Gleisaustausch für Linie 10 in Alt-Friesenheim endet laut RNV bereits Anfang 2022 / Beschleunigung um ein halbes Jahr Baustelle deutlich früher fertig

Von 
Thomas Schrott
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In der Luitpoldstraße werden neue Wasserleitungen und Abwasserkanäle verlegt, danach folgen die Straßenbahngleise. © RNV

Ludwigshafen. Das ist schon sehr ungewöhnlich: Ein Großprojekt in einem eng bebauten Stadtteil wird deutlich früher fertig als zunächst vermutet. Der Ausbau der Linie 10 in Alt-Friesenheim endet bereits im Frühjahr 2022, teilt die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (RNV) mit. Damit wäre der Zeitplan, der bei Baubeginn 2019 genannt wurde, um ein halbes Jahr unterboten. „Dies liegt am relativ milden Winter und vor allem an der Projektabwicklung aus einer Hand. Diese hat sich bewährt. Hinzu kommt eine mittlerweile eingespielte Zusammenarbeit mit Verwaltung und Baufirmen“, begründet eine RNV-Sprecherin auf Nachfrage dieser Redaktion die Zeitersparnis.

Derzeit größtes Nahverkehrsprojekt

  • Der Abschnitt der Linie 10 wird zwischen Marienkirche und Ruthenplatz für 37,4 Millionen Euro ausgebaut. Dabei werden Gleise erneuert und Haltestellen barrierefrei umgestaltet.
  • Die Arbeiten in Alt-Friesenheim (Kosten: fast 14 Millionen Euro) begannen im Frühjahr 2019. Während 2020 in der Luitpoldstraße gearbeitet wurde, wandert die Baustelle nun in die Kreuzstraße.
  • Die Ersatzbusse fahren bis Ende 2022 nur bis zum Ebertpark.
  • Der Baustellenbeauftragte der Rhein-Neckar-Verkehr Gmbh (RNV), Gerhard Wagner, ist erreichbar unter Telefon 0160/99 47 32 51.
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Erstmals hatte das Verkehrsunternehmen bei einem Gleisaustausch in Ludwigshafen auch die Regie für zwei fremde Gewerke übernommen. Im Auftrag von Stadt und der Technischen Werke Ludwigshafen (TWL) lässt sie Versorgungsleitungen und Abwasserkanäle erneuern. „Bei allen bisherigen Bauabschnitten bei der Linie 10 wurde dieselbe Firma beauftragt. Das sorgt für reibungslose Abläufe, weil alle Seiten das Projekt kennen. Zudem wurden im Untergrund keine unliebsamen Überraschungen wie etwa Blindgänger aus dem Weltkrieg gefunden, für die ein Zeitpuffer einkalkuliert worden war“, nennt die RNV-Sprecherin weitere positive Aspekte.

Lärm soll verringert werden

Zuversichtlich für den Zeitplan ist das Unternehmen auch deshalb, weil das Baufeld in der Kreuzstraße deutlich breiter ist als etwa in der Carl-Bosch-Straße. „Somit können zwei Firmen parallel arbeiten.“ In den nächsten Wochen entfernt die RNV zunächst die maroden Gleise und den Fahrbahnbelag. Nach dem Rückbau der Haltestelle werden die Hauptwasserleitung und die Hausanschlüsse ausgetauscht.

Um das nervende Quietschen der Straßenbahnen in der engen Kurve Luitpold-/Kreuzstraße zu verringern, baut das Verkehrsunternehmen ein sogenanntes Masse-Feder-System ein. Dies soll die Übertragung von Lärm und leichten Erschütterungen der Bahnen dämpfen. Nach dem Einbau neuer Weichen und Gleise werden die Fahrbahnen und Gehwege hergerichtet. Da in mehreren Abschnitten und seitenweise versetzt gearbeitet wird, sei die Erreichbarkeit der Anlieger weitgehend möglich, sagt die RNV. An der Strecke für die Ersatzbusse der Linie 10 ändert sich nichts.

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In der Luitpoldstraße werden die Kanal- und Gleisarbeiten zwischen Einmündung Friedrich-Profit-Straße und Kreuzstraße voraussichtlich im Juni abgeschlossen. In der Friedrich-Profit-Straße sind der Straßenbelag und die Gehwege bereits fertig.

Eine positive Zwischenbilanz zieht auch Ortsvorsteher Günther Henkel (SPD). „Insgesamt läuft die Baustelle sehr gut – was nicht selbstverständlich ist. Der Baustellenbeauftragte der RNV agiert gut vor Ort, wenn es etwa um Einzelprobleme bei den Zufahrten geht.“

Auch am Wochenende erreichbar

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Besonders beim jeweiligen Beginn der insgesamt sechs Bauabschnitte hat Gerhard Wagner viel zu tun. Viele Anwohner erkundigen sich, wie der Zugang zu ihren Häusern während der monatelangen Bauphasen geregelt ist und wo sie ihre Autos parken können. Auf häufige Nachfragen ist Wagner eingestellt, er ist laut RNV auch am Wochenende erreichbar.

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Zu Beginn des derzeit größten Ludwigshafener Nahverkehrsprojektes hatte das Unternehmen Anwohnern die Detailplanung bei Infoabenden erläutert. Seit der Pandemie ist dies aber nicht mehr möglich. Daher verteilt die RNV nun regelmäßig Faltblätter an die Haushalte. Die eigentlichen Bauarbeiten sind durch Corona bislang so gut wie nicht betroffen gewesen, so die Sprecherin. Ob unabhängig vom beschleunigten Bauablauf der Kostenrahmen eingehalten wird, prüft die RNV noch.

Wann die ebenfalls maroden Gleise der Linie 10 in der Hohenzollernstraße ausgetauscht werden, ist ebenfalls unklar. „Unser Ziel ist ein nahtloser Übergang der Arbeiten“, so die RNV. Dazu müssten die Ausschreibungen noch in diesem Jahr erfolgen. Ob dies allerdings klappt, lässt sich nicht absehen. Denn derzeit läuft noch das Planfeststellungsverfahren für diesen Abschnitt. Und ohne Baurecht können die Arbeitstrupps nicht loslegen – da hilft auch die bisherige Beschleunigung nichts.

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