Ladenburg/Heidelberg - Neuer Pferdesportverein feiert Stalleinweihung und Fusion / Judith Bogert hauptamtliche Reitlehrerin OB Würzner: Werden Euch nicht im Stich lassen

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Dr. Stephan Bingel vom Pferdesportverein Heidelberg-Ladenburg zerschneidet das symbolische Band zur Eröffnung des neuen Stalls mit Auslaufbereich.

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"Hals- und Beinbruch!" Das sagt man Reitern, wenn sie in den Sattel steigen. Und diesen herzlich-rustikalen Glückwunsch hörten auch die Mitglieder des neuen Pferdesportvereins (PSV) Heidelberg-Ladenburg am vergangenen Freitagabend oft. Auf der Anlage des bisherigen Reitervereins (RV) der Römerstadt im Kirchfeld wurde nämlich der neue Stall eingeweiht und die geglückte Fusion mit dem früher neckaraufwärts am Zoo beheimateten Reiterverein Heidelberg gefeiert.

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"Wir sind zuversichtlich, dass sich der Pferdesportverein positiv entwickeln wird und hoffen, dass noch mehr Vereine diesem Beispiel folgen", sagte Dr. Gerhard Klotz, der Präsident des Pferdesportverbands Nordbaden, angesichts von nunmehr über 500 Mitgliedern. Zum Vergleich: Ladenburg zählte bislang rund 150. "Es war ein langer, aber letztlich erfolgreicher Weg zu einer Kooperation auf Augenhöhe", sagte der Ladenburger Bürgermeister Rainer Ziegler. Er erinnerte auch an die ersten Telefonate, als noch nicht die Rede von einer Fusion war und ein weiterer eigener Reitverein in Ladenburg im Gespräch war.

Bei aller Freude, die auch in weiteren Grußworten zum Ausdruck kam, betonte der Ladenburger Andreas Huben als früherer RV-Vorsitzender und heutiger PSV-Vizechef: "Die Arbeit ist noch nicht zu Ende, weder für das Zusammengehen noch bei den Gebäuden, aber wir sind auf einem guten Weg." Dass alles "noch sehr provisorisch" sei, dies hatte zuvor auch der PSV-Vorsitzende Dr. Stephan Bingel (Heidelberg) festgestellt. So fehlen noch Futtermittellager und Servicegebäude mit Büros und Sattelkammer. Bereits genehmigt ist der Ausbau des Reiterstübchens mit Außentreppe und Balkon zum Springplatz hin. Dieser soll umgebaut und der Abreitplatz wieder hergestellt werden.

"Dafür haben wir den Sand aus Heidelberg mitgenommen", sagte Bingel. Doch selbst wenn noch ein langer Weg bevorstehen sollte, prophezeite Pferdeverbandschef Klotz: "Beim PSV werden die Aktiven beste Bedingungen vorfinden."

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Selbstkritisch merkte Heidelbergs Oberbürgermeister Eckart Würzner an: "Das war kein Ruhmesblatt für uns." Dem Gemeinderat sei es bei elf Standorten nicht gelungen, einem "Verein, der für Heidelberg stand und Gott sei Dank noch steht", eine neue Heimat anzubieten, weil der Zoo zu erweitern war. Umso mehr freut sich Würzner jetzt über die nach längerer Suche gefundene Lösung eines gemarkungsübergreifenden Vereins: "Das passt hierher."

Würzner lobte die "fantastische Jugendarbeit" der Heidelberger und kündigte unter Applaus an: "Wir werden Euch nicht alleinlassen." Die Sportfördermittel aus Heidelberg sind auch ein Grund dafür, dass der PSV seinen Sitz in Heidelberg hat. Ebenso schlagen sich die Größenverhältnisse im Vereinsnamen nieder, was Ladenburger Traditionalisten noch länger schmerzen wird.

"Froh und dankbar"

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Der Heidelberger Sportkreis-Vorsitzende Gerhard Schäfer gab zu, zeitweise "richtig sauer" gewesen zu sein auf die Stadt Heidelberg. "Doch nun sei er "froh und dankbar, dass es sich so gut entwickelt hat". Schäfers Mannheimer Kollege Michael Scheidel würdigte diese Fusion als "vorbildliches Beispiel der Zusammenarbeit über Sportkreisgrenzen hinweg".

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Bevor der PSV-Vorsitzende Bingel den 40 mal 20 Meter großen Stall mit Freilaufbereich (Paddocks) einweihte, stellte er die neue hauptamtliche Reitlehrerin Judith Bogert vor. Miriam Bayer, Vicky Geiger, Nicole Lüdecke und Gaby Wessel erhielten Blumen für ihr zwischenzeitlich besonders starkes Engagement für den Reitnachwuchs. pj