozess zur Herstellung von Amphetamin in Gang gesetzt haben. „Insgesamt wurden dort in der Zeit vor dem 15. Dezember mindestens 1,2 Kilogramm Amphetamin hergestellt“, so Pasedach. Als die Polizei die Räume durchsuchte, wurden zehn Liter Methanol, rund sechs Liter Schwefelsäure und ein Liter Amphetaminbase sichergestellt. „Die Produktion war für den Verkauf bestimmt“, sagt die Staatsanwältin. In Spielautomaten fanden die Ermittler zudem mehr als 2000 Ecstasy-Tabletten, 170 Gramm Marihuana, 680 Gramm Haschisch und 400 Gramm der Partydroge MDMA.

Auch in seiner Wohnung in der Saarlandstraße soll der 23-Jährige zu mehreren Zeitpunkten Drogen zum Weiterverkauf – und teilweise zum Eigenkonsum – aufbewahrt haben. Die Rede ist von weiteren 3600 Ecstasy-Tabletten, 400 Gramm Amphetamin sowie kleineren Mengen Marihuana, Haschisch, Kokain, MDMA und LSD. In Zugriffsnähe sollen ein Teleskopschlagstock, eine Schreckschusspistole und ein Messer gelegen haben, weshalb der 23-Jährige wegen bewaffneten Drogenhandels angeklagt ist.

Ein Sachverständiger soll im Laufe der Hauptverhandlung herausfinden, inwieweit bei dem Angeklagten eine Drogenabhängigkeit vorliegt, kündigt der Vorsitzende Richter Karsten Sauermilch an. Demnach stehe für den 23-Jährigen eine Unterbringung in einer Entziehungsanstalt im Raum. Der Prozess wird am 18. Juni, 10 Uhr, fortgesetzt.

Redaktion Reporter Region, Koordinator Neckar-Bergstraße und Ausbildungsredakteur