Tag der offenen Tür - Schule stellt sich in Zeiten der Pandemie virtuell vor / 360-Grad-Rundgang und Einzelgespräche Lessing-Gymnasium kann auch digital

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ksm
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Auch Musik als ein Schwerpunkt am Lessing-Gymnasium wird aufgrund der Pandemie unter angepassten Bedingungen angeboten. © Berno Nix

Lampertheim. Musikschwerpunkt, Begabtenförderung, Europaschule und eine Sternwarte auf dem Dach: Das Lampertheimer Lessing-Gymnasium (LGL) hat seinen Schülern viel zu bieten – jetzt auch digital. Wegen der Corona-Pandemie können sich die weiterführenden Schulen den Viertklässlern in diesem Jahr nicht vor Ort präsentieren – für das LGL, an dem der Tag der offenen Tür als Ganztags-Erlebnis mit Probeunterricht und Rallye besonders gelebt wird, ein herber Verlust. Aber auch mit seinem virtuellen Angebot kann das LGL sicherlich bei vielen Kindern und deren Eltern punkten.

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Die Pandemie mit ihren Kontaktbeschränkungen macht die ohnehin schwierige Entscheidung für eine weiterführende Schule noch schwieriger. Immer wieder betonten Schul-Verantwortliche in der Vergangenheit, der Wechsel in die fünfte Klasse sei „ein Schritt in ein neues Leben“ – den muss ein ganzer Jahrgang nun vielleicht gehen, ohne je einen Fuß in die neue Schule gesetzt zu haben. Dem Schulleitungsteam um Rektorin Silke Weimar-Ekdur war es deshalb umso wichtiger, ausreichend Informationen bereitzustellen. „Natürlich kommt das echte Schulluft-Schnuppern etwas zu kurz“, sagt Stellvertreter Jérôme Dath in einer Video-Botschaft. Das könne man nicht ersetzen.

Ein winterliches, eingeschneites Bild des rund 1000-Schüler starken Gymnasiums am Altrhein begrüßt alle Interessierten seit Freitag auf der Startseite der LGL-Internetseite. Von dort aus gelangen Eltern und Schüler zum Begrüßungsvideo von Silke Weimar-Ekdur und Jérôme Dath. „Persönlichkeitsbildung und die Erziehung für europäische Werte wie Toleranz und Akzeptanz sind uns besonders wichtig“, erklärt Weimar-Ekdur.

Im Anschluss stellt die Europaschule via Notiz-Zetteln eine Fülle an Informationen bereit. Mit einem Klick auf die Zettel gelangt man auf eine der 18 Unterseiten. Hier berichten sowohl Lehrer als auch Schüler aus den einzelnen Fachschaften, aus besonderen Arbeitsgemeinschaften wie Kanu- oder Astronomie-AG oder aus dem alltäglichen Schulleben. Auch die aktuellen Sextaner kommen zu Wort und haben einige Experten-Tipps für ihre künftigen Mitschüler parat. In einem virtuellen 360-Grad-Rundgang können Besucher außerdem die Schule schon einmal erkunden: zwischen Mediothek, dem grünen Naturwissenschafts-Bau und dem Hauptgebäude hin und her laufen. Organisiert hatten das Projekt maßgeblich Deutschlehrerin Anna Werner und Englischlehrerin Anke Polzer.

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Wer sich trotz der zahlreichen Videos noch unsicher war, der konnte sich am Samstagmorgen in Videokonferenzen im direkten Gespräch an die Lehrer wenden. Mit seinem virtuellen Tag der offenen Tür hat das Lessing-Gymnasium nicht nur künftige Schüler beeindruckt, sondern gleichzeitig eine immer wichtiger werdende Kernkompetenz unter Beweis gestellt: Die Schule hat gezeigt, dass sie auch digital kann. In Zeiten von anhaltendem Home-Schooling kann auch das ein Entscheidungskriterium für Eltern sein. ksm