Scholl-Gymnasium - Ausstellung über Rechtsextremismus „Bedrückend aktuelles Thema“

Von 
kge
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Der Lehrer Daniel Teufel (links) und Dominik Schreiber, Referent der Ebert-Stiftung, erläutern den Jugendlichen die Ausstellung. © Geiler

Ludwigshafen. Rechtsextremismus hat viele Facetten. Er kann mit Stammtischparolen beginnen und mit Gewalttaten enden. Sich Rechtsextremisten in den Weg zu stellen und ihnen etwas entgegenzusetzen, damit sie die Demokratie nicht aushöhlen können – dies hat sich die Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) zur Aufgabe gemacht. Deshalb hat sie eine Ausstellung mit 16 Infotafeln initiiert, die von Schulen, Betrieben und Institutionen ausgeliehen werden kann. „Demokratie stärken – Rechtsextremismus bekämpfen“ lautet der Name der Ausstellung, die zwei Wochen lang im Geschwister-Scholl-Gymnasium zu sehen ist. Dort erinnern jedes Jahr Aktionen bei einem Gedenktag an die Geschwister Scholl, die als Gegner des NS-Regimes hingerichtet wurden.

Gegenargumente ausgeblendet

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Die Ausstellung, die sich an Jugendliche ab 14 Jahren und Erwachsene richtet, ist erstmals an der Schule zu sehen. „Das Thema hat derzeit eine bedrückende Aktualität aufgrund von rassistischen, rechtsextremistischen Anschlägen und Anschlagsversuchen“, sagte Lehrer Daniel Teufel. Die Tafeln sind anschaulich gestaltet und befassen sich nur punktuell mit der Geschichte des Nationalsozialismus. Das Augenmerk gilt den demokratischen Grundsätzen, die durch den Rechtsextremismus gefährdet sind.

Dabei wird detailliert erklärt, wie ein rechtsextremes Weltbild entsteht und wie es sich in der Gesellschaft äußert – zum Beispiel in sozialen Netzwerken. „Auf Facebook gibt es extreme Stimmen, die sind laut, denen gehen die Äußerungen schneller über die Lippen“, sagte Dominik Schreiber, Referent der FES. „Vor dem Gesetz sind alle Menschen gleich, und trotzdem gibt es Unterschiede, aber auch ein Zusammenleben. Und das versuchen die Rechtsextremen zu zerstören.“

Ein Merkmale des Rechtsextremismus sei ein geschlossenes Weltbild. „Ich schaue nicht nach links oder rechts, ich brülle meine Meinung raus und nehme keine Argumente von außen an“, schilderte Schreiber deren Vorgehensweise. Danach wurden die Zehntklässler in Gruppen aufgeteilt, die sich die Ausstellung anschauten. „Das Thema ist wichtig und aktuell, wegen des Anschlags in Hanau“, meinte Schüler Marcel Gärtner. „Ich bin gespannt auf die Gruppenarbeit, die wir nachher machen“, fügte Mitschülerin Linda Götz hinzu. „Es ist ein Thema, mit dem man sich auseinandersetzen sollte. In der zehnten Klasse ist man 15 bis 17 Jahre alt. Ich finde, das ist genau das richtige Alter, um das Thema gut zu verstehen.“