AdUnit Billboard
Verabschiedung - Kultwirt des London Pub geht in den Ruhestand / Viele Weggefährten erinnern sich an schöne Momente

Hacky sagt auf Wiedersehen

Von 
Rosi Israel
Lesedauer: 
Es wurde nicht nur Abschied gefeiert, sondern auch der 74. Geburtstag von Friedrich „Hacky“ Hackstein (r.). © Israel

Lampertheim. Kürzlich verkündete Friedrich „Hacky“ Hackstein: „Es ist soweit, nach 60 Berufs- und 74 Lebensjahren habe ich beschlossen, in meinen wohlverdienten Ruhestand zu gehen.“ Damit geht die Ära der Kultkneipe „London Pub“ zu Ende. Zahlreiche Gäste gratulierten ihm zum Geburtstag und sagten dem Kneipenwirt „Auf Wiedersehen“. Denn eins sei klar, sie werden sich in Lampertheim wiedersehen.

AdUnit Mobile_Pos2
AdUnit Content_1

Sie bedankten sich für die vielen schönen Stunden. Das Pub war nicht nur Kneipe, sondern auch eine Kulturstätte, ein Künstler-, Kunsthandwerker-, Musiker- und Sportlertreffpunkt und eine Zusammenkunft für Stammtischfreunde. Hacky bot Auftritte professioneller Künstler sowie Autoren und gab Amateur-Kunstschaffenden eine Plattform. Er selbst wurde auf der Kleinkunstbühne aktiv. Liebend gerne schlüpfte er in die Rolle des Pauls, dem Kneipenurgestein „aussm“ Ruhrpott.

Herzblut für Veranstaltungen

Der Besitzer der Kulturkneipe war stets kreativ unterwegs, um neue Projekte in seinen Pub zu holen. So faszinierte den leidenschaftlichen Fotografen beispielsweise die Technik der Camera obscura, Arbeiten aus Holz und Metall. In seiner Galerie und im Biergarten hat Hackstein Ausstellungen mit Kunstwerken verschiedener Genres gezeigt. Sogar für Modenschauen und Flohmärkte war er offen. Er führte auch Veranstaltungen außerhalb seines Pubs durch, wie etwa Benefiz- und Sportereignisse und bereicherte städtische Events.

Viel Herzblut steckte Hacky in Aktionen wie in seinen Weihnachtsgarten und in seine Beteiligung an der Kerwe und am Spargelfest. Die Bilderwand im Pub zeugt von unzähligen Events, Freunden und Mitstreitern. Mit seinen vielfältigen und qualitativ hochwertigen Veranstaltungen begeisterte er die Besucher. Auch die lukullischen Genüsse kamen nicht zu kurz. Oftmals lud der Wirt rund um das Thema Wein ein.

AdUnit Mobile_Pos3
AdUnit Content_2

Nun kamen Wegbegleiter, Gäste und Akteure zusammen, um „Danke“ zu sagen und ihre Wertschätzung auf ihre Art und Weise auszudrücken. Obendrein hielten sie kleine Geschenke bereit, in Form von kurzen Ansprachen, Bildercollagen oder Musik. Inmitten der Gratulanten standen ein strahlender Wirt und seine Lebensgefährtin Elke Günderoth. Als Sportfreund bringt sich Friedrich Hackstein auch im Turnverein Lampertheim (TVL) ein. Der Zweite Vorsitzende und Stammtischteilnehmer Lutz Strubel bedauerte, dass Hackstein das Pub schließt. Denn die TVler bildeten eine große Familie. Im Namen der Sportler und Fastnachter des Carnevals-Gremiums im TVL sagte er: „Vielen Dank für die wunderbaren Jahre mit den schönen Erlebnissen.“

Horst Gützkow, der Präsident vom Stammtisch 02, sprach über seine Erinnerungen an den London Pub: „Es war eine Gaststätte mit einer Einrichtung, wie man sie vorher in Lampertheim nicht kannte. Vorbild waren die Pubs in England. In den Anfangsjahren war das Pub der absolute Renner in Lampertheim.“ Das London Pub hat seinen Charakter verändert. „Hacky hat mit seinen Musikveranstaltungen und Kunst-Aktionen die Attraktivität gesteigert“, bekräftigte Gützkow. Manches Mal hätten förmlich die Wände des Pubs gewackelt. Der Präsident Gützkow drückte sein Bedauern über die Schließung aus. Aber wie habe Dragoslav „Stepi“ Stepanovi˙u gesagt: „Das Lebbe geht weiter.“

Die Musiker seien völlig aus der Übung, sagte Gitarrist und Sänger Helmut Wehe, als er und seine Musikerkollegen, Hans-Jürgen Götz und Frank Willi Schmidt ihre Instrumente auspackten. Sie brachten Hacky ihre Ständchen und schon wurde es den Zuhörern fröhlicher um das Herz. Besonders passend zu Hacky sei „Just A Gigolo“ von David Lee Roth. Gesagt, getan, die Darbietungen kamen voller Schwung und erheiterten die Gemüter. Noch dazu beeindruckte Schlagzeuger Götz mit seiner Waschbrett-Krawatte und er brachte mit seinen Handschuhen die Gläser der Gäste zum Klingen. Überhaupt landeten an dem Abend eine Menge Biermeter auf den Tischen. Den Brauereien werde nun der Umsatz fehlen, schob Lutz Strubel nach.

AdUnit Footer_1
AdUnit Mobile_Footer_1