Kommunalwahl - Vorstellung des Programms zur Abstimmung am 14. März / Spitzenkandidatin Mirja Mietzker-Becker setzt auf Dialog und Kommunikation Zusammenleben als „Herausforderung an sich“

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urs
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Kandidaten der Lampertheimer Grünen mit Mirja Mietzker-Becker (links) an der Spitze. © Berno Nix

Lampertheim. Rebhuhn kontra Einfamilienhaus? Auf diesen Zielkonflikt der Kommunalpolitik lässt sich das Programm der Lampertheimer Grünen zwar nicht verkürzen. Dennoch üben beide Begriffe eine gewisse Leitbildfunktion aus. Denn darum geht es der Partei, die zum 14. März antritt, damit es in Stadt und Stadtparlament grüner wird, zu allererst: um die Schonung und Rückgewinnung von Naturräumen. In ihnen soll sich dann auch das Rebhuhn wieder wohlfühlen.

Perspektiven für Zukunft der Kirche

Das Evangelische Dekanat Bergstraße beruft für Freitag, 26. Februar, 18 Uhr, abermals unter Corona-Bedingungen eine Synode ein. In der Lampertheimer Martin-Luther-Kirche treffen sich – wie bereits Anfang November vergangenen Jahres – ausschließlich die Mitglieder des Dekanatssynodalvorstands. Alle übrigen Kirchenparlamentarier werden online zugeschaltet. Interessierte können die Tagung per Livestream im Internet verfolgen.

Dekan Arno Kreh wird in seinem Bericht unter anderem auf die Corona-Demonstrationen in Rimbach eingehen. Dort hatten evangelische Pfarrerinnen und Pfarrer vergeblich versucht, mit Kritikern der Corona-Maßnahmen ins Gespräch zu kommen. Weiteres Thema sind die für 13. Juni terminierten Kirchenvorstandswahlen. Auf der Tagesordnung der Synode steht auch der Zukunftsprozess der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) 2030.

Kooperation von Gemeinden

Dazu hat das Evangelische Dekanat die Arbeitsgruppe „Zukunft Kirche“ gebildet, die sich den Herausforderungen angesichts sinkender Mitgliederzahlen und geringerer finanzieller Möglichkeiten stellen und neue Perspektiven entwickeln will. Dabei geht es zum einen um eine engere Kooperation von Nachbarschaftsgemeinden, zum anderem um kirchliche Arbeit, die verstärkt auch das Gemeinwohl in den Blick nimmt.

Zur Wiederwahl stellt sich die stellvertretende Dekanin, Pfarrerin Silke Bienhaus, den 105 Synodalen. Das Gremium entscheidet außerdem über die Haushaltspläne für das Dekanat und die Dekanatsstiftung. Die Tagung am 26. Februar in der Martin-Luther-Kirche wird von Präses Michael Wörner geleitet. Die Dekanatssynode tagt in der Regel zweimal im Jahr und setzt sich zusammen aus Delegierten der 44 Kirchengemeinden, der Pfarrerschaft und weiteren gewählten und berufenen Mitgliedern. Ehrenamtliche sind dort gegenüber Hauptamtlichen in der Mehrheit. red

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Zweitplatzierter Gregor Simon will das Einfamilienhaus nicht verbieten, wie er beim Lokaltermin zum Wahlprogramm der Lampertheimer Grünen beteuert. Aber bei der öffentlichen Förderung wolle die Partei den Akzent auf bezahlbare Wohnungen setzen. Diesbezüglich ist für den Kommunalpolitiker das Gleisdreieck als Erschließungsfläche für barrierefreie und kostengünstige Wohnungen durchaus noch nicht aus dem Rennen.

Interessierte können die Sitzung im Internet per Livestream zu ...

Interessierte können die Sitzung im Internet per Livestream zu . Der Link: https://www.youtube.com/ user/LampertheimML

Grünen-Spitzenkandidatin Mirja Mietzker-Becker hat bereits bei ihrer Antrittsrede auf das Rebhuhn als konkrete wie satirefreie Metapher für eine intakte Umwelt hingewiesen. Im Gespräch wünscht sie sich eine Offenheit für neue Perspektiven in allen kommunalen Bereichen, in denen politisches Handeln erforderlich ist. Hierzu zählt sie etwa die Situation des lokalen Einzelhandels unter Corona-Bedingungen. Miteinander ins Gespräch kommen: Darin sieht sie grundsätzlich einen Schlüssel.

Derweil möchte sich Iris Henkelmann, auf Platz drei der Grünen-Kandidatenliste, für die Belange der Landwirte engagieren. Deren Aussichten seien durch anhaltenden Landverbrauch getrübt. Im Interesse der Verbraucher liege es, die Versorgung mit regionalen Produkten zu sichern. Voraussetzung hierfür sei der Erhalt der bäuerlichen Lebensgrundlagen.

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Während dem sechstplatzierten Alexander Morawetz der Ausbau der Digitalisierung am Herzen liegt und er als Trainer der „Redskins“ in Bürstadt eine Leidenschaft für den Vereinssport zu erkennen gibt, akzentuiert Jürgen Meyer (Platz fünf) ein anderes Thema: das des Zusammenhalts von Menschen, die schon lange hier leben und jenen, die neu hinzugekommen. Für Meyer eine „Herausforderung an sich“. Unterdessen begrüßt der von der SPD zu den Grünen gewechselte Michael Abele (Platz sieben) die „Diskussionskultur“ bei den Grünen. Ihm ist es wichtig, wie er bei der Vorstellung des Programms betont, dass innerstädtische Baulücken als Alternative zur Zersiedlung der Landschaft, mit Rücksicht auf die umgebenden Wohngebiete geschlossen werden.

Grünen-Fraktionschef Stefan Nickel, der auf Platz vier kandidiert, legt das Hauptgewicht auf die finanzielle Entwicklung der Stadt. Die Grünen lehnten eine Erhöhung der Grundsteuer B ab. Stattdessen seien innerhalb der Verwaltung weitere Sparpotenziale, etwa durch optimierte Abläufe, zu nutzen. urs