Ladenburg - Gründungsinitiative auf der Zielgeraden / Städtische Förderung für Umbauarbeiten im Waldpark Draußenschule nimmt Hürde

Von 
Peter Jaschke
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Bereiten den Betrieb der Draußenschule Ladenburg zum Schuljahr 2021/2022 vor (v. l.): Carolin Rückert als zukünftige Schulleiterin, Projektunterstützer und Physiker Martin Ziegler sowie Diplombiologin und Naturpädagogin Sindy Grambow. © Peter Jaschke

„Es war ein harter Weg, aber jetzt geht es los“, sagt Carolin Rückert strahlend. Sie ist die zukünftige Leiterin der Draußenschule, die möglichst zum Schuljahresbeginn 2021/2022 im Ladenburger Reinhold-Schulz-Waldpark eröffnet werden soll. Erst vor wenigen Tagen gab es endgültig grünes Licht vom Kultusministerium (wir berichteten bereits kurz). „Ich habe mich sehr für den Verein gefreut, dass sich die vielen Mühen gelohnt haben und die Umsetzung nun in eine neue Phase eintritt“, erklärt Ladenburgs Bürgermeister Stefan Schmutz auf Anfrage dieser Redaktion.

Zuschuss in sechsstelliger Höhe

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„Seitens der Stadtverwaltung unterstützen wir die Initiatoren durch die Bereitstellung der Flächen und Räumlichkeiten des zukünftigen Schulstandorts im Waldpark sowie durch einen Zuschuss in Höhe von 125 000 Euro für erforderliche Umbauarbeiten“, führt Schmutz aus.

Bereits in Überarbeitung befindet sich nach Auskunft des Rathauschefs der Bebauungsplan, der auch die planungsrechtlichen Voraussetzungen für einen Schulbetrieb schaffen soll. Als zukünftige Schulhäuser sind zwei städtischen Gebäude in der Nähe des so genannten Bärenspielplatzes vorgesehen, die früher dem inzwischen aufgelösten Verein der Vogelfreunde als Domizil dienten.

„Wir wollen mit maximal 25 Mädchen und Jungen jahrgangsübergreifend starten“, berichtet die Grund- und Hauptschullehrerin sowie Waldpädagogin Rückert. Zusammen mit Biologin Sindy Grambow, die als Naturpädagogin ebenfalls zum Schulteam gehört, und Projektunterstützer Martin Ziegler arbeitet sie dieser Tage an einer Projektskizze für Sponsoren. Personell sieht Rückert die Initiative bereits gut aufgestellt, freue sich jedoch „über jede Spende“.

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Der als gemeinnützig anerkannte Trägerverein „Draußen Lernen“ soll Arbeitgeber aller Aktiven der Draußenschule sein. Die Mitglieder wünschen sich eine private Ganztagsgrundschule nach skandinavischem Modell, die in der Umgebung einmalig wäre. Doch ein Fünftel aller staatlichen Schulen in Dänemark haben dieses Konzept namens Udeskole oder auf Deutsch: Draußenschule.

Im Herbst 2018 trat die Schulgründungsinitiative erstmals ins Licht der Öffentlichkeit. „Unterricht in der Natur soll stressfrei fürs Leben fit machen“, lautete am 13. Oktober die Überschrift in dieser Zeitung. „Die Chancen stehen gut“, sagte Schmutz im Juli 2019 im Gemeinderat, als dieser das Konzept kennenlernt. Da ist die Gründungsinitiative bereits vorläufig in den Bundesverband Freier Alternativschulen aufgenommen worden. Anfang März 2020 teilt das Regierungspräsidium Karlsruhe nach eingehender Vorprüfung des Konzepts mit, dass es das wichtige Kriterium des „besonderen pädagogischen Interesses“ als erfüllt ansehe – ein Riesenerfolg: Damit war die erste Hürde geschafft. Die zweite überwand man nun dieser Tage.

Corona bremst Initiatoren nicht

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Selbst das Coronavirus konnte die Schulgründer nicht bremsen: Ihre jüngste Informationsveranstaltung fand kurzerhand als Webkonferenz übers Internet statt und war nach Auskunft von Rückert „sehr gut besucht“. Ein weiterer Infotag ist am Sonntag, 5. Juli, geplant. Wo, das steht noch nicht fest, soll aber auf der Internetseite (draussenschule-ladenburg.de) mitgeteilt werden. Dort können Interessierte schon einmal den Elterntest machen.

Freier Autor Peter Jaschke ist von Haus aus Diplom-Geograf (Universität Mannheim) und Landschaftsgärtner. Er ist Mitglied im Deutschen Journalisten-Verband, freier Mitarbeiter seit 1997 und macht überwiegend regionale Berichterstattung, nimmt aber auch Sport- und Kultur-Termine wahr. Er ist einer der Ko-Autoren der Stadtchronik "Aus 1900 Jahren Stadtgeschichte" und schreibt u.a. für ein Fachmagazin.