Hochstraße Süd Abriss beginnt im Juli

Von 
Bernhard Zinke
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An der Baustelle unter der Hochstraße Süd in Ludwigshafen geht es voran. Mitarbeiter der Firma Moß haben bereits zahlreiche Unterkonstruktionen unter die einsturzgefährete Hochstraße geschoben. Diese sollen beim Abriss die einzelnen Bruchstücke halten, um die Straße darunter so wenig wie mögoich zu schädigen. © Bernhard Zinke

Ludwigshafen. Sowohl die Corona-Krise als auch die technischen Schwierigkeiten beim Zusammenbau der Stützkonstruktionen haben viel Zeit auf der größten Baustelle der Region gekostet. Auf drei Monate bezifferten die Ludwigshafener Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck und Tiefbau-Bereichsleiter Björn Berlenbach den Zeitverzug beim Abriss der Pilzhochstraße.

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Die beiden stellten am Mittwoch in einer Videopressekonferenz den neuen Zeitplan vor. Dieser sieht nun folgende Meilensteine vor: Die Stützkonstruktionen im Bereich der Mundenheimer Straße sollen bis Mitte Juni komplett unter der Hochstraße an Ort und Stelle stehen, danach wird der Asphalt auf der Hochstraße abgefräst.

Die Bagger werden in den ersten beiden Juli-Wochen mit dem Abriss beginnen. Wenn der Beton zur Wiederverwertung abgefahren ist, wird die RNV mit dem Aufbau der Masten für die Straßenbahnen beginnen. Im August, etwa gegen Ende der rheinland-pfälzischen Sommerferien, werden voraussichtlich Fußgänger, Fahrradfahrer und eventuell auch Busse den Durchgang zwischen Berliner Platz und Mundenheimer Straße benutzen können. „Das wäre dann ein erster Schritt in Richtung Normalität rund um den Berliner Platz“, so Berlenbach.

Die ersten Straßenbahnen sollen demnach Anfang September durch die Baulücke auf den Berliner Platz fahren können. Außerdem geht der Abriss der weiteren Pilzhochstraße in Richtung Westen weiter. Dieser Bereich soll bis Oktober abgerissen sein.
Parallel plant die Stadtverwaltung bereits den Ersatzneubau der Hochstraße. In den kommenden Wochen werde das Vergabeverfahren in Gang gesetzt, kündigte Steinruck an. In einer Sondersitzung im September soll der Stadtrat die Planungsleistungen vergeben.
Auch die Pandemie hat dem Abriss ihren Stempel aufgedrückt, beschreibt Björn Berlenbach die besonderen Herausforderungen. Gerne hätte man mehr Kolonnen auf die Baustelle geschickt. Doch dann wären die gebotenen Mindestabstände nicht mehr zu halten gewesen. Auch ist es nicht mehr möglich, ohne weiteres zwischen den Bereichen der Baustelle zu wechseln. Aktuell arbeiten fünf Kolonnen zu je fünf Mitarbeitern auf der Baustelle. Nicht immer würden aber alle fünf Kollegen an Ort und Stelle gebraucht. In solchen Fällen sei es bislang üblich gewesen, dass nicht benötigte Mitarbeiter an anderer Stelle zupackten. Das sei nun aber nicht mehr möglich. „Die Kolonnen dürfen sich nicht mischen“, beschreibt Berlenbach die Vorsichtsmaßnahmen, die auch auf der Baustelle eine unkontrollierte Verbreitung des Virus verhindern soll. Deshalb und wegen der bereits bekannten technischen Probleme beim Zusammenbau der neuartigen Holz-Stahl-Konstruktionen dauere die Fertigung der Stützen nun fast doppelt so lange. „Corona kostet uns rund sechs Wochen Zeit“, sagt Tiefbau-Chef Berlenbach.

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Welchen Einfluss die Verzögerung auf die Finanzierung des Abrisses hat, kann Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck noch nicht beziffern. Auch die Finanzierung des Ersatzneubaus sieht sie nicht in Gefahr. Ganz im Gegenteil werde der Neubau seinen Betrag für die dann nötigen Konjunkturpakete leisten.

 

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Autor Stellvertretender Leiter der Redaktion Mannheim und die Region

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