Ladenburg - Drei Tage nach dem Brand bei RTP wird die Freiwillige Feuerwehr weiter alarmiert / Glutnester unterm Schutt Noch immer Feuer in der Ruine

Von 
Stephanie Kuntermann
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Auf der Rückseite der Halle sind die Brandschäden nach dem verheerenden Feuer deutlich zu erkennen. © Stephanie Kuntermann

Rußgeschwärzte Mauern, verkohlte Gerippe von Dachbalken – das ist alles, was nach dem verheerenden Brand am Dienstag noch übrig ist von der Halle auf dem Gelände der Ladenburger Chemiefirma RTP. Mittlerweile ist es ruhiger geworden an der Unglücksstelle, doch auch Tage später ist das Feuer noch nicht aus. Immer wieder gibt es einen neuen Alarm, werden die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr aus dem Bett geholt.

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„Zuletzt war das heute Nacht um 1.37 Uhr“, seufzt Einsatzleiter Pascal Löffelhardt, der beim Gespräch mit dieser Redaktion schon wieder vor Ort ist. Mittlerweile ist es später Nachmittag, der Stellvertretende Kommandant und seine Kameraden packen gerade Geräte und Ausrüstung zusammen. Zuletzt haben sie die Wasserversorgung verlegt, die zuvor noch vom Kreisel an der Wallstadter Straße bis zum Brandherd führte. „Das war eine Verkehrsbehinderung“, so Löffelhardt. Nun sei der Schlauch „umgehängt“ worden an die Entnahmestelle auf dem benachbarten ABB-Gelände.

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Nach 18 Minuten wieder im Einsatz

Nach wie vor wird also Wasser gebraucht, werden unter der Asche Glutnester vermutet. Nach den Löscharbeiten zu Beginn, die allein 27 Stunden dauerten, waren auch die folgenden Nächte kurz; einmal war Löffelhardt gerade mal 18 Minuten daheim, bevor er erneut wegen eines Feuers alarmiert wurde. Denn der Schutt liegt in der Halle in großen Bergen, unter denen es noch glimmen kann: „Die Regale dort sind in sich zusammengestürzt, und die Reste bilden diese großen Häufen.“ In der Nacht auf Christi Himmelfahrt wurde beschlossen, alles mit einem Teppich aus Spezialschaum zu bedecken, doch auch das erwies sich nicht als erfolgreich.

Schließlich bekamen die Feuerwehrleute Hilfe von ungewöhnlicher Seite: Die Gartenbaufirma Huben stellte nämlich mehrere Beregnungsgeräte zur Verfügung, die seither im Einsatz sind. Ruhig ist es trotzdem noch nicht, denn wenn wieder ein Brand aufflackert, müssen die Helfer ran und die Schuttberge auseinanderziehen: „Das Wasser erreicht eben immer nur die Oberfläche.“

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Übermüdet, mit wund gelaufenen Füßen und ausgelaugt von den vielen Einsätzen, hoffen die Feuerwehrleute nun, dass bald die erlösende Nachricht „Feuer schwarz“ kommt. Am Freitagmorgen fand unmittelbar nach dem Einsatz noch eine Lagebesprechung mit Bürgermeister Stefan Schmutz, Ordnungsamtsleiter Rüdiger Wolf und Polizei-Revierleiter Peter Oechsler statt; später wurde die Ruine von einem Bau-Fachberater begangen.

Halle ist einsturzgefährdet

„Er hat bestätigt, dass die Halle einsturzgefährdet ist“, sagt Löffelhardt. Zwar können die Helfer ins Gebäude, um die Beregner zu verstellen, aber an Ausräumen sei vorerst nicht zu denken: „Das ist zu gefährlich. Denn es kann sein, dass jemand an einen Stützpfeiler kommt, und dann stürzt alles in sich zusammen.“

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Beim Statiker sei nun ein Gutachten in Auftrag gegeben worden, mit dem aber erst in der kommenden Woche gerechnet werde. „Erst, wenn die Statiker zustimmen, können wir rein“, bestätigt Polizei-Pressesprecher Norbert Schätzle. Dann könne eine kriminaltechnische Untersuchung beginnen.

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Doch solange die Brände noch nicht gelöscht sind, kann auch nichts stabilisiert werden. Das Bauwerk ist offiziell beschlagnahmt, erklärt er weiter: „Das war so ab dem Zeitpunkt, als die erste Flamme dort herauskam. Das ist automatisch so, gerade bei Bränden dieses Ausmaßes, und wenn die Ursache noch nicht feststeht.“ Trotzdem können die Beamten bereits jetzt erste Beweise erheben. Mit dem ASB, der Amtshilfe in Form von Drohnen leistet, werden Aufnahmen aus der Luft gemacht, mit denen die Schäden schon mal fotografisch dokumentiert werden können.

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