Coronavirus - Quartier steht vorrangig für leichte Fälle von Erkrankungen bereit / Steinruck: „Frühzeitig Vorbereitungen treffen“ 128 Notbetten in Eberthalle

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Thomas Schrott
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Als Behelfskrankenhaus wurde die Eberthalle vorsorglich umfunktioniert, bei Bedarf können noch mehr Betten aufgestellt werden. © Feuerwehr Ludwigshafen

Ludwigshafen. Die Stadt hat sich auf eine weitere steigende Zahl an Covid-19-Erkrankten vorbereitet. Sie richtete ein Behelfskrankenhaus in der Eberthalle ein und stellte dafür 128 Betten bereit, teilte die Verwaltung am Samstag mit. An 56 Betten können Patienten mit medizinischem Sauerstoff versorgt werden. Vorrangig gedacht ist das Notquartier aber für leichte Fälle, die bei Kapazitätsengpässen aus dem städtischen Klinikum in der Bremserstraße ausgelagert werden. „Beatmungs- oder intensivpflichtige Patienten werden bewusst nicht in der Pflegehilfseinrichtung versorgt, sondern in den Krankenhäusern belassen“, stellt die Verwaltung klar.

„Hoffen, dass es nicht nötig ist“

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„Auch wenn wir hoffen, dass diese Hilfseinrichtung in der Eberthalle nie benötigt wird, können wir mit Blick auf andere Länder, wie beispielsweise Italien, es nicht nur beim Hoffen belassen“, begründet Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD) das Vorgehen. „Es müssen jetzt Vorbereitungen getroffen werden, damit Patienten bei Überlastung des öffentlichen Gesundheitsdienstes nicht auf den Straßen liegen müssen.“ Sollten die Kapazitäten in den Krankenhäusern nicht mehr ausreichen, können die Menschen in der Eberthalle versorgt werden, so die Rathauschefin.

Der Betrieb des Notquartiers wird nach Angaben der Verwaltung durch eine Vielzahl an Helfern gewährleistet. Dazu gehören Mediziner aus dem Ärztenetz Ludwigshafen Go-LU, das Personal der Schnelleinsatzgruppen des Katastrophenschutzes sowie freiwillige Helfer mit medizinischer, pflegerischer oder rettungsdienstlicher Ausbildung. Die ärztliche Leitung übernimmt die Gruppe der Leitenden Notärzte der Vorderpfalz.

In den vergangenen zehn Tagen hatten die Rettungsorganisationen mit Unterstützung der Lukom und des Klinikums die Eberthalle zu einer Pflegehilfseinrichtung aufgerüstet. Federführend bei der Vorbereitung war die Feuerwehr. Neben den Betten, Tischen und Stellwänden wurde auch eine medizinische Anlage inklusive Tank für flüssigen Sauerstoff aufgebaut.

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„Im Bedarfsfall kann die Bettenzahl kurzfristig erhöht werden“, so die Verwaltung. Steinruck dankte den ehrenamtlichen Helfern des Katastrophenschutzes und der Feuerwehr für die Arbeit. „Ein besonderer Dank gilt den vielen Freiwilligen, die sich auf den Aufruf der Stadt zur Unterstützung in der Pflegehilfseinrichtung oder zur Betreuung hilfsbedürftiger Mitmenschen gemeldet haben“, sagte Steinruck.

Die Zuweisung der Patienten für die Eberthalle übernimmt das Klinikum Ludwigshafen. Der Ärztliche Direktor Günter Layer ist auch federführend bei der Koordinierung der Corona-Betreuung in der Vorderpfalz. Hierzu gab es am Samstag einen ersten Austausch zwischen den Ärztlichen Direktoren und den Intensivmedizinern der betroffenen Häuser.

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Die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) hatte am Donnerstag entschieden, dass Ludwigshafen eines von fünf Oberzentren in Rheinland-Pfalz zur Versorgung der Covid-19-Patienten sei. Der 59-jährige Layer wird bei seiner Aufgabe von zwei ärztlichen Mitarbeitern unterstützt.

Zehn auf Intensivstation

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Die Zahl der Corona-Erkrankten in Ludwigshafen ist am Wochenende leicht gestiegen. Nach Angaben des rheinland-pfälzischen Gesundheitsministeriums vom Sonntagvormittag waren 54 Menschen infiziert – dies sind zwei mehr als am Freitag. Im Ludwigshafener Klinikum werden derzeit zehn Corona-Patienten auf der Intensivstation behandelt, davon drei beatmet, sagte eine Sprecherin auf Nachfrage.

Wegen der Einhaltung der Corona-Verfügungen etwa für Gaststätten und Grünanlagen hatte die Stadt den kommunalen Vollzugsdienst um 87 Kräfte verstärkt – nachdem binnen drei Tagen 150 Verstöße festgestellt wurden. Genaue Zahlen für das Wochenende waren am Sonntag nicht zu erfahren.

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Redaktion MM-Redakteur seit 1984, zuständig für den Bereich Ludwigshafen - mit all seinen Facetten

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