Serie „Mutmacher - Beate Ridinger-Biegel vom Johanniter-Haus in Ladenburg „Man darf einfach nicht ängstlich sein“

Von 
Hannelore Schäfer
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Beate Ridinger-Biegel mit Therapiepuppe Lucy. © Hannelore Schäfer

Unsere heutige „Mutmacherin“, Beate Ridinger-Biegel arbeitet in Corona-Zeiten an einem „Brennpunkt“. Die Bewohner von Alten- und Pflegeheimen müssen besonders geschützt werden, das gilt auch für das Johanniter-Haus „Am Waldpark“ in Ladenburg. Als Leiterin der sozialen Betreuung ist sie nah dran an den Menschen, die derzeit auf Außenkontakte verzichten müssen.

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„Bei der Pflege kann man keinen Mindestabstand halten, wir hoffen auf weitere Lieferungen von Schutzkleidung, damit wir auch für den Fall der Fälle gut ausgestattet sind“, gesteht Ridinger-Biegel und fügt an: „Zum Glück gibt es aktuell keinen Fall von Corona in unserem Heim. Wir tun alles, damit es möglichst lange so bleibt und wir gut durch diese Krise kommen.“

Masken habe man auch gespendet bekommen, darunter viele selbst geschneiderte. Heim-Hauswirtschaftsleiterin Christa Weber sei ebenfalls eifrig am Nähen gewesen. Aktivitäten der Heimbewohner finden jetzt nur noch in Kleinst-Gruppen und im jeweiligen Wohnbereich statt. Dazu zählen Bewegungsübungen oder Anregungen für Bastelarbeiten. Therapiepuppe Lucy, die normalerweise neuen Bewohnern die Eingewöhnung erleichtert, hat mangels Zugängen momentan nichts zu tun. Jetzt, da die Sonne so schön scheint, können jeweils zwei Bewohner aus dem gleichen Wohnbereich auch auf der Terrasse sitzen. „Sonnenlicht ist ja ein echter Stimmungsaufheller und Vitamin-D-Spender“, weiß Beate Ridinger-Biegel und fügt an: „Senioren, die noch einigermaßen fit sind, fühlen sich durch die Ausgangssperre schon eingeschränkt, andere leiden unter dem Besuchs-Verbot.“ Etliche Heimbewohner würden dennoch von ihren Angehörigen täglich besucht. „Die räumliche Nähe fällt jetzt zwar weg, aber sehen können sie sich trotzdem“, erklärt die Fachfrau und ergänzt: „Man ist allerdings durch eine Glasscheibe getrennt, und natürlich kann auch etwas für die Bewohner abgegeben werden.“

Im Heim selbst tue man alles damit kein „Lagerkoller“ entsteht, versichert Ridinger-Biegel. Zwar müsse man das Ganze, in der jetzigen Krisenzeit, ohne die Unterstützung von Ehrenamtlichen leisten, die ja ebenfalls Besuchsverbot haben, aber die Heim-Mitarbeiter seien alle „total motiviert und engagiert.“ Auch über kreative Ideen „von außen“, die Nähe symbolisieren, ohne den Senioren räumliche nahe zu sein, würde sich Beate Ridinger-Biegel freuen. Beispielsweise durch gemalte Bilder oder auch ein musikalisches Ständchen vor dem Haus. Ob sie selbst Angst vor Corona hat? „Ich arbeite in einem Alten- und Pflegeheim, da darf man nicht ängstlich sein, ich bin vielmehr hoffnungsfroh, dass wir diese Krise gemeinsam überstehen.“

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