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Konzert - Ensemble Cuvée begeistert im Rahmen von „Klassik zwische Bergstroß’ un Rhoi“ in der Hüttenfelder Gustav-Adolf-Kirche

Hochromantisch und energiegeladen

Von 
ron
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Vitor Diniz (v.l.), Petra Fluhr und Mateus Dela Fonte sind das Ensemble Cuvée und waren in der Gustav-Adolf-Kirche zu hören. © Ronald Ehret

Hüttenfeld. Die evangelische Kirchengemeinde Hüttenfeld hatte zum Auftakt einer neuen kulturellen Konzertreihe unter dem Motto „Klassik zwische Bergstroß’ un Rhoi“ – angelehnt an das Hüttenfelder Lied – das Ensemble Cuvée zu Gast.

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Ensemble Cuvée ist ein seit Jahren aktives Trio, das sich die unterschiedlichsten Programme und Musikstile vornimmt. Die beiden Brasilianer Vitor Diniz (Flöte) und Mateus Dela Fonte (Gitarre) sind als „Latinos Classicos“ bereits bekannt. Petra Fluhr ist von Hause aus Oboistin bei der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz in Ludwigshafen und singt auch. „Manches ist echt, manches kommt einem spanisch vor.“ Das Programm des Ensembles wählte unter dem Titel der oft zitierten Redewendung spanisch-rhythmische, temperamentvolle, aber auch sentimentale Werke verschiedener Komponisten aus.

Viele Komponisten nutzten Charakteristika spanischer Volksmusik als Kolorit für ihre Werke. Dabei war Bizet kein Spanier, ebenso wenig Ibert oder Ravel. Dennoch schafft ihre Musik es, den Zuhörer gedanklich auf die iberische Halbinsel zu entführen. Manchmal klingt ihre Musik spanischer als die „echte“, auf jeden Fall immer hochromantisch und energiegeladen.

Nachdem Pfarrer Thomas Höppner-Kopf das Publikum in der unter Pandemiebedingungen voll besetzten Gustav-Adolf-Kirche begrüßt hatte, bezauberte Petra Fluhr zu Beginn des Konzerts mit einer Weise aus dem 16. Jahrhundert und ihrem klaren Mezzosopran. Diniz und Dela Fonte hielten sich noch dezent im Hintergrund. Das änderte sich bei Marain Marais’ Variationen über La Follia, einem Satzmodell eines portugiesischen Tanzes. Hier oblag dem Gitarristen Dela Fonte die Begleitung der immerwiederkehrenden Harmonien, während Diniz auf einer speziellen Barockflöte mit feurig schnellen Variationen brillierte.

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Die Künstler führten selbst durchs Programm und erläuterten die Stücke – auch wenn sie so bekannt waren wie die „Alhambra“des Gitarristen Francisco Tárrega aus dem 19. Jahrhundert. Hier zeigte Dela Fonte auf seiner siebensaitigen Klassikgitarre mit einem astreinen Tremolo sein ganzes Können. Obwohl „Cuvèe“ dieses Programm bisher erst einmal präsentierte, zeigten Dela Fonte und Fluhr bei den Canciones Espanolas Antiguas des Dramatikers Frederico Garcia Lorca (1898 – 1936) eine bemerkenswerte Harmonie.

Dann begann der französische Teil des Abends, zumindest was die Auswahl der Komponisten betraf. Die Komposition „Entr‘ Acte“ des Franzosen Jacques Ibert trug jedoch ebenso spanische Elemente wie das Werk George Bizets, das wie kaum ein anderes für Mitteleuropäer das feurige Temperament Spaniens verkörpert: Carmen.

Die Habanera, ein Tanz aus Kuba, dessen typisches Merkmal im Zwei-Viertel-Takt die starke Betonung am Taktanfang und die Punktierung der ersten Achtelnote ist, präsentierte Cuvèe gleich von zwei französischen Komponisten: natürlich den Ohrwurm von Bizet, bei dem Petra Fluhr mit beeindruckender Sicherheit den chromatischen Melodielauf interpretierte, als auch eine Version von Maurice Ravel, wo Diniz mit der Flöte bezauberte. Den furiosen Abschluss machte das Ensemble mit der Carmen-Fantasie und einem Zigeunerlied von Francois Borne. Die Zuhörer spendeten frenetisch Applaus und bekamen auch die geforderte Zugabe. ron

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