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Ladenburg - Deutsch-brasilianisches Trio um Jutta Gückel und musikalische Lesung

Starke Resonanz im Waldpark

Von 
Peter Jaschke
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Was für ein wunderbares Konzert: Da entwickelt sich ein anfangs zärtlicher Song zu einem robusten Rhythmusfeuerwerk. Und bei einem anderen Lied, das ursprünglich für den Kampftanz Capoeira geschrieben wurde, klatscht das Publikum begeistert mit. Eben noch temperamentvolle Show zum Mitsingen auf Portugiesisch, folgt bald darauf „Kreide auf Asphalt“. Das ist eine großartige Popjazz-Nummer von Sängerin Jutta Gückel aus Seckenheim, die an diesem Abend mit den aus Brasilien stammenden Musikerinnen Zélia Fonseca und Angela Frontera im Glashaus am Ladenburger Waldpark auftritt.

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© Karin Luthringhausen

„Wir verstehen uns menschlich sehr gut und wollen gerne die zwei unterschiedlichen Kulturen, aus denen wir kommen, verbinden“, erklärt Jutta Gückel im Gespräch. Die aus Brasilien stammende Gitarristin und Sängerin Fonseca lebt in Heidelberg und die in Sao Paulo geborene Perkussionistin Angela Frontera in der Pfalz. Die Zusammenarbeit besteht seit knapp zwei Jahren, jedoch kennen sich die Frauen schon länger. Es geht ihnen darum zu transportieren, dass es trotz unterschiedlicher Sprachen „Gemeinsamkeiten gibt, wie wir lieben, wie wir fühlen, wie wir sind, aber die kulturellen Prägungen spürbar bleiben“, so Gückel, die sich zu südamerikanischen Klängen schon immer hingezogen fühlt.

„Die Leute aus Seckenheim haben eben dieses brasilianische Feuer“, erklärt prompt Fonseca kurz darauf, als sie ein Lied vorstellt, das einen komplexen afrikanischen Rhythmus hat. Dass sich die deutsche Sängerin davon nicht habe irritieren lassen, schreibt die Gitarristin scherzhaft einem angeborenen Temperament zu. Gückel sieht sich auch von ihrer skandinavischen Kollegin Torun Eriksen geprägt, wie sie verrät, bevor sie deren „Deuce Parade“ interpretiert. So wechseln sich eigene und gemeinsame Stücke des Trios mit Versionen selten zu hörender Songs ab.

Glänzendes Gitarrenspiel und ebenso engagierte wie poetische Texte, die Gückel dem Publikum näherbringt, weisen Fonseca als brasilianische Liedermacherin aus. Autodidaktin Frontera zeigt sich als Könnerin am Schlagzeug mit einem Hang zu originellen Klangquellen wie Rasseln aus Muscheln und Schlüsseln, einem zu einer Art Pfeife effektvoll umfunktionierten Kabelkanal und einer echten Goldwaschpfanne als Becken.

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„Es ist super“, findet eine Ladenburgerin, die das Konzert mit ihrem Begleiter und einem Paar aus Dossenheim genießt: Es sei einfach schön zu sehen, wie viel Spaß das Trio auch selbst habe.

Andrea Willig am Sonntag

Bereichert und beglückt wirkt das Publikum auch am darauffolgenden Abend, der wetterbedingt unter dem Arkadendach stattfindet: Andrea Willig liest aus ihrem Roman „Die Eule“ übers Heidelberg der 1970er und 80er Jahre. Sie wird dabei von Robert Luthringhausen einfühlsam am E-Piano begleitet. Die Resonanz auf die Sommerreihe sei stark, so die Gastgeber von der Initiative im Waldpark.

Am kommenden Sonntag, 4. Juli, folgen um 11 Uhr erst eine Familienlesung mit Julia Willmann und ihrem Kinderroman „Rascha und die Tür zum Himmel“ sowie um 17 Uhr das Ladenburger Jazz-Duo Armani mit Songs zum Unabhängigkeitstag in den USA.

Freier Autor Peter Jaschke ist freier Mitarbeiter seit 1997 und macht überwiegend regionale Berichterstattung, nimmt aber auch Sport- und Kultur-Termine wahr.

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