Gleichberechtigung - Rund 100 Frauen tauschen sich bei „(F)empower-Fest“ aus / Programm findet komplett online statt Diskutieren, lernen, tanzen

Von 
Katja Geiler
Lesedauer: 
Wegen der Pandemie hatten die Organisatorinnen das „(F)empower“-Fest komplett ins Internet verlegt. © Katja Geiler

Ludwigshafen. Laut. Aktuell. Unüberhörbar. So lautete das Motto des ersten (F)empower-Festes, das vom Kulturzentrum „dasHaus“ organisiert und von der BASF-Kulturreihe Tor 4 gefördert wurde. Eigentlich eignen sich die Räume des Kulturzentrums bestens für ein Fest mit mehreren Workshops und anschließender Party. Doch die Corona-Situation stellte alles auf den Kopf, so dass die Veranstalterinnen vom Kulturbüro den Online-Weg wählten.

AdUnit urban-intext1

„Es waren so viele Steine im Weg durch Corona – wir haben Monate an der Vorbereitung gearbeitet. Wir als Kulturbüro haben die Aufgabe, Leute zusammenzubringen“, erläuterte Jaqueline Mellein vom Team des Kulturzentrums. Das umfangreiche Programm startete am Mittag. Moderiert wurde es von Johannah Illgner, Betreiberin des Coworking-Spaces CoWomen Heidelberg.

Sie musste zwischendurch auch technische Dinge erklären. „Über das Padlet könnt ihr euren Namen eintragen und euch kurz vorstellen, dann könnt ihr nach dem Fest noch miteinander in Kontakt bleiben“, so Illgner. Padlet? Dabei handelte es sich um eine virtuelle Pinnwand – ganz einfach. Da jeweils zwei Workshops gleichzeitig stattfanden, musste man sich für einen entscheiden und anhand der Technik herausfriemeln, wie man einen weiteren virtuellen Raum betritt.

„Macht ist die Chance, nicht lernen zu müssen“, lautete ein Zitat von Max Weber, das im Workshop „Machtbewusst. Weiblich“ von Petra Mazreku, Mitglied des Frauencafés, eingeblendet wurde. Die Teilnehmerinnen konnten über Fragen wie „Was verbindet ihr mit dem Begriff Ohnmacht?“ diskutieren. In einem anderen Raum erklärte Carmen Karr vom Bermudafunk, wie man einen Podcast oder eine Radiosendung produziert. Hierbei konnte man über eine App kurze Aufnahmen erstellen und bearbeiten. Die Frauennetzwerke der BASF widmeten sich etwa dem Thema Frauen in der Technik oder Forschung. Hier konnten Teilnehmerinnen mit Expertinnen virtuelle Gespräche unter vier Augen führen. „Frauen in der Technik – da muss man zusammenhalten. Und es wird nie langweilig“, so Mentorin Agnes Voitl.

„Stimmen etwas lauter machen“

AdUnit urban-intext2

An künstlerisch Begabte richtete sich ein Comic-Workshop mit Illustratorin Lena Dirscherl, bei dem man lernen konnte, seine Figuren diverser zu gestalten. „Verlasse deine Komfortzone! Zeichne das Gegenteil von dem, was du sonst zeichnest. Zum Beispiel dick statt dünn, jung statt alt, Person of Colour statt weiß“, lautete die Abschlussaufgabe. Kreativ und nachhaltig war die Übertragung aus der Stadtbibliothek. Dort machten Annabell Huwig und Sarah Schmid aus alten, ausgemusterten Blumentöpfen originelle neue.

Atemtechnik und Gesangsübungen konnte man gemeinsam mit Sängerin und Gitarristin Julia Nagele ausprobieren, bevor am Abend eine Podiumsdiskussion zum Thema „Wie geht Freiheit wirklich?“ auf dem Programm stand – moderiert von Julia Kleiner. Im Anschluss folgte eine Lesung aus dem Buch „Mama Superstar“, mit Geschichten von elf Müttern mit Migrationshintergrund. Wer den Club vermisst, konnte an diesem Abend zu Hause tanzen zur Musik von Nora OG und Hip-Hop DJ Azlay aus Mannheim.

AdUnit urban-intext3

„Wir hatten 82 Anmeldungen für die Konferenz, und zusammen mit den Referentinnen haben insgesamt 103 Frauen teilgenommen. Wir freuen uns über das durchweg positive Feedback und hoffen, unsere Mission erfüllt zu haben: Die Stimmen der Frauen in Ludwigshafen etwas lauter zu machen“, so Jaqueline Mellein. Ob ein Festival in dieser Form wiederholt werden kann, ist noch nicht klar. „Wir als Kulturbüro haben ein großes Interesse daran und werden die Idee definitiv in der ein oder anderen Form weiterführen.“

Mehr zum Thema

SPD Lautertal Frauen machten sich für ihre Rechte stark

Veröffentlicht
Von
red
Mehr erfahren

Pro und Kontra: Geschlechtergerechte Sprache Sinnvolle Entwicklung oder unnötig kompliziert?

Veröffentlicht
Von
Elisa Katt und Heike Barowski
Mehr erfahren

Umfrage bei Verwaltungen der Region Gendern setzt sich durch – der Stern bislang kaum

Veröffentlicht
Von
Elisa Katt
Mehr erfahren

Pop "Boss Bitch" legt nach - neues Album von Katja Krasavice

Veröffentlicht
Von
Anna Suckow
Mehr erfahren

Freie Autorenschaft Ich arbeite hauptsächlich für die Redaktion Ludwigshafen, bin aber auch zwischendurch in Mannheim unterwegs. Am liebsten schreibe ich über kulturelle Events wie Lesungen, Theaterstücke oder Konzerte. Auch wenn es um Tiere geht, bin ich gerne mit dabei, ich habe einen Hund und einen Hasen. Außerdem bin ich ein großer Sixties-Fan und führe auf Instagram einen Vintage-Blog unter miss_marble_arch.