Ladenburg - Feuerwehr hofft auf baldige Reparatur der Gebäudefassade / Einsatzstatistik liegt vor – 2020 mit Rekord Ladenburger Feuerwehr 2020 doppelt so oft im Einsatz

Von 
Peter Jaschke
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Der Übungsbetrieb der Freiwilligen Feuerwehr Ladenburg ist bis auf Weiteres eingestellt. Bislang sind kaum Einsätze zu verzeichnen. Die sonst traditionsgemäß im Januar fällige Hauptversammlung ist vorerst auf März verschoben. Dann steht neben Beförderungen und Ehrungen diesmal vor allem die Wahl eines neuen Kommandanten an. Der langjährige Amtsinhaber Harald Lange (61) tritt nicht mehr an, wie er bereits bei seiner jüngsten Wiederwahl angekündigt hatte. Doch zunächst warten die 160 Mitglieder, darunter 83 im Gesamtdurchschnitt 37-jährige Aktive, geduldig die Lockerung des Lockdowns ab.

Der „Feuerwehrtag“ 2014 in Ladenburg: An der Feuerwache (im Hintergrund) gibt es Fassadenschäden. © Marcus Schwetasch
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Und sie hoffen darauf, dass die Außenhülle der 2009 fertiggestellten und 2010 feierlich eröffneten Feuerwache möglichst bald wieder repariert wird. Vom Parkplatz des benachbarten Discounters aus lässt sich seit beinahe einem Jahr gut erkennen, dass an der Gebäudeverkleidung etwas abgeschraubt worden ist, um die Schadensursache festzustellen.

Risse und Verfärbungen

Wie Stadt Ladenburg auf Anfrage dieser Redaktion am Freitag mitteilt, sind die Fassadenplatten an der Südseite witterungsbedingt starken Belastungen ausgesetzt. Dies habe zu Rissen und Verfärbungen an einzelnen Platten geführt, die entfernt worden seien. Der Schaden an der Fassade setze sich nach Aussage eines Gutachters „aus einer Vielzahl von Ursachen zusammen, die zum Zeitpunkt der Abnahme der Leistung nicht erkennbar waren und somit auch nicht einem bestimmten Gewerk zugeordnet werden können“, heißt es in der Mitteilung aus dem Rathaus.

„Zunächst muss geprüft werden, ob die freizulegenden Flächen zukünftig verputzt oder wieder mit Platten verkleidet werden“, kündigt Stadtsprecherin Nicole Hoffmann an. Von dieser Entscheidung hänge auch die Höhe der Kosten ab. In einem ersten Schritt geht die Verwaltung von 30 000 bis 60 000 Euro aus.

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Die vor rund zehn Jahren am damaligen Neubau tätigen Firmen sind inzwischen aus der Verantwortung entlassen, denn das Mindesthaltbarkeitsdatum dafür, dass ihre Arbeit keine Sachmängel aufweist, ist sozusagen abgelaufen: „Der Gewährleistungszeitraum für Bauleistungen beläuft sich in diesem Fall auf vier Jahre“, so Hoffmann.

Auf vier Jahre blickt auch eine bereits vorliegende Statistik der Feuerwehr zur geplanten Hauptversammlung zurück. Demnach stellt 2020 mit 84 Brandeinsätzen einen Rekord seit 2017 auf. Das bedeutet eine Verdoppelung gegenüber 2019 (40 Brände) und beinahe ebenso der beiden Vorjahre (je 44).

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Die Gesamtzahl von 182 Einsätzen im vergangenen Jahr, die außerdem unter anderem 82 technische Hilfeleistungen umfassten, lag mit 231 nur im Jahr 2018 höher, als allein 158 Mal unter anderem Sturm- und Kollisionsschäden zu beseitigen sowie Türen zu öffnen waren. Zum Vergleich: 2017 gab es insgesamt 150 Einsätze (73 Hilfeleistungen). 2019 rückte das aktive Team aus zehn ehrenamtlich tätigen Frauen und 73 Männern 148 Mal aus (83 Hilfeleistungen).

Mehr Einsatzstunden

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Dennoch überragt die 2020er-Säule im Stabdiagramm mit 3531 Einsatzstunden die des Jahres 2018 (2764) und aller anderen im Betrachtungszeitraum deutlich. Dahinter rangieren 2017 (1941) und 2019 (1755). Weiter rückläufig zeigt sich die Zahl der Fehlalarme, die von 34 (2017) auf zuletzt 16 (2020) gesunken ist und sich nahezu halbiert hat.

Unerfreulich für Kommandant Lange dagegen: Die mehrheitliche ablehnende Haltung des Gemeinderats bei den Etatberatungen gegenüber der von der Feuerwehr dringend empfohlenen Wiedereinführung von Sirenen (wir berichteten). Auch der Landesfeuerwehrverband rate dringend dazu, da Handynetze im Katastrophenfall schnell überlastet und digitale Warnsysteme sodann nutzlos seien.

Immerhin habe der Rat für 2021 Mittel bewilligt, um stark veraltete Notfall- und Alarmpläne zu aktualisieren (wir berichteten). Auf diesen Mangel habe die Feuerwehr das Rathaus schon vor Jahren hingewiesen, so Lange.

Freie Autorenschaft Peter Jaschke ist von Haus aus Diplom-Geograf (Universität Mannheim) und Landschaftsgärtner. Er ist Mitglied im Deutschen Journalisten-Verband, freier Mitarbeiter seit 1997 und macht überwiegend regionale Berichterstattung, nimmt aber auch Sport- und Kultur-Termine wahr. Er ist einer der Ko-Autoren der Stadtchronik "Aus 1900 Jahren Stadtgeschichte" und schreibt u.a. für ein Fachmagazin.