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Soziales - Helfer von Rudis Netzwerk bescheren Wohnsitzlose / Große Freude unter Beschenkten

Wichtelteam deckt Gabentisch

Von 
Rosi Israel
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Bescherung von Menschen ohne festen Wohnsitz: Claudia Lamm (2.v.r.), links Petra Mauer vom Diakonischen Werk teilen Geschenke aus. © Rosi Israel

Lampertheim. So wie es bei den Weihnachtswichteln Brauch ist, waren auch die Helfer von Rudis Netzwerk in der Adventszeit aktiv und halfen eifrig bei den Weihnachtsvorbereitungen für Wohnsitzlose. Die Assistenten des Weihnachtsmanns packten eine Vielfalt an Geschenken liebevoll ein und deckten im hinteren Raum der Lampertheimer Tafel den Gabentisch. Vor der Servicestelle des Diakonischen Werkes Bergstraße warteten einige Männer und eine Frau auf die Bescherung.

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Da war zwar Heiligabend schon rum, aber die Freude der Beschenkten war dennoch groß. „Die Menschen ohne festen Wohnsitz und ohne eigenes Konto kommen einmal im Monat, um ihr Hartz-IV-Geld abzuholen“, erläuterte Petra Mauer, Angestellte beim Diakonischen Werk Bergstraße. Bevor die Menschen in Festbezug in den Aufenthaltsraum eintreten durften, maß Petra Mauer Corona deren Körpertemperatur: „Sollte eine Person nicht vollständig geimpft sein, führe ich auch noch einen Schnelltest durch.“

André nahm ein Geschenkpaket vom Gabentisch und öffnete es vorsichtig. Der Karton war sorgfältig in Weihnachtspapier eingepackt worden. Er förderte Körperpflegeprodukte sowie haltbare Snacks und Herrensocken aus dem Paket. Da André ein hochgewachsener, kräftiger Mann ist, lebt er auf großem Fuß. Deshalb waren die im Päckchen gelegenen Socken zu klein. „Ich habe Größe 50“, klärte André auf. Mit der Übergröße hatte allerdings kein Wichtel gerechnet. „Die Strümpfe werden getauscht“, besänftigte Claudia Lamm. Sie ist der Lampertheimer Oberwichtel und strahlte, da die Überraschung gelungen war. „Die Geschenke sind Sachspenden, auch das Weihnachtspapier“, erklärte die Lampertheimerin.

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1000 Mitstreiter

Claudia Lamm zieht in der Spargelstadt die Netzwerkstrippen, aber zum Wichtelteam gehören auch noch Antje Egle aus Bürstadt und Hanna Lorig aus Lorsch sowie weitere 1000 helfende Mitstreiter. „Ein Mitbegründer von Rudis Netzwerk war auch Marcus Woida“, sagte Lamm und fügte hinzu: „Wir haben das Netzwerk vor einem Jahr gegründet. Zu dem Zeitpunkt hatten uns 18 Freiwillige unterstützt.“ Sie freut sich riesig über den rasanten Anstieg an unterstützenden Menschen, die nachbarschaftliche und freundschaftliche Hilfe leisten. Dazu kam, dass die Lampertheimerin und die Bürstädterin Antje Egle ihre Projekte zusammengewürfelt hatten.

„Jeder, der uns braucht, kann uns kontaktieren“, hob Lamm hervor. Die Frauen und ihre Helferinnen und Helfer sammelten beispielsweise Sachspenden, packten davon Päckchen für die bedürftigen Menschen an der Ahr und unternahmen sieben Touren in das Hochwassergebiet. Zu Sachspenden aufrufen – über Facebook und WhatsApp – war das vorrangige Anliegen der Ehrenamtlichen. Doch die Wertabgaben müssen auch gut gelagert werden. Hanna Lorig in Lorsch habe geeignete Lagermöglichkeiten.

Ebenso wichtig sind die Transporte der Spenden. Dafür konnten die Verantwortlichen den Lampertheimer Güterbeförderer Wolfgang Höfer gewinnen. „Die Transporte leistet er komplett ehrenamtlich“, betonte Lamm. Zum Beziehungsgeflecht, das die helfenden Menschen verbindet, gehören auch Rita Lüling, die Ansprechpartnerin von EMIL – Einfach Miteinander In Lampertheim – und Foodsharerin Michaela Zeng.

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Auch die Vernetzung mit Institutionen wie zur Schuldnerberatung kommt den uneigennützig Arbeitenden zugute. „Wir sind aber keine Konkurrenz zu professionellen Stellen“, betonte Lamm. Gleichwohl sagte sie schmunzelnd: „Wir sind schneller als mancher Versandhandel.“ Denn das ins Leben gerufene Netzwerk sei ein starkes Geflecht mit langen Strängen und die Verbindungen seien dementsprechend umfangreich.

Soziales Engagement übt Claudia Lamm seit ihrer Jugendzeit aus. Es gebe eine Fülle an Möglichkeiten, sich sozial zu engagieren, dort anzupacken, wo helfende Hände gebraucht werden, erläutert sie. Mit ihrer Tatkraft trugen die Helfenden zum Wohlbefinden anderer Menschen bei und erfuhren ihre Dankbarkeit, bekräftigte Lamm.

Sachspenden werden benötigt: Gesucht werden begeisterter Handarbeitsfans, die Strümpfe stricken. Außerdem werden Rucksäcke, Hygieneartikel, Männer-Deos, haltbare Snacks, saubere und gut erhaltene Kleidung und Schuhe gesucht. Auch Schuhe Größe 50.

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