Bildung: Sozialausschuss berät über finanzielle Zukunft der Lehranstalt und über "Kompetenzzentrum Senioren" Dramatische Personal-Engpässe bei Volkshochschule

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"Wir sind in einer sehr prekären Situation" - Hedi Kiefer schilderte dem Sozialausschuss die Lage der Volkshochschule (VHS) als dramatisch. Seit 2003 habe die Zahl der Unterrichtseinheiten mit dem Interesse der Bevölkerung um 47 Prozent zugenommen, gleichzeitig verringerte sich das Personal um 24 Prozent.

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Auch die Höhe der Zuschüsse habe stark abgenommen. Die Folge seien dauerhaft Überstunden für die verbliebenen elf Mitarbeiter. "Wir können mittlerweile Krankheitsfälle nicht mehr kompensieren", berichtete Kiefer, "wenn jemand krank wurde, mussten wir schon tageweise schließen. Auch die Dozenten bekommen oft nicht rechtzeitig ihr Geld wegen des Personalmangels."

Die von der VHS selbst betriebenen Sparmaßnahmen seien inzwischen ausgereizt. Kiefer forderte eine möglichst rasche Aufstockung des Personals, den Wegfall der neunmonatigen Neubesetzungssperre und regte eine Erweiterung der VHS-Angebote auf die Stadtteile an. Die Fraktionen im Ausschuss waren einhellig der Meinung, dass es sich bei der VHS-Entwicklung seit 2003 um eine "Erfolgsgeschichte" handele. "Man muss weitere Tätigkeitsfelder finden, die sich refinanzieren", so Dezernent Wolfgang van Vliet.

Einstimmig beschlossen die Fraktionen, dass in einem Flachanbau des Seniorenwohnhauses "Heny-Roos" in der Benckiserstraße ein "Kompetenzzentrum für Senioren" eingerichtet werden soll. Das bereits bestehende "Café Klick" mit Internet für Ältere soll darin integriert werden. In einer neuen Caféteria, Werkstätten und Räumen können Senioren weitere Möglichkeiten bekommen, Kontakte zu pflegen, Mitmachangebote wie Radio und Theater wahrzunehmen und ihr Wissen an Jüngere etwa in Handarbeiten oder Hausaufgabenbetreuung weiterzugeben. Die Gesamtkosten des Modellprojekts von 165 000 Euro für die nächsten sechs Jahre habe das Land bereits zugesichert, so eine Vertreterin der Stadt. hoe