Kultur - Festival für Kinder- und Jugendtheater zeigt 21 Aufführungen ab 14. November / Neue Kooperation mit Worms „Der kleine Prinz“ zum Auftakt

Von 
Thomas Schrott
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Kommissar Gordon und seine Assistentin Buffy lösen jeden Fall. Wie sie dies machen, demonstriert das Trotz-Alledem-Theater in zwei Aufführungen am 22. und 23. November. © Kulturbüro Ludwigshafen

Ludwigshafen. Spannende Kriminalfälle, Märchen aus dem Orient und ein Porträt der Widerstandskämpferin Sophie Scholl – breit ist die Palette der elf Stücke, auf die sich die Besucher beim Festival für Kinder- und Jugendtheater freuen können. Dabei beteiligen sich Ensembles von Trier bis Stuttgart. Zum Auftakt am 14. November steht eine Premiere des „Kleinen Prinzen“ an. Den Klassiker über Freundschaft und Menschlichkeit präsentieren das Kinder- und Jugendtheater Speyer und die Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz in einer Gemeinschaftsproduktion. Insgesamt 21 Aufführungen stellten Kulturbüroleiter Fabian Burstein und Kurator Bernd Walter zusammen – mit einer wesentlichen Neuerung gegenüber den vergangenen 27 Jahren: Neuer Kooperationspartner ist Worms.

Eintrittskarten

  • Beim Festival vom 14. November bis 2. Dezember sind elf Theaterstücke in 21 Aufführungen zu sehen.
  • Veranstaltungsorte sind das Kulturzentrum „dasHaus“ (Bahnhofstraße 30), der Julius-Hetterich-Saal Maudach sowie die Stadtteilbibliotheken Edigheim, Gartenstadt, Mundenheim, Ruchheim, Friesenheim, Oppau und Rheingönheim.
  • Karten können beim Kulturbüro unter Tel. 0621/504-22 62 vorbestellt werden. Die Tageskasse öffnet 30 Minuten vor Veranstaltungsbeginn.
  • Die Eintrittspreise liegen zwischen vier bis sieben Euro.
  • Faltblätter mit dem genauen Programm liegen beim Bürgerservice und in Kultureinrichtungen aus.
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Jahrzehntelang hatte Ludwigshafen mit Speyer, dem Landkreis Bad Dürkheim und Haßloch das Festival „Theater international“ ausgerichtet. Die Domstadt sei aus internen Gründen bereits vor zwei Jahren ausgeschieden, berichtete Bereichsleiter Dietrich Skibelski. „Mit Bad Dürkheim gab es unterschiedliche Auffassungen über die Schwerpunkte des Programms. Deshalb haben wir uns freundlich getrennt und künftig einen Austausch auf Fachebene vereinbart“, begründete Burstein den Wechsel. „Wir wollten das Festival, das mit Ludwigshafen als Flaggschiff verbunden ist, als profilierte Marke weiterentwickeln.“

Junge Syrer auf der Bühne

Als hochkarätiger und renommierter Partner sei Worms hinzugekommen. Denn dort werde nicht nur ein Theater, sondern auch ein Veranstaltungs- und Tagungszentrum samt Kleinkunstbühne künstlerisch und wirtschaftlich gemanagt, erläuterte der Kulturbüroleiter. „Unser Programm im Herbst, das wir mit einem Vorlauf von zwei Jahren aufstellen, war zwar ziemlich ausgebucht, dennoch konnten wir kurzfristig drei Termine freimachen“, sagte Theaterleiter Oliver Mang. 2019 werde die Kooperation aber ausgebaut.

Neben dem musikalischen Märchen „Der kleine Prinz“, das sich an Kinder ab acht Jahren richtet, sind in diesem Jahr auch wieder Stücke für jüngere Besucher im Programm. Dazu zählen die Abenteuer von Ali Baba oder Pu, der Bär. Frech inszeniert werden die Erlebnisse von Ritter Rost und dem Sternenschiff. Um Vorurteile und falsche Verdächtigungen nach einem Diebstahl geht es bei der Produktion „Ich war‘s nicht“.

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Gesellschaftliche Themen greift indes das Kinder- und Jugendtheater Trier auf. Das Ensemble beleuchtet den Wandel von Sophie Scholl von einer begeisterten Anhängerin des Dritten Reichs zu einer furchtlosen Widerstandskämpferin. Dargestellt wird ihre Geschichte in einer Multimedia-Performance, die mit Dokumenten, Musik und Texten aus den 1920er- bis 1940er Jahre unterlegt ist.

Junge Syrer ließen sich von Schillers „Räuber“ inspirieren. In einer Inszenierung des Theaters Alte Werkstatt Frankenthal unter dem Titel „Wir sind Verbrecher“ stellen sie Bezüge zur Realität junger Migranten in Deutschland her.

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Das Land und die Stiftung der ehemaligen Stadtsparkasse Ludwigshafen unterstützen wieder das 25 000 Euro teure Festival. Für die Stadt bleibt ein Anteil von 13 000 Euro. Während die Jugendtheaterproduktionen im Kulturzentrum „dasHaus“ laufen, werden die Stücke für Kinder ab drei Jahren in den Stadtteilen gezeigt – auch, um den Mädchen und Buben lange Anfahrtswege zu ersparen.

Redaktion MM-Redakteur seit 1984, zuständig für den Bereich Ludwigshafen - mit all seinen Facetten