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„Wormser Landstraße“ - Photovoltaik und Dachbegrünung sollen für künftige Bauherren auf dem zweiten Abschnitt des Gewerbegebiets verpflichtend sein

Wie viel Nachhaltigkeit ist Firmen zuzumuten?

Von 
wol
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Mehrere Unternehmen interessieren sich schon für das neue Gewerbegebiet. © S. Wolf

Lampertheim. Im April hat die Erschließung des zweiten Bauabschnitts des Areals „Wormser Landstraße“ begonnen. Klappt alles wie vorgesehen, wird das künftige Gewerbegebiet im Norden der Stadt bis Sommer 2023 an die Kanalisation, das Verkehrs- und Stromnetz angeschlossen sein. Allerdings gibt es noch offene Fragen zu den Auflagen für Unternehmen, die sich dort ansiedeln wollen.

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Das wurde bei der jüngsten Sitzung des Stadtentwicklungs- und Bauausschusses deutlich. Konkret geht es um die Frage, inwieweit die Firmen Photovoltaik-Anlagen und Dachbegrünungen an ihren Bauten vornehmen müssen. Die Stadtverordnetenversammlung hatte im Dezember zwar beschlossen, dass ein solcher Passus Stadtverordneten im Bebauungsplan mit aufgenommen werden soll. Aber über eine nun von der Stadtverwaltung vorgelegte Ergänzung gibt es verschiedene Vorstellungen. Den einen geht sie nicht weit genug, die anderen warnen davor, die Unternehmen zu hart an die Kandare zu nehmen.

Man sei bisher davon ausgegangen, dass etwa die Energiegewinnung durch die Photovoltaik-Anlagen lediglich den entsprechenden Unternehmen selbst zugute kommen soll, stellte Bürgermeister Gottfried Störmer (Parteilos) am Dienstagabend klar. Jedoch offenbarte sich im Ausschuss auch die Haltung verschiedener Mitglieder, wonach der Überschuss, aus dem durch Sonnenenergie gewonnenen Strom insgesamt in den Energiekreislauf eingespeist werden solle. Das wiederum wäre für die Firmen womöglich mit einem Mehraufwand verbunden, was die Attraktivität des neuen Gebiets mitnichten erhöhen dürfte.

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Indes gab auch Störmer zu bedenken, zu hohe Hürden könnten eine Vermarktung der Areale auf dem 60 000 Quadratmeter großen Gebiet erschweren. In der folgenden Diskussion zeigten sich dann auch die altbekannten Präferenzen der Parteien. Während etwa Michael Aberle von den Grünen die bisherige Vorlage der Stadtverwaltung als „mutlos“ brandmarkte, sprach sich FDP-Mann Thomas Bittner, der in der Sitzung zum neuen Ausschussvorsitzenden gewählt wurde, dafür aus, nur Mindestanforderungen für Firmen zu formulieren. „Wenn ein Unternehmen dann mehr machen will, kein Problem.“

Jens Klingler von der SPD bemängelte, die aktuelle Vorlage der Stadtverwaltung greife zu kurz, während Christdemokrat Edwin Stöwesand mahnte, die Stadt solle ihre Bedingungen „nicht maximal ausreizen“. Rathauschef Störmer sagte zu, eine überarbeitete Vorlage vor der Sommerpause vorzulegen. wol

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