Friesenheim - Linie-10-Ausbau läuft planmäßig / RNV schreibt Leistungen aus / Anfängliche Irritationen bei Anwohnern Ausbau der Linie 10 in Friesenheim: Gleisarbeiten ab November

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Julian Eistetter
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Die Carl-Bosch-Straße ist derzeit zwischen Hagellochstraße und Sternstraße komplett aufgerissen. © Tröster

Ludwigshafen. Auf der Baustelle des größten Ludwigshafener Nahverkehrsprojekts der vergangenen Jahre läuft es rund. Wie die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (RNV) auf Anfrage berichtet, kann ab Oktober wie geplant der zweite Abschnitt zum Ausbau der Linie 10 im Friesenheimer Ortskern beginnen. Bis dahin spielt sich das Geschehen nach wie vor in der Carl-Bosch-Straße ab, in der am 8. April der Spatenstich für das Großvorhaben mit einem Volumen von rund 14 Millionen Euro erfolgte. „Seit Beginn der Maßnahme im April haben die Technischen Werke Ludwigshafen die Hauptwasserleitung erneuert sowie Gas- und Wasser-Hausanschlüsse getauscht“, berichtet eine RNV-Sprecherin. Dabei laufe alles nach Plan. „Die Arbeiten gehen sogar schneller voran als erhofft. Bereits Ende August werden die TWL ihren Teil beenden.“

Das Nahverkehrsprojekt

  • Die Strecke der Linie 10 wird zwischen Marienkirche und Ruthenplatz für 37,4 Millionen Euro ausgebaut.
  • Der erste Bauabschnitt in Alt-Friesenheim läuft an der Hagellochstraße, ab Herbst soll der Bereich zum Ruthenplatz folgen.
  • Ab 2020 wandert die Baustelle in die Luitpoldstraße und ab 2021 in die nördliche Hohenzollernstraße.
  • Die Linie 10 fährt bis Ende 2022 nur bis Ebertpark und wendet dort.
  • Von der Haltestelle Ebertpark/Fich-testraße werden Busse eingesetzt.
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Ab dem nächsten Bauabschnitt im Oktober ist die RNV als Projektleiter für alle weiteren Maßnahmen verantwortlich. „Derzeit werden die erforderlichen Leistungen ausgeschrieben und vergeben“, so die Sprecherin. Daneben müssten aktuell Themen wie die Baustelleneinrichtung, Lagerflächen, Verkehrsführung und Anwohnerparkplätze abgestimmt werden. Ab Oktober saniert die RNV für den Wirtschaftsbetrieb Ludwigshafen (WBL) dann zunächst den Abwasserkanal in der Carl-Bosch-Straße und ein Schachtbauwerk im Bereich der Kreuzung Sternstraße/Carl-Bosch-Straße. „Die eigentlichen Gleisbauarbeiten beginnen im November“, kündigt die Sprecherin an.

Abschluss für Ende 2022 geplant

Wie berichtet, erneuert die RNV bis voraussichtlich Ende 2022 zwischen Ruthenplatz und Sternstraße die Gleise und gestaltet Haltestellen barrierefrei um. Auftakt war im Bereich der Hagellochstraße, ab Herbst wandert die Baustelle weiter in Richtung Ruthenplatz. Ab Sommer 2020 rücken die Bauarbeiter in der Luitpoldstraße an. Vier Bauabschnitte folgen dann noch in westlicher Richtung. Vor Beginn der Arbeiten hatten die Verantwortlichen gehofft, die Gesamtdauer durch die Straffung verschiedener Prozesse noch zu verkürzen. „Aktuell gehen wir aber weiter von einem Abschluss Ende 2022 aus“, so die Sprecherin.

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Zufrieden ist das Verkehrsunternehmen auch mit dem eingerichteten Schienenersatzverkehr zwischen Ebertpark und Friesenheim-Mitte. „Seit Beginn der Maßnahme im April gab es insgesamt zehn Beschwerden. Anfängliche Anwohneranliegen konnten geklärt werden. Das ist eine wirklich gute Bilanz“, berichtet die Sprecherin.

Deutlich öfter hat gerade in der Anfangsphase das Telefon bei Gerhard Wagner geklingelt. Er kümmert sich als Baustellenbeauftragter um die Klagen und Anliegen der Bürger vor Ort. „Zu Beginn habe ich so um die zehn Anrufe pro Tag erhalten“, sagt er auf Anfrage. „Da waren viele Anwohner irritiert, obwohl das Bauprojekt ja öffentlichkeitswirksam angekündigt wurde.“ Hauptthema bei den Anfragen sei die Erreichbarkeit des eigenen Grundstücks, da für die Leitungsarbeiten der Gehweg aufgerissen werden musste. „Gerade für ältere Menschen war und ist das ein Thema“, so Wagner. In Absprache mit der Baufirma habe sich jedoch bislang jedes Problem lösen lassen. „Man muss einfach mit den Menschen reden, dann verstehen sie das auch“, sagt Wagner, der diesbezüglich wenig von E-Mails und Briefen hält. „Miteinander sprechen, sich die Sachen vor Ort anschauen, dann lässt sich das auch klären.“

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Die Zahl der Anrufe habe indes mit der Zeit abgenommen. Dennoch melden sich auch jetzt noch etwa zwei Anwohner täglich bei dem Baustellenbeauftragten. „Es gibt natürlich auch manche, die ganz genau beobachten, was da passiert“, sagt er. Insgesamt stuft er die Baustelle bislang aber als „unproblematisch“ ein - genau wie die RNV. „In der Anfangsphase müssen sich alle Beteiligten an eine neue Situation gewöhnen, da gibt es immer Reibungsverluste“, sagt die Unternehmenssprecherin. „Seitdem läuft es rund.“

Redaktion Reporter Region, Koordinator Neckar-Bergstraße und Ausbildungsredakteur