Ladenburg - Festliches Konzert mit Musik, Wort und Tanz / Drei Künstler begeistern in der evangelischen Stadtkirche Ganzheitliches Vergnügen zum Auftakt

Von 
Peter Jaschke
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Für sein Neujahrskonzert mit Harald Pfeiffer (Trompete) hatte Christian Kurtzahn (l.) die bald 19-jährige Tänzerin Leonie Keilbach (r.) gewinnen können. © jaschke

Zu ihrem festlichen Neujahrskonzert in der evangelischen Stadtkirche Ladenburg haben Christian Kurtzahn und Harald Pfeiffer eine Gastkünstlerin eingeladen: Die Ladenburgerin Leonie Keilbach, die zurzeit bei der Klassik-Stiftung in Weimar ein Freiwilliges Kulturelles Jahr verbringt, begleitete mehrere Stücke tänzerisch. Die bald 19-jährige Jahrgangsbeste der örtlichen Abiturienten von 2019 hatte bereits vor drei Jahren beim damals österlichen Musizieren von Tastenmann Kurtzahn und Trompeter Pfeiffer choreografisch begeistert.

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Es gelang der vielseitig begabten jungen Frau, mit gereifter Anmut und künstlerischer Ausdruckskraft erneut zu glänzen. Dies zeigte sich beispielsweise bei ihrem traumhaft wirkenden Tanz zur Filmmusik von „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“. Die romantische Melodie aus dem zur Weihnachtszeit von vielen gerne gesehenen Märchenstreifen interpretierte Kurtzahn gekonnt am E-Piano. Auch klassisch angehauchte Klänge wie „Oltremare“ aus der Feder des zeitgenössischen Komponisten und Pianisten Ludovico Einaudi aus Italien setzte Keilbach im Chorraum und bisweilen auch im Mittelgang in körperliche Bewegung um. Dafür gab es langanhaltenden Applaus.

Emotionen hervorgerufen

Seit sechs Jahren schon pflegen die beiden Musiker diese Konzerttradition jeweils nach dem Jahreswechsel und am Ostermontag. Auch diesmal stimmte die Mischung aus heiteren Stücken des Barocks wie „La Réjouissance“ aus der Feuerwerksmusik von Georg Friedrich Händel, strahlend feierlichen Werken aus derselben Epoche wie „Die Himmel rühmen die Ehre Gottes“ von Benedetto Marcello und angenehm leichter Kost, wofür „Happy New Year“ der früheren schwedischen Popgruppe ABBA stehen mochte. Auch mit seiner Eigenkomposition zum Thema Neujahr rief Kurtzahn an der erneuerten Walcker-Orgel Emotionen hervor.

Obendrein hatten die Musiker an den 250. Geburtstag des Bonner Musikgenies Ludwig van Beethoven gedacht, der 2020 groß gefeiert wird. Da die Kombination „Beethoven und Orgelmusik“ selten ist, brachte Kurtzahn am Kircheninstrument eines der Stücke zu Gehör, die Beethoven für die Flötenuhr, die beim damaligen Publikum so beliebten mechanischen Spielautomaten mit Orgelpfeifen, geschrieben hatte. Außerdem improvisierte Kurtzahn beinahe rockig über Beethovens „Freude schöner Götterfunken“.

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Großen Anklang fanden ebenso die Rezitationen von Pfeiffer, der zwischen seinen Einsätzen an der Trompete unter anderem kluge Worte des humoristischen Dichters und Kabarettisten Joachim Ringelnatz zum Besten gab. „Das ist eine schöne Art, das neue Jahr zu begrüßen“, fand mit Hausherr David Reichert ein Berufskollege von Pfarrer Pfeiffer. Dass das Programm nicht nur Weltliches, sondern auch Geistiges beinhalte und mit Musik, Wort und Tanz geradezu ganzheitlich daher komme, sei toll, so Reichert: „Ich bin gerne hier.“

Freie Autorenschaft Peter Jaschke ist von Haus aus Diplom-Geograf (Universität Mannheim) und Landschaftsgärtner. Er ist Mitglied im Deutschen Journalisten-Verband, freier Mitarbeiter seit 1997 und macht überwiegend regionale Berichterstattung, nimmt aber auch Sport- und Kultur-Termine wahr. Er ist einer der Ko-Autoren der Stadtchronik "Aus 1900 Jahren Stadtgeschichte" und schreibt u.a. für ein Fachmagazin.