Kommunalwahlen - Die Lampertheimer FDP stellt ihr Programm vor / Hoffen auf frischen Wind durch neuen Ersten Stadtrat Wohnstadt mit attraktivem Kulturangebot

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ksm
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Vorstellung der FDP-Kandidaten für die Kommunahlwahl vor dem Alten Rathaus. Rechts Spitzenkandidat Fritz Röhrenbeck. © Kevin Schollmaier

Lampertheim. Vier Wochen vor den Kommunalwahlen geht der Wahlkampf in Lampertheim in die heiße Phase. Im Alten Rathaus hat die FDP ihr Programm für die Spargelstadt vorgestellt. Neben Altbekannten in vorderster Front schicken die Freien Demokraten auch neue Gesichter ins Rennen um die 45 ehrenamtlichen Plätze im Stadtparlament. Inhaltlich wartet das Programm nicht nur mit klassischen liberalen Themen auf. So kommt die Agenda rund um das Herzstück Stadtentwicklung auch mit einer ausführlichen Umweltdoktrin daher.

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Gleich zwölf Gesichter prangen auf dem blau-gelben Flyer. „Um zu zeigen, wie ausgewogen unsere Liste ist“, betonte der 29-jährige Spitzenkandidat Fritz Röhrenbeck. Während sich insbesondere auf den vorderen Plätzen mit Gottlieb Ohl, Thomas Bittner und Helmut Hummel teils jahrzehntelange Erfahrung aus kommunalpolitischen Gremien tummelt, zeigen sich dahinter auch eher unbeschriebene Lampertheimer. Mit Albert Breckner und Martin Härtel stehen zwei Mitglieder des Seniorenbeirats zur Wahl, drei Frauen befinden sich unter den ersten Zwölf. „Eine echte Lampertheimer Liste“, wie Röhrenbeck findet.

Inhaltlich hat sich jeder auf den vorderen Rängen eines Herzensthemas angenommen. Röhrenbeck, seit 2011 im Parlament, hat sich die Stadtentwicklung auf die Fahnen geschrieben. Für den Freidemokraten ist es kein Widerspruch, von Versäumnissen aus den letzten Jahren zu sprechen und gleichzeitig selbst maßgeblich als Ausschuss-Vorsitzender und Teil der Koalition an der Entwicklung beteiligt gewesen zu sein: „Man kann viel Gutes beschließen. Es muss dann aber von der Verwaltung umgesetzt werden.“ Hier zeigte er sich „brutal enttäuscht“ von Prozessen, die viel zu lange dauerten oder trotz Beschlusses noch immer nicht umgesetzt seien. Als konkretes Beispiel führte Röhrenbeck etwa die Öffnung der Kaiserstraße für den Autoverkehr ins Feld. Man müsse sich aus einem Wetteifern mit Städten wie Mannheim oder gar Lorsch mit seinem Kloster verabschieden. Dennoch sieht er in Lampertheim Potenzial – „als Wohnstadt mit attraktivem Kulturangebot“. Es müsse wieder Spaß machen, sich in der Stadt aufzuhalten. „Die Betonwüste Schillerplatz muss attraktiver werden“, so Röhrenbeck.

Kritik an SEL

Nicht nur in Sachen Innenstadt, sondern auch bei der Gewerbeentwicklung sparte der Spitzenkandidat nicht mit Kritik. Die Stadtentwicklungsgesellschaft (SEL) habe viel zu wenig getan und viel verschlafen – einer der Hauptgründe, warum sich die FDP in Sachen Erster Stadtrat so positioniert habe. Mit der Neubesetzung hofft Röhrenbeck auf frischen Wind. Für das Gewerbegebiet „Wormser Landstraße“ hatte Magistratsmitglied Gottlieb Ohl einen konkreten Vorschlag mitgebracht. Die FDP fordert nicht nur den Anschluss ans Glasfasernetz, sondern will im zweiten Bauabschnitt auch ein Areal für kleine Startups etablieren. Die SEL, die sich bisher als „Hemmnis“ erwiesen habe, müsse deshalb statt wie bisher mindestens 1500 Quadratmeter flexiblere Grundstücksgrößen ausweisen. In der kommenden Stadtverordnetenversammlung bringt die FDP das als Antrag ein.

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Als umweltpolitischer Sprecher brachte Gernot Diehlmann umfassende Vorschläge zur Begrünung ein und sprach sich klar für den Beitritt zum geplanten Landschaftspflegeverband Bergstraße aus. ksm

Info: www.lampertheim.freie- demokraten.de