Hochschule - Marc Reisner dreht Videos über Veränderungen „Die Krise ist auch eine Chance“

Von 
Till Börner
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Ludwigshafen. Was bleibt nach der Corona-Krise? Wird es in Zukunft keinen Handschlag mehr geben, dafür mehr Homeoffice und weniger Präsenzveranstaltungen an Universitäten? Seriöse Antworten auf diese Fragen finden sich bisher vergeblich. Denn ob es nach dem Ende der Pandemie zurück zu alten Mustern geht oder das Virus ausschlaggebend für einen Umbruch in vielen gesellschaftlichen Bereichen ist, lässt sich noch nicht abschätzen.

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„Bisher gibt es beispielsweise noch gar keine Geschäftsmodelle, die aufgrund der Krise entstanden sind“, sagt Marc Reisner (Bild). Der Leiter des Gründungsbüros der Hochschule für Wirtschaft und Gesellschaft Ludwigshafen geht davon aus, dass sich diese Tatsache noch ändern wird. „Der Punkt wird kommen, an dem neue Modelle entwickelt werden, die lange nach Corona noch nachwirken. Die Krise ist auch eine Chance“, ist sich Reisner sicher.

Positive Aspekte finden

„Reboot – Zukunft neu denken“, heißt die Videoserie, in der Reisner zeigen will, wie sich durch die Pandemie Arbeit, Freizeit und die ganze Gesellschaft ändern können. In seiner ersten Folge unterhielt sich der gebürtige Mannheimer mit Unternehmern und Digitalexperten aus Ludwigshafen. „Ich habe festgestellt, dass die bisherigen Krisengewinner diejenigen sind, deren Geschäftsmodell uralt ist: Videoplattformen für Konferenzen oder die Firma, die eigentlich Alkohol herstellt, jetzt aber Desinfektionsmittel produziert.“

Ziel der Serie sei es, so Reisner, der früher Inhaber einer Filmschule war, auf unterhaltsame Weise zu schauen, wie die Metropolregion mit der Krise umgehe. In einer Situation, die für alle neu ist, gehe es ihm darum, positive Aspekte zu finden. „Wissenschaftliche Tiefe“ wolle er mit seiner Arbeit nicht erreichen.

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In der zweiten Folge unterhält sich Reisner, der gerne mit dunkler Sonnenbrille und buntem Schal vor die Kamera tritt, mit der Sängerin Anna Schenk über die derzeit prekäre Lage vieler Künstler. Udo Dahmen, Leiter der Popakademie Baden-Württemberg, erklärt, wie sich die Krise auf die Geschäftsmodelle der Künstler auswirken könnte. Im Mittelpunkt der nächsten Folge steht das Thema E-Learning. Zu sehen sind die rund halbstündigen Filme auf der Videoplattform Youtube.

„Ansprechen will ich Dozenten und Studierende der Hochschule, aber auch die Menschen in der Region“, erklärt Reisner. In seinem Büro berät er sonst Studenten rund um das Thema Gründung. „Wir laden zu Workshops ein und veranstalten Sommerakademien – das geht nicht mehr.“

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Seit Ende März sucht Reisner nach neuen Corona-bedingten Geschäftsmodellen. Sein Zwischenfazit: „Sieht man die Krise als Wandel, stehen wir noch ganz am Anfang.“

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