Ladenburg - 123 Ladenburger ausgezeichnet / Bläß: „Wichtig in Zeiten, wo sich die Kinder zu wenig bewegen“ Sechs Familien machen das Sportabzeichen

Von 
Peter Jaschke
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Sportabzeichen werden auch an sechs Familien. verliehen. Mit seinen Enkeln Bennett und Helen hat Chefprüfer Kurt Zepf (hintere Reihe, 3. v. r.) teilgenommen, Annette Jahn (r.) hat mit vier. Bürgermeister-Stellvertreter Günter Bläß (l.) lobte alle. © Jaschke

Die höchste Auszeichnung im Breitensport haben insgesamt 123 Kinder und Erwachsene im Ladenburger Domhofsaal erhalten: Das Sportabzeichen bescheinigt ihnen „überdurchschnittliche Leistungen“. Und es ist seit 1958 staatlich anerkannt. Dass es auch im Auftrag des Deutschen Olympischen Sportbundes verliehen wird, unterstreicht die Bedeutung: „Es darf mit Stolz getragen werden“, sagte Kurt W. Zepf als Chef der örtlichen Prüfer.

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Als den jüngsten Teilnehmer, der diesmal schon seine zweite Prüfung bestanden hat, stellte Zepf den 2012 geborenen Jonas Tasch vor. Der Ladenburger ist einer von 75 Jugendlichen, die Fitness bewiesen.

30 Absolventen bei Sommercamp

Zu den sechs Familien, die jeweils mit mindestens drei Mitgliedern angetreten waren, zählte die Truppe von Annette Jahn: „Es ist ein schönes Gefühl und toll, dass alle vier Kinder mitgemacht haben“, sagte die Mutter im Gespräch mit dem „MM“-Reporter. Für die beiden jüngeren Sprösslinge sei es „nicht so einfach“ gewesen, berichtete sie: „Die mussten sich anstrengen, aber dann hat es doch allen Spaß gemacht, und die beiden größeren Jungs sind richtig stolz darauf.“

Als Leichtathletin und Schwimmerin hatte die zehnjährige Zoé Kalenka einfach „Lust, das zu machen.“ Ihre jüngere Schwester Mia, die dieselben Hobbys hat, sagte: „Es hat Spaß gemacht.“

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„Meine Mama hat mich gefragt, da habe ich mitgemacht und bin jetzt auch ein bisschen stolz, es geschafft zu haben“, erklärte Max Fabian. Der Achtjährige absolvierte Weitsprung, Weitwurf, zwei Runden im Stadion laufen und Sprint. „Ich habe es einfach gemacht“, sagte Julius Buchner. Der Siebenjährige gehörte zu den 30 Kindern, die das Sportabzeichen beim Sommercamp der Leichtathleten in der Ladenburger Sport-Vereinigung (LSV) ablegten.

Nachdem Zepf die LSV für das einwöchige Sportangebot gelobt hatte, ergriff der stellvertretende Bürgermeister Günter Bläß das Wort: „Ich gebe das gerne an alle Organisatoren von kindgerechten Grundlagentrainings weiter, denn es ist ganz wichtig, solche Leute zu haben, wo sich die Kinder heutzutage doch oft zu wenig bewegen.“ Doch auch die Senioren würdigte Zepf: Der älteste Sportabzeichen-Absolvent war mit dem 78-jährigen Heinz Köhler ein Kollege des Moderators, der ebenso Prüfungen abnahm.

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Bislang sei ja Gerhard Nied stets der betagteste Teilnehmer gewesen, erinnerte sich Zepf. Aber mit seinen 88 Jahren konzentriere sich der Ladenburger nun lieber auf das Protokollieren von Leistungen. Die weiteren Prüfer neben Köhler, Nied und Zepf waren Elke Albrecht, Marion Baumann, Dieter Brodehl, Herbert Felbek, Ralf Korn und Beate Salinger.

2000 Abnahme-Vorgänge

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Auf ihr Konto gingen allein in diesem Jahr insgesamt 2000 Abnahmevorgänge. Als Sportler sind Gerhild Lange (36 Mal Gold) und Dieter Niefnecker (55 mal Gold) nach wie vor die Rekordhalter. Nicht in den Bestenlisten waren die 28 Astrid-Lindgren-Schüler aufgeführt. Sie werdengesondert im Schulhaus geehrt.

Ebenso übrigens wie Polizei- und Zolldienstanwärter, die das Abzeichen ablegten, um es ihrer Bewerbung beizufügen. „Auch aus den umliegenden Gemeinden haben wieder viele mitgemacht“, wusste Zepf. Die Firma Jungbunzlauer unterstütze seit 2013 die Sportabzeichen-Aktion in Ladenburg, hob Zepf hervor.

Freie Autorenschaft Peter Jaschke ist von Haus aus Diplom-Geograf (Universität Mannheim) und Landschaftsgärtner. Er ist Mitglied im Deutschen Journalisten-Verband, freier Mitarbeiter seit 1997 und macht überwiegend regionale Berichterstattung, nimmt aber auch Sport- und Kultur-Termine wahr. Er ist einer der Ko-Autoren der Stadtchronik "Aus 1900 Jahren Stadtgeschichte" und schreibt u.a. für ein Fachmagazin.