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Tageseltern können Kitas nicht ersetzten

Von 
Ann-Katrin Hornischer
Lesedauer: 

Zur Haushaltsdebatte.

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Die schwarz-grüne Koalition schlägt in einem Antrag zur Stadtverordnetenversammlung am 10. Dezember vor, die Errichtung einer neuen viergruppigen Kita für Ein- bis Dreijährige durch die Gewinnung neuer Tageseltern zu ersetzen. Die Betreuung durch Tageseltern ist für viele Eltern ein gutes Konzept und deshalb eine gute und wichtige Ergänzung zum Betreuungsangebot durch städtische Kitas. Es sollten unbedingt Fördermittel in Anspruch genommen werden, um weitere Tageseltern zu gewinnen und so eine Vielfalt an Betreuungsmöglichkeiten bieten zu können. Aber es kann keinesfalls der Ersatz für eine städtische Betreuungseinrichtung sein.

Tagesmütter spielen eine wichtige Rolle bei der Kinderbetreuung. © Sascha Lotz

Der Bedarf ist bekannt: Laut Aussage der Stadt liegt der Bedarf im Dezember 2021 bei 577 U3-Plätzen, das Angebot inklusive Tagespflege liegt bei 252 Plätzen. Und eine rückläufige Entwicklung wird in absehbarer Zeit nicht erwartet. Gemäß Aussage der CDU benötige man zehn (!) Tageseltern die jeweils fünf Kinder betreuen, um den Neubau zu sparen. Ich denke eher, wir benötigen zehn Tageseltern und den Neubau einer Kita. Zumal keiner weiß, ob und wann diese Tageseltern gefunden werden. Aus meiner Sicht macht man es sich zu leicht, wenn man den betroffenen Eltern hier sagt, man hoffe, dass sich das Problem durch ein paar Fördermittel lösen werde.

Die Stadt darf sich hier keinesfalls aus der Verantwortung nehmen, allen dieselben Chancen zu ermöglichen. Und hier liegt der Knackpunkt: Es besteht aktuell oft keine Wahlfreiheit. Es kann nicht sein, dass Eltern einen Platz bei Tageseltern nehmen müssen, weil in städtischen Kitas kein Platz mehr ist. Was in der Folge beispielsweise bedeuten kann, dass Eltern ihre Arbeitszeit daran anpassen müssen, wie eine eventuelle Tagesmutter/Tagesvater die Betreuungszeiten festlegt – während Eltern, deren Kinder eine städtische Kita besuchen, eine Betreuungsmöglichkeit bis 17 Uhr zugesichert bekommen. Die Abhängigkeit von einer Person ist ein weiterer Risikofaktor gegenüber einer Kita, in der sich gruppenübergreifend ausgeholfen werden kann. Von der Tatsache, dass insbesondere Frauen am stärksten betroffen sein werden, weil sie das in ihrem Wiedereinstieg in den Beruf einschränkt, ganz zu schweigen. Die Arbeit von Tageseltern ist wertvoll und unbedingt zu fördern. Aber nicht zu Lasten einer städtischen Einrichtung.

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