Pandemie - Große Erleichterung bei den Haarstylisten / Kunden nehmen Dienstleitung verstärkt in Anspruch

Schöne Frisur ohne Testpflicht

Von 
Rosi Israel
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Mit Mund-Nasen-Schutz, aber ohne Testpflicht: Friseurmeisterin Sabrina Santamaria schneidet Ilira die Haare. © Rosi Israel

Lampertheim. Als am Anfang der Corona-Pandemie im Internet Videos über „Haare selber schneiden“ auftauchten, waren zahlreiche Friseure nicht gerade erbaut darüber. Sie vermuteten, dass nicht jeder Selbstversuch glücken werde, vor allem häusliche Färbungen. Aber während der Lockdowns, als monatelang die Salons geschlossen bleiben mussten, war es nicht möglich, zum Profi zu gehen, und mit der Corona-Haarmatte auf dem Kopf fühlte sich garantiert nicht jeder pudelwohl.

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Die Haarstylisten rieten ihren Kunden zum Durchhalten. Noch vor Kurzem musste jeder, der einen Friseurtermin wahrnehmen wollte, einen negativen Corona-Test vorzeigen. Nun kam die Erlösung für Friseure wie Kunden, denn jetzt gibt es keine Testpflicht mehr.

Kundenzahlen steigen

Trotz der Mund-Nasen-Bedeckung können strahlende Gesichter beim Personal und der Kundschaft im „Frisurenwerk CS“ ausgemacht werden. Geduldig sitzend lässt Ilira ihre langen Haare von der Chefin des Salons, Sabrina Santamaria, schneiden. Die Mutter der Siebenjährigen, Nedime Gasi, sagt, dass sie zu Hause selbst die Schere in die Hand genommen und ihrer Tochter die Haare gekürzt hatte. Weil das Ergebnis nicht so gut ausgefallen sei, machte sie doch lieber einen Termin im Friseurgeschäft an der Wilhelmstraße aus. Mit flinken Händen geht nun die Fachfrau ran. Sabrina Santamaria schneidet die Haare des Mädchens nach und sagt, froh zu sein, dass trotz Corona-Notbremse der Salon nicht automatisch schließen musste. Da nahmen die Friseurinnen die Testpflicht gerne in Kauf. „Am Anfang blieben Kunden weg. Sie wollten sich nicht testen lassen, aber aktuell steigen die Kundenzahlen wieder an“, erläutert die Friseurmeisterin.

Sie erinnert sich: „Für die Stammkunden war das allerdings kein Problem. Sie kamen mit ihrem negativen Ergebnis vom Testzentrum Schillerplatz oder führten einen Selbsttest vor meinem Salon durch. Es galt nur ein Test unter Aufsicht, deshalb musste das Personal aufklären, wie das Testen geht und das Resultat bezeugen.“ Derzeit seien die Friseurinnen glücklich, dass sie die Tests nicht mehr machen müssen. „Auch ich freue mich sehr“, versichert Ilira beim Blick in den Spiegel.

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Friseurmeisterin Angela Gutschalk, Inhaberin des Salons Papa, bekräftigt, dass die Handwerkskammer informiert hatte, nur zur Not das Vier-Augen-Prinzip gelten zu lassen. Alles in allem seien diese Corona-Testmaßnahmen Mehrarbeit gewesen, doch für die Sicherheit der Kunden und der Mitarbeiterinnen unerlässlich.

Die dritte Pandemiewelle scheint überwunden, und die Haarstylisten schauen zuversichtlich in die Zukunft – auch Friseurmeister Wolfgang Geier, Inhaber des Friseursalons in der Bürstädter Straße, den er seit 45 Jahren führt. Obgleich er aus den zwei Schließungen von insgesamt vier Monaten während der Lockdowns nicht unbeschadet hervorgeht, so sei seine Existenz erfreulicherweise nicht bedroht.

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Aber Geier kann sich gut vorstellen, dass es Friseurladenbesitzer gibt, die erst wenige Jahre das Handwerk im eigenen Salon ausführen, sich somit kaum Rücklagen schaffen konnten und während der Pandemie starke Einbußen hinnehmen mussten.

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Geier lobt indessen seine Kunden, da sie vorbildlich bei den Corona-Testregelungen mitwirkten und dann unaufgefordert ihr negatives Testergebnis oder Impfnachweis vorzeigten.