Ladenburg - Erich-Kästner-Schüler übernehmen Verantwortung für sich, Umwelt und Mitmenschen / Feierstunde zur Verleihung des Zertifikats mit Erdbeeren im Garten

Plakette aus Holz bekommt jetzt einen Ehrenplatz

Von 
Peter Jaschke
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Selten hat jemand Nachhaltigkeit schon so auf den Punkt gebracht wie Angelika Bindert: „Wir müssen uns heute für die Zukunft ganz schön gut kümmern um unsere Erde, und wenn wir das jetzt nicht machen, passiert ja nichts“, sagte die Rektorin der Erich-Kästner-Schule (EKS) in Ladenburg bei einer kleinen Feierstunde im Grünen Klassenzimmer. Anlass: Die EKS gehört ab sofort zum landesweiten Schulnetzwerk „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE).

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Was dies bedeutet, erläuterte im Einzelnen EKS-Pädagogin Susanne Lein als Initiatorin und neue BNE-Regionalkoordinatorin an der Schule. „Vor allem geht es darum, Verantwortung zu übernehmen: Für sich selbst, für die Umwelt und die Mitmenschen – jetzt und in Zukunft“, sagte Lehrerin Lein und stand ihrer Vorrednerin in nichts nach, was das Erklären komplexer Hintergründe betrifft. Soll doch BNE Kinder und Jugendliche ab Klassenstufe 4 befähigen, „informierte Entscheidungen zu treffen und verantwortungsbewusst zum Schutz der Umwelt, für eine funktionierende Wirtschaft und eine gerechte Weltgesellschaft für aktuelle und zukünftige Generationen zu handeln“. So heißt es beim Kultusministerium des Landes Baden-Württemberg zum Thema.

Rektorin Angelika Bindert (l.) und Regionalkoordinatorin Susanne Lein freuen sich über die Plakette. © Jaschke

Von dort, aus Stuttgart, war auch ein Paket angekommen, das Schülerin Juli auspacken durfte, bevor es zur Feier des Tages Erdbeeren für alle gab. Riesenbeifall, als das Mädchen den Inhalt in die Höhe hielt: eine Plakette aus Holz, die der Schule BNE-Reife ausstellt und deshalb einen Ehrenplatz im Gebäude bekommen soll. Was die EKS diesbezüglich seit Jahren auszeichnet, sind Projekte wie unter anderem Schulgarten, Streitschlichter, Schülerfirma, Pausenkiste, Umwelt-Wettbewerb und Mülltrennung. Mehrere Schüler sowie die Schulsprecher Irmak und Ricardo klärten darüber auf. Ein Mädchen beschäftigt sich mit der deutschen Vergangenheit vor dem Zweiten Weltkrieg und wendet sich gegen Ausländerfeindlichkeit und Rassismus. Ein Junge will die Bleistiftskulptur vor dem Schulhaus renovieren, wo Holzschnitzer Jochen Liebrich als Geschenk an die EKS aus einem Baumstumpf ein Eichhörnchen gestaltet.

Die zentralen Leitfragen hinter all dem, was die EKS künftig verstärkt ausmachen soll, lauten: „Wo sind meine Stärken, was macht mich glücklich, und was ist gut für meine Mitmenschen und die Umwelt?“ So formulierte es Lehrerin Lein, die von der Schulleiterin großes Lob hörte: „Toll, dass Du das angeleiert hast und mit unserem fünfköpfigen Team so viel Zeit investierst“, würdigte Bindert das Engagement der Regionalkoordinatorin, das freilich über die dafür gewährte Extrastunde pro Woche hinausgehe.

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Für den Rotary-Club Schriesheim-Lobdengau, der die EKS seit Jahren fördert, bedeutet BNE eine ideale Erweiterung des Schulprofils: „Ich finde das ganz hervorragend, weil BNE mit der Förderung von Bildung und Persönlichkeit im Grunde unser Ernährungs- und Bewegungsprogramm ,Gesunde Kids - Fit fürs Leben’ wie eine weitere Säule stützt“, sagte der rotarische Gemeindienst-Verantwortliche Karl F. Glenz als Gast der Feierstunde im Gespräch mit dem Reporter. Es sei „überaus wertvoll, den verantwortungsvollen und bewussten Umgang mit allem, auch mit sich selbst und der eigenen Gesundheit, so beigebracht zu bekommen, dass man es eines Tages selbst macht“, so Glenz.

Freier Autor Peter Jaschke ist freier Mitarbeiter seit 1997 und macht überwiegend regionale Berichterstattung, nimmt aber auch Sport- und Kultur-Termine wahr.