Ladenburg - Bekommt die Römerstadt einen Platz der Menschenrechte? „Ein mahnendes Zeichen“

Von 
Stephanie Kuntermann
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Die Kastanie steht in voller Blüte, der Himmel ist blau: Diese Idylle soll bald Platz der Menschenrechte heißen. © Stephanie Kuntermann

Das Thema kam im vergangenen Dezember auf: Der Platz vor dem Bischofshof, auf dem die Skulptur von Jean-Luc Bambara steht, sollte den Namen Platz der Menschenrechte erhalten. Bernd Schuhmacher vom DGB-Ortsverband Ladenburg hatte die Idee und fand im Aktionsbündnis Wir gegen Rechts auch sofort Mitstreiter.

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Zwischenzeitlich geriet die Idee, auch wegen der Corona-Pandemie, stark ins Hintertreffen, doch nun erinnert der Gewerkschafter in einem Schreiben an diese Redaktion wieder daran, vor allem angesichts der jüngsten politischen Entwicklungen im Land: „Die aktuelle Corona-Krise zeigt nochmals besonders, wie schnell Notstandsgesetze unsere Menschenrechte außer Kraft setzen.“ Zwar sei vieles verständlich, trotzdem sollten die Menschen aber sensibel reagieren angesichts von „Versammlungsverbot, Kontaktverbot, Einschränkung der Bewegungs- oder Reisefreiheit und Verbot der Ausübung der Religionsfreiheit“, fährt Schuhmacher fort.

Gegen rechte Gewalt

Ursprünglich lag der Namensgebung der Impuls zugrunde, auf die wachsende Zahl fremdenfeindlicher Delikte zu reagieren, auf „Gewalttaten von Rechtsextremisten“, die gerade gegen Menschen gerichtet seien, die schutzbedürftig oder durch Vertreibung, Folter und Kriege traumatisiert seien. Platz der Menschenrechte, das soll nach dem Willen Schuhmachers nach wie vor „ein mahnendes Zeichen“ sein, „das uns immer daran erinnert, dass Demokratie und Menschenrechte nicht selbstverständlich sind und wir immer wieder dafür eintreten und kämpfen müssen.“

Zudem verweist er auf ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts, nach dem ein pauschales Versammlungsverbot nicht zulässig sei: „Es zeigt also, wie sensibel dieses Thema ist.“ Auch abseits der Corona-Bestimmungen sieht Schuhmacher viele Grundrechte in Gefahr, etwa das der informationellen Selbstbestimmung, sieht er doch im Alltag eine große Gier, „Bewegungsprofile und Ähnliches“ von den Bürgern herzustellen. „Wir sollten nicht alles, was technisch möglich ist, auch zulassen, nur, weil wir modern sein wollen“, schreibt er dazu.

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Nach wie vor sammelt der Initiator Spenden, um seine Idee der Namensgebung umzusetzen. Die außerdem noch einen besonders symbolischen Charakter hätte. Heißt doch die Bronzeplastik dort „La protection“ – der Schutz.