DGB - Solidaritäts-Foto-Aktion vor dem Alten- und Pflegeheim der Caritas in Lampertheim

Gemeinsam für gute Löhne in der Altenpflege

Von 
red
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Der Ortsverband Südhessen des Deutschen Gewerkschaftsbundes beteiligt sich an der Solidaritäts-Foto-Aktion und fordert vor dem Alten- und Pflegeheim Mariä Verkündigung eine Lohnanpassung für die Mitarbeiter. © DGB Region Südhessen

Lampertheim. Im Rahmen einer Reihe von Solidaritäts-Foto-Aktionen des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in der Region Südhessen unterstützt auch der DGB-Ortsverband Lampertheim-Bürstadt die Forderung der Gewerkschaft ver.di nach einem allgemeinverbindlichen Tarifvertrag in der Altenpflege. Die Aktion an der Andreasstraße vor dem Alten- und Pflegeheim der Caritas in Lampertheim wurde Corona-konform mit Abstand und Mund-Nasen-Bedeckung durchgeführt.

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Solidarisch unterstützt wurde der DGB Lampertheim-Bürstadt von Kollegen der IG Metall vom Daimler-Benz-Werk in Mannheim, die auf einer Motorradtour in Lampertheim Station machten. „Unsere Aktion richtet sich ausdrücklich nicht gegen die Beschäftigten der Caritas, die eine anerkannt gute und außerordentlich engagierte Arbeit leisten, sondern gegen die Caritas-Bundesebene, die einen flächendeckenden Tarifvertrag in der Altenpflege verhindert hat“, machte DGB-Ortsverbandsvorsitzender Marius Gunkel (ver.di) deutlich. „Dass ausgerechnet Caritas dafür gesorgt hat, dass einem Großteil der Beschäftigten in der Altenpflege eine deutlich bessere Bezahlung verwehrt bleibt und damit Altersarmut Vorschub geleistet wird, ist nicht hinnehmbar. Faktisch profitieren von dieser Entscheidung diejenigen privaten Arbeitgeber, die das massive Personalproblem in der Altenpflege durch niedrige Löhne und schlechte Arbeitsbedingungen verursacht haben und seit Jahren das Lohnniveau der Branche nach unten ziehen“, sagte Gunkel: „Die Kolleginnen und Kollegen in der Altenpflege haben deutlich bessere Arbeitsbedingungen und einen deutlich höheren Lohn im wahrsten Sinne des Wortes verdient. Deshalb führen wir diese Aktion durch.“

„Applaus zahlt keine Miete“

Der stellvertretende DGB-Ortsverbandsvorsitzende Norbert Fuchs (IG Metall) unterstreicht: „Klatschen alleine genügt nicht. Applaus zahlt keine Miete und auch nicht die Kosten der Lebenshaltung. Dringend notwendig ist eine gute und flächendeckende tarifliche Bezahlung, die dem hohen gesellschaftlichen Wert der Arbeit in der Altenpflege entspricht und die Beschäftigten vor Altersarmut schützt. Dafür setzen wir uns aktiv ein.“

DGB-Kreisvorsitzender Sven Wingerter (Wald-Michelbach) und der Viernheimer DGB-Vorsitzende Nils Burkhoff, die die Aktion vor Ort unterstützten, machten deutlich: „Die Chance, die Arbeit in der Altenpflege durch gute Bezahlung noch in diesem Sommer attraktiver zu machen, wurde durch das Verhalten der Caritas leider vertan. Deshalb machen wir weiter Druck für einen guten und allgemeinverbindlichen Tarifvertrag in der Altenpflege, damit die Beschäftigten von ihrer Arbeit und später von ihrer Rente anständig leben können.“

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Kampfansage an Armutslöhne

Der südhessische DGB-Regionssekretär Horst Raupp (Darmstadt), der ebenfalls an der Aktion teilnahm, betonte: „Mit Lohndumping und Ausbeutung muss endlich Schluss sein. Armutslöhne und Armutsrenten sind eine Kampfansage an die arbeitenden Menschen. Systemrelevante Arbeit muss auch systemrelevant bezahlt werden. Das gilt für die Altenpflege ebenso wie für die Reinigungskräfte und die Beschäftigten im Einzelhandel und in vielen anderen Branchen.“

Für den DGB Lampertheim-Bürstadt ist klar: „Es reicht nicht, darauf zu warten, dass sich die Arbeitgeber von alleine bewegen. Die Beschäftigten müssen sich gewerkschaftlich organisieren, um gemeinsam und solidarisch ihre Arbeitsbedingungen zu verbessern. Nur so können die Löhne und Arbeitsbedingungen wirksam verbessert werden.“ red

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