Chemie - Warnung vor Verlust von Wissen durch Auslagerung interner Dienstleistungen / Verunsicherung bei Betroffenen in Ludwigshafen BASF-Vetrauensleute kritisieren Stellenabbau

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Bettina Eschbacher
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BASF-Anlagen auf dem Ludwigshafener Werksgelände. © dpa

Ludwigshafen. Die Vertrauensleute in der BASF sehen die Neuausrichtung in der Verwaltung kritisch. Wie berichtet, sieht die BASF vor, einen Großteil interner Dienstleistungen der Einheit „Global Business Service“ in sogenannte Hubs zu bündeln. Damit werden Tätigkeiten, die bisher am Standort Ludwigshafen erbracht werden, künftig in den Shared Service Centern in Berlin, Kuala Lumpur oder Montevideo bearbeitet. Solche Zentren sind in der Regel für standardisierte Prozesse, etwa Gehaltsabrechnungen, zuständig. Die Neuausrichtung sieht den Abbau von weltweit 2000 Stellen vor, davon 600 am Standort Ludwigshafen. Die in der Chemie-Gewerkschaft IG BCE organisierten Vertrauensleute der BASF SE haben nun ein Positionspapier veröffentlicht, das sich vor allem mit den Risiken einer Auslagerung beschäftigt.

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„Wir sehen die Gefahr, dass durch die geplante Stellenreduzierung nicht nur Personalkosten, sondern auch Wissen und Know-how eingespart wird“, sagt René Dillmann, Vorsitzender der Vertrauensleuteleitung der BASF SE. Die Aufgaben der Dienstleistungseinheiten seien komplex und vielfältig. Die Kollegen hätten nicht nur Wissen, sondern auch ein Netzwerk, welches sich nicht durch Auslagerung oder Digitalisierung ersetzen lasse.

Das seien auch Faktoren für den wirtschaftlichen Erfolg der BASF. „Die Mitarbeiter hier in Ludwigshafen wissen eben, wie ‚ihre BASF‘ tickt“, sagt Dillmann. Ähnlich hatte sich auch der BASF-Betriebsratsvorsitzende Sinischa Horvat geäußert. Die BASF-Mitarbeitenden in Ludwigshafen sind durch eine Standortvereinbarung bis 2025 vor betriebsbedingten Kündigungen geschützt. Die 600 Stellen sollen über Abfindungen, Fluktuation oder Vermittlung auf andere Arbeitsplätze innerhalb des Werks abgebaut werden.

Die Betroffenen seien aber trotzdem verunsichert, so die Vertrauensleute, weil der Jobabbau nicht klar kommuniziert worden sei und man sie noch im Dunkeln darüber lasse, wie es für sie weitergeht.

Redaktion Bettina Eschbacher ist die Koordinatorin Wirtschaft und Wirtschaftsredakteurin.