Impfung - Ärztesprecher übt in offenem Schreiben Kritik am Landrat „Entsetzen und Unverständnis“

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urs
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Lampertheim. „Mit großem Entsetzen und vollkommenem Unverständnis“ haben die Sprecher des Gesundheitsnetzes der Lampertheimer Ärzteschaft (Gala) die Meldungen zur Impfsituation der Ärzte sowie des medizinischen Pflegepersonals am St. Marienkrankenhaus in Lampertheim und am St. Josef-Krankenhaus in Viernheim zur Kenntnis genommen. In beiden Häusern werden an Covid-19 erkrankte Patienten gepflegt, behandelt und zum Teil auf Intensivstationen beatmet.

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Dennoch lehne es der Landrat ab, die Ärzte und Pflegekräfte bei der Impfstrategie in die höchste Priorisierungsstufe einzuordnen, weil diese Häuser als nachgeordnet zum Kreiskrankenhaus Heppenheim, wo diese Impfungen bereits stattgefunden hätten, eingestuft würden. Dies beklagt Gala-Vorsitzender Dr. Walter Seelinger in einem offenen Brief an Landrat Christian Engelhardt und Kreisbeigeordnete Diana Stolz. Als Koordinator in der Krise habe der Landrat die Pflicht und die Möglichkeiten, bereits angeordnete Maßnahmen den realen Gegebenheiten anzupassen und zu optimieren, schreibt Seelinger.

Dort, wo das Virus aktiv bekämpft werde, müssten die Pflegekräfte und das ärztliche Personal geschützt und bevorzugt geimpft werden. Gala erklärt sich mit den betroffenen Kollegen sowie allen Pflegekräften solidarisch und verlangt eine schnellere Impfung als bisher vorgesehen. Andernfalls müsste den Verantwortlichen in den betroffenen Häusern geraten werden, keine Covid-19 Patienten mehr zu behandeln. Die ärztliche Stellungnahme wird von der Pressestelle des Kreises zurückgewiesen. Die darin geäußerten Vorwürfe seien in keiner Weise nachzuvollziehen und entbehrten jeder Grundlage. Die Krankenhäuser seien durch das Impfzentrum noch im Dezember aufgefordert worden, Listen mit Personen, die einen prioritären Anspruch auf die Corona-Schutzimpfung haben, vorzulegen.

Die Rückmeldungen durch die Krankenhäuser seien nicht fristgerecht eingegangen. Ihnen sei aber im Nachgang angeboten worden, Mitarbeiter der höchsten Priorität auf eine Nachrückerliste setzen zu lassen. Die Personen auf dieser Liste würden kontaktiert, sobald Impfstoff verfügbar sei. Fast alle Personen seien bereits mindestens einmal angerufen und ein Sofort-Impftermin sei angeboten worden.

Kreis: Alles unternommen

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Seit dem 9. Februar erhalte das Impfzentrum des Kreises Bergstraße auch die spezifischen Kontingente an Impfdosen für Krankenhäuser und Pflegedienste. Auch im Rahmen dieser Impfungen seien beide Krankenhäuser eingeladen. Von Seiten des Kreises Bergstraße sei demnach alles unternommen worden, um eine möglichst frühzeitige Impfung des prioritär impfberechtigten Krankenhauspersonals zu gewährleisten.

Die Ausführungen in dem offenen Brief von Gala-Sprecher Seelinger seien vor diesem Hintergrund unverständlich. „Uns stellt sich die Frage“, so Pressesprecher Johannes Bunsch, warum diese Behauptungen öffentlich aufgestellt werden, anstatt direkt mit den Zuständigen zu sprechen, soweit Unklarheiten bestehen.“ urs