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Wassersportverein - Bilanz über ein Corona-Jahr / Fehlende Wettkämpfe haben sich negativ auf die Motivation von Jugendlichen und jungen Erwachsenen ausgewirkt

„Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen“

Von 
Kevin Schollmaier
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Sorgte aus WSV-Sicht für den Höhepunkt bei den deutschen Meisterschaften: Simon Specht holt die Silbermedaille. © Berno Nix

Lampertheim. Manchmal kann man sich’s nicht aussuchen. Vor über einem Jahr ist Rainer Vetter neuer Vorsitzender des Wassersportvereins (WSV) geworden – just einige Tage, bevor die Corona-Pandemie die Welt in ihren festen Griff nahm. Ein Jahr voller Verordnungen, Regeln, Sportverbote und Veranstaltungsabsagen. Ein Jahr voller Herausforderungen. Bereut hat es Vetter trotzdem nie. Bei seiner ersten Jahreshauptversammlung als Chef war es ihm vielmehr ein Bedürfnis, „Danke“ zu sagen.

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Den Dank adressierte er an seine Vorstandskollegen, an die Helfer im Verein, an die Eltern sowie an die Stadt Lampertheim und deren Vereinsförderung. „Vieles war neu für mich. Ich bin froh, dass mir so erfahrene Leute geholfen haben. Das“, so Vetter, „musste einfach mal gesagt sein“. Seine Amtsübernahme ist zwar faktisch noch nicht lange her. Dennoch liegt die Versammlung für die Verantwortlichen Ewigkeiten zurück, quasi aus einer alten Zeitrechnung. Es war Anfang März 2020, als Rainer Vetter und Erika Gabler – inzwischen Ehrenvorsitzende – ihre Ämter als Vorsitzender und Stellvertreter tauschten. Damals durften sich beide noch herzlich umarmen und hoffen, von der Pandemie verschont zu bleiben. Sportler brachen ins Trainingslager nach Portugal auf.

Es kam bekanntlich anders. Die Pandemie mit all ihren Beschränkungen ging auch am WSV nicht spurlos vorbei. „Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen“, beschrieb Rainer Vetter die Situation. „Wir haben uns nicht unterkriegen lassen“, bestätigte Dieter Brechenser. Der Sportwart berichtete aber auch von all den negativen Begleiterscheinungen. Zwar gab es für manche Kaderathleten auch während des Lockdowns Ausnahmeregelungen zum Trainieren. „Aber die Wettkämpfe fehlen einfach“, so Brechenser. Das habe auf die Motivation einiger Jugendlicher und junger Erwachsener geschlagen – „und hat dazu geführt, dass manche den Leistungssport an den Nagel gehängt haben“.

Aus dem kompletten Jahr 2020 berichtete Brechenser von lediglich drei Wettkämpfen. Ein Highlight war für die Lampertheimer die Silbermedaille von Simon Specht bei den deutschen Meisterschaften. Bei den hessischen Wettkämpfen hagelte es einmal mehr Edelmetall: 36 Medaillen nahm der WSV mit nach Hause an den Altrhein. „In Hessen sind wir weiter mit Abstand die beste Mannschaft“, betonte der Sportwart. Während im Kinderbereich sogar Mitglieder dazu gekommen sind, brachen vor allem ältere Jugendliche weg. Das zeigte auch die Statistik: Der Verein hat mit 470 Mitgliedern 14 weniger als im Vorjahr. Damit sei man vergleichsweise aber „gut durchgekommen“.

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Gänzlich still war es um den WSV ohnehin nicht geworden. Bei zahlreichen Einsätzen auf dem Gelände beteiligten sich viele Mitglieder und zeigten, dass der Verein lebt. Auch für die Stadt hatte der Vorsitzende ein Sonderlob übrig: „Man hat immer ein offenes Ohr und unterstützt uns, wo es geht.“ Im den kommenden Jahren stehen für den Verein weitere Baustellen am Vereinsheim an. 18 000 Euro sind für die Sanierung der Duschräume samt Fenster eingeplant. Außerdem sparen die Verantwortlichen schon jetzt für die Heizung. „Die muss auf kurz oder lang gemacht werden“, sagte Vetter.

Bei den Wahlen bestätigte die Versammlung den bisherigen Vorstand. Lediglich Benjamin Kumpf schied als Beisitzer auf eigenen Wunsch aus. Für ihn rückt Simon Specht nach.

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