Ladenburg/Edingen - Bestandsaufnahme der Graffiti an öffentlichen Gebäuden / Auf einen 20-jährigen Sprayer warten jetzt Schadenersatzklagen Die Schmierereien werden beseitigt

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stk
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Gleich in mehreren Schichten verunziert: eine alte Sandsteinmauer zeigt das Kürzel des jetzt ermittelten Sprühers sowie weitere Schriftzüge. © Noll

„Das Verfahren ist jetzt bei der Staatsanwaltschaft“, sagt Peter Oechsler. Ladenburgs Revierleiter meint die Anzeige gegen einen jungen Mann, der für zahlreiche Schmierereien in der Römerstadt sowie im benachbarten Edingen verantwortlich ist (der „MM“ berichtete). Die Behörde werde noch weiter ermitteln und dafür das Handy des Beschuldigten auswerten. Die Stadt macht sich derweil ans Aufräumen und Beseitigen der Graffiti.

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Im März kam die Polizei dem 20-jährigen Griechen auf die Schliche, als er mit seinen Taten im Internet prahlte, unter anderem mit Aufnahmen, die den Schriftzug zeigten, der großflächig auf die verschiedensten Wände gesprüht wurde. „Das Ganze ist noch in der Mache“, gibt Oechsler den neuesten Stand in Sachen Strafverfahren wieder. Denn es könne sein, dass die Ermittler auf dem Gerät noch weitere Bilder von bislang unbekannten Tatorten finden. Allerdings sei der junge Mann „geständig und kooperativ“, erklärt der Beamte weiter. Ist das Beweismaterial gesichert, erhebt die Staatsanwaltschaft möglicherweise Anklage. Daneben könnten auch noch zivilrechtliche Ansprüche gegen den Sprayer geltend gemacht werden. „Paradox ist“, bemerkt Oechsler, „dass es unter den Geschädigten bislang keine Privatpersonen gibt.“ Dafür haben aber die Stadt Ladenburg und die Gemeinde Edingen Anzeigen erstattet. In der Römerstadt machen sich die Verantwortlichen derweil an die Beseitigung der unschönen Malereien.

„Wir sind da gerade dran“, erklärt Günter Bläss, der dieser Tage Bürgermeister Stefan Schmutz vertritt. Das Bauamt habe die Kritzeleien begutachtet, und der Bauhof habe bereits angefangen mit dem Saubermachen. Was die Stadt selbst übernehmen könne und was von einem Fachbetrieb gemacht werden müsse, hänge vom Untergrund ab, sagt Bläß. Auch er ist dafür, so früh wie möglich mit dem Aufräumen zu beginnen: „Damit die Nachahmer-Effekte ausbleiben.“

Ähnlich geht auch die Polizei vor Ort an die Sache heran: Die Reviergrenze am Neckardamm, sagt Oechsler, sei immer wieder betroffen gewesen: „Wir haben 2016 und 2017 mehrmals Schmierereien entfernen müssen.“ Doch jetzt griff die Gebäudeverwaltung zu einem neuen Mittel: Die Wand wurde mit einem speziellen Anstrich beschichtet, der zwar teuer ist, dafür aber resistent gegen Farbsprühereien.

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„Seither ist nichts mehr drauf gekommen“, freut sich der Revierleiter. Gerade eine Polizeiwache, findet er, müsse ordentlich aussehen: „Graffiti macht sich nicht so gut auf einem Dienstgebäude.“ 

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