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Städtebau

Alt-Friesenheim in 20 Jahren runderneuert

Von 
hbg
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Ludwigshafen. Schlechte Bausubstanz, ungünstige Grundstückszuschnitte, einfach verglaste Fenster und Toiletten außerhalb der Wohnung – diese und andere „städtebauliche Missstände” sollten beseitigt werden mit der Ausweisung eines knapp zwölf Hektar großen Sanierungsgebiets in Alt-Friesenheim. Das war im Mai 1998, mit Fortschreibung im Jahr 2009. Im Dezember ist nun Schluss. Im Abschlussbericht, der im Ortsbeirat vorgestellt wurde, zieht die Stadt eine positive Bilanz.

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Durch Entkernung und Zusammenlegung von Grundstücken sowie die Schaffung von neuen Freiräumen und zeitgemäßeren Wohneinheiten konnte im Gespräch mit den Grundstückseigentümern die Wohnqualität in Alt-Friesenheim deutlich verbessert werden, so ein Vertreter der Verwaltung. In Zahlen: Von 285 Wohngebäuden wurden 75 modernisiert, 39 Häuser wurden neu gebaut. Die Stadt führte 82 „Ordnungsmaßnahmen“ durch – wie Abbrüche von Scheunen und alten Werkstätten oder Hofentsiegelungen – und das „immer im Einvernehmen mit den Eigentümern”, so Detlev Kehl von der Stadterneuerung.

Dafür habe mitunter viel Überzeugungsarbeit geleistet werden müssen. Geholfen hätten steuerliche Vorteile und die finanzielle Förderung von Maßnahmen, wofür 57 Modernisierungsvertrage geschlossen wurden mit einem Gesamtvolumen von über 4,1 Millionen Euro. Die Einhaltung von Auflagen wurde entsprechend überwacht.

Hinzu kommen vier Stadtumgestaltungsprojekte (Verkehrsberuhigung, Verbesserung Stellplatzangebot), von denen alle Anwohner profitierten. Insgesamt belaufen sich die Ausgaben für die Sanierung aus Sicht der Stadt auf 4,3 Millionen Euro. Einen Teil wird sich das Rathaus in Form von Ausgleichsbeiträgen von den Eigentümern zurückholen. Das schreibt das Baugesetz vor.

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Hintergrund sind die Steigerungen des Bodenwertes, die in einem Bewertungsverfahren von unabhängigen Gutachtern noch festgesetzt werden (voraussichtlich 2023). Bis Ende Dezember sind freiwillige Vereinbarungen zur Ablösung des Ausgleichsbetrags mit zinsloser quartalsweiser Ratenzahlung (bis Dezember 2025) möglich. Die Eigentümer werden dazu von der Stadt angeschrieben.

„Was ist, wenn jemand die Immobilie verkauft?”, fragte ein Ortsbeirat. Zahlungspflichtige sind und bleiben die am 31. Dezember 2021 im Grundbuch eingetragenen Eigentümer. Dass sich in 23 Jahren in Alt-Friesenheim viel getan hat, wurde im Ortsbeirat einhellig begrüßt. Für die Zukunft wünscht sich Rainhard Herzog (CDU) noch eine Tiefgarage am Otto-Buckel-Platz. „Die Parkplatzsituation ist katastrophal; die Menschen wissen nicht, wohin mit dem Auto”, beschreibt er die Zustände, die durch Baumaßnahmen der Linie 10 noch verstärkt würden. Hier ist in naher Zukunft aber keine Abhilfe zu erwarten. Der Otto-Buckel-Platz wurde bereits umgestaltet. hbg

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