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Ladenburg

Ladenburg: Stadtkapelle darf weiter in der Feuerwehrwache proben

Von 
Peter Jaschke
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Die Stadtkapelle Ladenburg, hier im Mai 2018 in der Lobdengauhalle beim Frühjahrskonzert zum 25. Jubiläum. © Peter Jaschke

Der Frust ist schon in der Hauptversammlung der Ladenburger Stadtkapelle vor wenigen Wochen öffentlich angeklungen: Der 1993 gegründete Musikverein könne nach der langen Corona-Zwangspause nicht mehr regelmäßig in der Feuerwache proben, hieß es. Damit sei das Frühjahrskonzert im Mai 2022 in Gefahr. Auf Anfrage verdeutlicht die seit 2016 amtierende Vorsitzende Helene Völter-Erhardt in der vergangenen Woche den ganzen Ernst der Lage: „Es geht um die Existenz der Stadtkapelle, wenn regelmäßiges Proben wegen fehlender Räumlichkeiten nicht möglich ist.“

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Wie die Vorsitzende weiter erklärt, werde es immer schwieriger, den montäglichen Probentermin im Saal der Feuerwache zu bekommen. Häufig seien nun genau an diesem Tag Schulungen der Feuerwehr anberaumt. Dabei habe man in den vergangenen sieben Jahren ein gutes Miteinander gepflegt und schätze die Brandschützer als bedeutende ehrenamtliche Einrichtung, so Völter-Erhardt. Doch nach einem Gespräch ihres Stellvertreters Benny Reiß mit der neuen Feuerwehrleitung „haben wir das starke Gefühl, nicht mehr erwünscht zu sein“, so Völter-Erhardt.

Ihr Standpunkt lautet jedoch so: „Wir finden, dass das Feuerwehrhaus mit Steuermitteln erbaut wurde und dass die Räume effizient, also auch von anderen Vereinen, mitgenutzt werden sollten.“

Um es vorweg zu nehmen: Nach Anfrage dieser Redaktion am Freitag im Rathaus ist es inzwischen zu einer Einigung gekommen. Laut Mitteilung aus dem Rathaus darf die Stadtkapelle weiterhin am gewohnten Tag in der Feuerwache proben. Allerdings erhalten die Brandschützer das Vorrecht, wenn es sein muss mehrmals im Jahr wegen Corona verschobene Lehrgänge nachzuholen, auch montags.

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Rechtzeitige Ankündigung wichtig

Der Musikverein bekomme dann seitens der Stadt jeweils einen alternativen Platz zugewiesen. „Für uns ist es bei diesem Kompromiss besonders wichtig, dass es rechtzeitig mehrere Wochen vorher angekündigt wird, wenn wir ausweichen sollen“, sagt Völter-Erhardt am Montag zur getroffenen Regelung. Löffelhardt verwies lediglich auf die Stellungnahme aus dem Rathaus. Man habe im Gespräch eine „gute Lösung“ gefunden, wird Bürgermeister Stefan Schmutz als oberster Dienstherr der Feuerwehr in jener städtischen Mitteilung zitiert.

Nur mit 2G-Regel

Demnach darf die Kapelle wie gewohnt proben, allerdings unter Einhaltung der 2-G-Regel (nur Geimpfte oder Genesene) und eines Hygienekonzepts.

Auf Anfrage vertieft Stadtkapelle-Dirigent Helmut Baumer die Bedeutung des Themas: „Ein Laienorchester benötigt feste Probentage, und es funktioniert nicht, wenn man alle zwei, drei Wochen pausieren oder den Probenort aufwändig mit Schlagzeug- und Notentransfer wechseln müsste.“ Ohne Kontinuität im Probenbetrieb seien Konzerte und Auftritte für die Stadtkapelle nicht möglich. Baumer betont: „Es hat bis jetzt nie Probleme gegeben: Wir stehen bei der Feuerwehr niemand im Weg, selbst bei Einsätzen nicht.“

Wie Baumer und Völter-Erhardt gleichlautend ausführen, ist die Kapelle ohne eigenes Domizil außerdem dringend auf einen Stauraum für die umfangreiche Notensammlung sowie das Schlagzeug und ein vereinseigenes Kopiergerät angewiesen. „Schön, dass es der Bürgermeister auch so sieht, dass wir Lagerraum benötigen“, so Völter-Erhardt nach dem Gespräch.

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Bis vor sieben Jahren probten die 39 Musizierenden aus allen Altersgruppen im Carl-Benz-Gymnasium. Doch nach dessen Sanierung fand sich dort kein Plätzchen mehr. Damit konnte man sich aber arrangieren, weil mit der Feuerwache rasch eine Alternative gefunden wurde. 2020 kam Corona, und lange ging fast nichts. Zwischenzeitlich durften die Aktiven des zusätzlich 82 passive Mitglieder zählenden Vereins allenfalls im Freien üben. Das war im Hof der städtischen Kita möglich. Doch dafür ist es inzwischen draußen zu kalt. Vorerst scheint sich aber auch der Frust bei den Musizierenden abgekühlt zu haben.

Freier Autor Peter Jaschke ist freier Mitarbeiter seit 1997 und macht überwiegend regionale Berichterstattung, nimmt aber auch Sport- und Kultur-Termine wahr.

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