Corona - Lampertheimer Lehrer bereiten sich auf Öffnung der Schulen in der kommenden Woche vor Wieder Wechselunterricht

Von 
Daniela Hoffmann
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Lampertheim. Freie und vielleicht etwas ruhigere Faschingstage gab es in diesem Jahr für Lampertheimer Schulleiter nicht. Statt wie sonst Umzug und Kamellen viel Arbeit im Lehrerzimmer. „Wir besprechen gerade, wie wir Wechselunterricht und Notbetreuung in der kommenden Woche parallel organisieren können“, sagt etwa Annette Wunder-Schönung von der Schillerschule, als der Anruf unserer Redaktion bei ihr eingeht.

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Wechselunterricht und Notbetreuung gleichzeitig ist nämlich gar nicht so einfach. So sieht das Modell des Wechselunterrichts auf der einen Seite vor, dass immer nur die Hälfte einer Klasse in die Schule kommt, die andere Hälfte lernt zu Hause. „Auf der anderen Seite haben wir Kinder, die jeden Tag die Notbetreuung besuchen, weil ein Elternteil alleinerziehend ist, beide Eltern berufstätig sind oder ein Härtefall vorliegt“, erklärt die Schulleiterin. Personal, um beide Modelle unter einen Hut zu kriegen, hat Annette Wunder-Schönung. Schwieriger sei es dagegen, alle anwesenden Gruppen auf die wenigen Säle zu verteilen, beklagt die Lehrerin die seit Jahren herrschende Platznot. „Da müssen wir sehr jonglieren.“

„Etwas Sorge vor Mutationen“

Lernen mit Abstand: Das kennen die Goetheschüler seit dem Sommer. © B. Nix

Trotz modernen Schulbaus sind die Probleme an der Pestalozzischule ähnlich. Dort sollen Mütter und Väter bis heute Rückmeldung geben, ob sie für ihren Nachwuchs in der nächsten Woche eine Notbetreuung brauchen oder nicht. Bislang habe sie im Februar zwischen 65 bis 80 Kinder (rund ein Drittel der Schülerschaft) täglich zur Betreuung an der Schule gehabt. „Würden das so viele bleiben, hätten wir ein Problem“, schildert Schulleiterin Michaela Ohse-Beck. Dabei sei an ihrer Bildungseinrichtung nicht die Anzahl der Räume der limitierende Faktor. „Aber innerhalb der Räume könnten wir die vorgeschriebenen Abstände kaum einhalten“, so die Pädagogin.

Angst vor einem erhöhten Ansteckungsrisiko haben die beiden Schulleiterinnen nicht. Schließlich sei das Infektionsgeschehen derzeit deutlich geringer als im Herbst, als der Schulbetrieb ganz normal mit allen Kindern lief. Dennoch betrachte sie die Zahlenentwicklung bei den Mutationen „schon mit Respekt“, betont Annette Wunder-Schönung. Auch Michaela Ohse-Beck hat „etwas Sorge“, was die neuen Corona-Varianten angeht. „Aber wir tun alles, um Schüler und Lehrer zu schützen.“

Regelungen schon Routine

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Dazu gehören regelmäßiges Lüften, Abstand halten, versetzte Pausenzeiten und abgegrenzte Bereiche für die einzelnen Klassen auf dem Hof. Solche Regelungen sind an den Lampertheimer Grundschulen inzwischen schon Routine und „gut eingeübt“. Dazu kommt jetzt noch das Maske Tragen während des Unterrichts.

Dass es mit den Schulbesuchen nun wieder losgehen könne, sei wichtig für die Kinder. „Obwohl sie im Homeschooling auch sehr gut mit Laptops und Videokonferenzen zurechtgekommen sind“, sagt Michaela Ohse-Beck. Selbst ihre Zweitklässler. Aber auch der Wechselunterricht habe sich im Sommer bewährt. „Wir müssen flexibel bleiben“, meinen die Schulleiterinnen unisono. Auf ruhigere Zeiten stellen sich die beiden jedenfalls – auch nach Fastnacht – nicht ein.

Redaktion